Die Außenpolitik von Jacques Chirac
Christian Lequesne, Professor für Internationale Politik am Pariser Institut für Politische Studien (IEP) und an der London School of Economics (LSE), verfasste eine ausgewogene Analyse der außenpolitischen Bilanz des einstigen Staatspräsidenten Frankreichs Jacques Chirac.
“In die Zeit der zwölfjährigen Präsidentschaft von Jacques Chirac (1995-2007) fielen mit der sich verstärkenden Globalisierung, der EU-Erweiterung und der damit verbundenen Krise der europäischen Integration sowie der Zunahme des internationalen Terrorismus wichtige Veränderungen in den internationalen Beziehungen.
Im Bereich der Außenpolitik war Chirac ein Präsident, der auf manchen Feldern dem gaullistischen Erbe treu war und sich gleichzeitig in anderen Fragen von diesem doktrinären Erbe frei gemacht hat. So stand er für eine Amerika-, Russland-, China- oder Afrika-Politik, die sich an den Paradigmen der Multipolarität beziehungsweise der traditionell gaullistischen »Françafrique«-Politik orientierte. Andererseits trug er, vom gaullistischen Erbe abweichend, die Stärkung der europäischen Institutionen im Verfassungsvertrag mit.”
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