Aus gegebenem Anlass: Der Dalai Lama - ein Wolf im Schafspelz

Der Irrsinn ist bei einzelnen etwas Seltenes - aber bei Gruppen, Parteien, Völkern, Zeiten die Regel. (Friedrich Nietzsche)

Leitartikel HIRAM7 REVIEW - Frühjahr 2008
Europas Doppelmoral: China boykottieren aber bloß nicht Iran

Über die endgültige Kapitulation der europäischen Aufklärung vor der New-Age-Spinnerei, die entgegen der klassischen Tradition des Humanismus à la Kant und Voltaire, billige und gefährliche Esoterik und Binsenweisheit fürs Volk verbreitet, und den gleichen Psycho-Verbal-Müll wie die verfassungsfeindliche Organisation Scientology ablässt, berichteten wir bereits letztes Jahr:

DER DALAI LAMA: BEWUßTSEIN OHNE GEHIRN?
BUDDHISMUS IST KEINE RELIGION DES FRIEDENS

Ich beschwöre euch, meine Brüder, bleibt der Erde treu und glaubt Denen nicht, welche euch von überirdischen Hoffnungen reden! Giftmischer sind es, ob sie es wissen oder nicht. Verächter des Lebens sind es, Absterbende und selber Vergiftete, deren die Erde müde ist: so mögen sie dahinfahren! (Friedrich Nietzsche, Zarathustras Vorrede )

Über die besorgniserregende Rückkehr des Obskurantismus, die der Buddhismus in sich trägt und unsere freiheitliche Ordnung gefährdet, schrieb Claudia Barth, Autorin des Buches Über alles in der Welt - Esoterik und Leitkultur - Eine Einführung in die Kritik irrationaler Welterklärungen: “Der freie Wille, die freie Verstandes- und Entscheidungsfähigkeit jedes Menschen sind Grundannahmen der Aufklärung und demokratisch verfasster Gesellschaften.” Und fügte hinzu: «Unter dem Schlagwort der Ganzheitlichkeit wird der Mensch seines Verstandes und seiner individuellen Freiheit beraubt. Er wird dazu angehalten, seine Lebenslage als gottgewollt, kosmisch vorgeschrieben hinzunehmen.”

Über die Doppelmoral und die umwerfende Heuchelei einiger Europäer, die China verunglimpfen, das chinesische Volk beleidigen und zum Boykott aufrufen, lässt sich einfach sagen: fangen wir gleich mit u.a. Iran, Kuba, Ägypten, Saudi-Arabien, der Hälfte Afrikas und Südamerikas an, Länder die täglich und ohne Medienrummel schwere Menschenrechtsverletzungen begehen.

Verkehrte Welt, in der selbsternannte Moralprediger und selbstgerechte machtgeile Parvenus ohne geopolitische Kompetenz die außenpolitische Agenda bestimmen wollen (sprich Alt-68er, Grüne und ähnliche Opportunisten der Toskana-Fraktion, die einmal im Jahr - zu Ostern oder Weihnachten, weil es medienwirksamer ist, da es im Fernsehen nur Wiederholungen gibt und Friede, Freude, Eierkuchen Stimmung herrscht - ihr schlechtes Gewissen beruhigen wollen, in dem sie sich als Schulmeister in Menschenrechtslehre profilieren, um von dem Verrat an ihren Wählern abzulenken). Zu diesen scheinheiligen Moralaposteln würde der Spruch von Groucho Marx gut passen: Ich habe eiserne Prinzipien. Wenn sie Ihnen nicht gefallen, habe ich auch noch andere…

Links:

Dalai Lama, Fall eines Gottkönigs, Colin Goldner, 1999

Ein ungeheures Lächeln, Marcus Hammerschmitt, 2001

Hitler - Buddha - Krishna, Victor & Victoria Trimondi, 2003

Friendly Feudalism: The Tibet Myth, Michael Parentis, 2007

Der freundliche Skinhead, Lizas Welt, 2007

Tibets Holocaust. Ein Märchen für Deutsche, Bad Blog, 2008

6 Responses to “Aus gegebenem Anlass: Der Dalai Lama - ein Wolf im Schafspelz”

  1. Iris Says:

    Man muß zu seiner Meinung stehen, dann wird man immer Freunde und Feinde haben!
    Der Buddhismus in Tibet war sehr grausam, ich möchte in keinem Gottesstaat leben, egal ob Allah oder andere! Persönlich halte ich aber die 10 Gebote für den Beginn der menschlichen Zivilisation!

  2. MartinM Says:

    Ob die 10 Gebote der Beginn der Zivilisation sind, lasse ich einmal offen. Tatsache ist aber, dass es keine “Weltreligion” gibt, dessen oberste Vertreter sich an diese Gebote auch halten würden - in dieser Hinsicht ist der Dalai Lama, so schlimm auch der religiös verbrämte Feudalismus im “alten Tibet” auch war, beinahe vorbildlich zu nennen.

    Die Doppelmoral ist nicht zu übersehen - auch im Falle Chinas nicht. Ein wirksamer Boykott - anstelle der symbolischen Handlung eines Olympiaboykottes - würde ja nicht den Interessen der deutschen Außenwirtschaft entsprechen. Also wird man gegenüber Peking mittelfristig das tun, was man gegenüber Saudi-Arabien, Ägypten, halb Afrika, Kuba, dem Iran usw. sowieso tut - die Schnauze halten, von weitergehenden Maßnahmen ganz zu schweigen.

  3. Philologisches Klo Says:

    statt Eiersuche …

    Für die Tibetologen unter den westlichen Kritikern an Chinas Politik mit Tibet hat die Hiram7-Review einen geharnischten Leitartikel bereit gestellt: Aus gegebenem Anlass: Der Dalai Lama - ein Wolf im Schafspelz. Summa: Wer an den anderen Diktaturen auf der Welt nichts zu kritiseren hat,soll gefälligst bei Maos Erben auch die Schnauze halten - das war jetzt ein echter Kinski.

  4. Die gelockte Wurst Says:

    http://gelocktewurst.blogspot.com/2008/03/tibet-hobbes-postel.html

  5. chinesisch Says:

    Obwohl ich so zu sagen unter der Roten Fahne aufgewachsen bin, hasse ich den Dalai Lama nicht. Seine CIA-Geschichte erfuhr ich erst letzte Woche, als das Olympiade-Boykott-Geschrei mich entgültig nervte, und ich daher bei Google nach “Dalai Lama, Tibet usw.” suchte. Nein, auch jetzt hasse ich ihn nicht, wenn er mit den Amerikanern im Kalten Krieg kollaboriert hat, das war auch sein gutes Recht.
    Was mich aber wirklich ärgert, ist die Doppelmoral der Mittelschicht der Europäer. So betrachte ich diese Unruhe in Tibet auch als eine Chance für die Europärer, mehr Kenntnisse und Einblicke in das chinesische Leben zu erwerben. Ein rasches Verurteilen ohne das Wissen, wo Tibet liegt oder wie die Geschichte Tibets ist, geht mir sehr auf die Nerven. Und dann dieses Geschrei vom Boykott, wenn es so weiter geht, wird der Konflikt in Tibet zu einem ethnischen Konflikt anwachsen, und vom Frieden wird dann nun tatsächlich keine Rede mehr sein.

  6. Querdenkerforum.de Says:

    Gegen einen Boykott der olympischen Spiele spricht sich HIRAM7 REVIEW aus:

    Aus gegebenem Anlass: Der Dalai Lama - ein Wolf im Schafspelz

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