China’s Naval Ambition

May 27, 2008

In an op-ed in the Australian newspaper The Age, Dr. Paul Monk, former intelligence officer and author of Thunder from the Silent Zone – Rethinking China, argues that China is using its new naval base on Hainan Island to send the U.S. a message about its naval ambitions.

“China is set to challenge US dominance in the Pacific by 2050. According to naval intelligence sources in London and Washington and a recent MI6 briefing to Jane’s Intelligence Weekly, China is building a massive, highly secure naval base at Sanya on Hainan Island.”

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Bush administration willing to negotiate with Sudan

May 27, 2008

The Washington Post reports a U.S. envoy plans to meet with Sudan’s President Omar Hassan al-Bashir in the next few weeks.

It says the meeting is a demonstration of how the Bush administration has departed from the president’s “pointed public call to shun talks with radical tyrants and dictators.”

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Alan Greenspan: “I still believe there is a greater than 50 per cent probability of recession”

May 27, 2008

In a new interview with the Financial Times, former U.S. Federal Reserve Chairman Alan Greenspan says he still expects a recession in the United States.

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Peter Handke oder der Triumph eines Außenseiters

May 26, 2008

Ein jeder trägt eine produktive Einzigkeit in sich, als den Kern seines Wesens; und wenn er sich dieser Einzigkeit bewußt wird, erscheint um ihn ein fremdartiger Glanz, der des Ungewöhnlichen. (Friedrich Nietzsche)

Eigensinnig wie Heinrich Heine verfolgt Peter Handke in seinem Werk seinen Weg zu einer offenen Wahrheit. Den poetischen Blick auf die Welt setzt er rücksichtslos gegen die veröffentlichte Meinung und deren Rituale. (Die Jury zur Begründung ihrer Entscheidung, Peter Handke den Heinrich-Heine-Preis zu verleihen, den er auf Grund einer gegen ihn gerichtete Medienkampagne ablehnen musste.)

Der Österreicher Peter Handke, der in Frankreich zuhause ist und dort als Dichter und Schriftsteller mit rarem Mut zum eigenen Standpunkt (sprich jenseits des bequemen und ungebildeten Mainstream-Denkens) gefeiert wird, gilt im deutschsprachigen Raum als sehr umstritten, wenn nicht verpönt (wegen seiner eigenwilligen Meinung zur Kosovo-Frage, wurde er von den deutschen Medien regelrecht ausgeschlachtet), wie einst Friedrich Nietzsche, als er gegen die geistige Plumpheit seiner Zeitgenossen schimpfte. Wie die Franzosen zu Recht sagen: “Nul n’est prophète en son pays”.

Für die 100. Sendung Gero von Boehm begegnet auf 3Sat besuchte der in Paris und Heidelberg lebende Journalist Gero von Boehm den österreichischen Steppenwolf Peter Handke in seiner französischen Zuflucht bei Paris.

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Israel sendet humanitäre Hilfe nach China

May 26, 2008
Am 25. Mai 2008 startete ein israelisches Flugzeug in die chinesische Stadt Chengdu, um 90 Tonnen Medikamente, medizinische Geräte, Wasseraufbereitungsanlagen, Generatoren, Zelte, Schlafsäcke und Kleidung für die Erdbebenopfer zu überbringen.

Angesichts der Tragödie wurden in Israel vom Außenministerium 1,5 Millionen US-Dollar gesammelt, größtenteils gespendet von Israel Corporation und United Israel Appeal. Diese Hilfe kommt nun hinzu, nachdem die israelische Botschaft in Bejing am 22. Mai 2008 bereits Hilfsgelder an das chinesische Rote Kreuz überwiesen hat und erste Hilfslieferungen verteilte.

Am Ben-Gurion Flughafen wurde die Lieferung in Anwesenheit des chinesischen Botschafters in Israel Zhao Jun sowie Avi Pozners (United Israel Appeal) und Vertretern der Israel Corporation von Außenministerin Tzipi Livni auf den Weg gebracht: „Israels Bereitschaft zu helfen, wo immer eine Katastrophe geschieht, ist ein Ausdruck der humanitären Seite der Beziehungen Israels mit den restlichen Staaten in der Welt.“ Sie fügte hinzu, dass die Lieferung nicht nur Hilfsgüter, sondern auch die besten Wünsche des israelischen Volkes beinhalte.

Mark Regev, Sprecher des Außenministeriums Israels


Die “Achse Teheran-Berlin” und der Antisemitismus unter Muslimen in Deutschland

May 25, 2008

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

Angela Merkel will den Iran stoppen, während der Berater des Außenministers das “strategische Bündnis” mit den Mullahs sucht. Von diesem Widerspruch handelt mein Beitrag, den das Wall Street Journal am 15. Mai 2008 unter dem Titel The Tehran-Berlin Axis veröffentlichte.

Die deutsche Übersetzung finden Sie hier.

Die Langfassung des obigen Textes – mein Eingangsvortrag aus Anlass der Berliner Konferenz Business as usual? Das iranische Regime, der Heilige Krieg gegen Israel und den Westen und die deutsche Reaktion vom 3. Mai 2008  - finden Sie hier.

Überraschend bat mich die Bundeszentrale für Politische Bildung um einen Text über Ahmadinejads Ideologie. Diesen Beitrag, den später auch der Tagesspiegel in gekürzter Form veröffentlichte, finden Sie hier.

Für die Ausgabe 2/2008 von Spiegel-SPECIAL (“Allah im Abendland. Der Islam und die Deutschen”) sollte ich über die Verbreitung des Antisemitismus unter den in Deutschland lebenden Muslimen schreiben. Sie finden das Resultat hier.

Neue Erkenntnisse über die Rolle des Nazi-Antisemitismus im Zweiten Weltkrieg und der Rolle des Hamas-Antisemitsmus im Gaza-Streifen liefert Jeffrey Herfs bedeutendes Buch über The Jewish Enemy. Nazi Propaganda during World War II and the Holcaust. Meine Besprechung dieses Bandes, der hoffentlich bald auf deutsch erscheint, finden Sie hier.

Dr. Matthias Küntzel


La connaissance inutile

May 24, 2008

L’homme contemporain, même dans les pays à forte tradition démocratique, n’a pas la maturité qui correspond à ses moyens intellectuels et à ses connaissances.
(Jean-François Revel – Extrait d’un Entretien avec Pierre Assouline)

Ceux qui se souviennent du grand écrivain et philosophe iconoclaste Jean-François Revel, intellectuel de droite par excellence, au meilleur sens du terme (à l’instar de Julien Benda, auteur de La trahison des clercs), et fils spirituel s’il en est de Raymond Aron, n’auront sans nul doute pas oublié son pamphlet mémorable intitulé La connaissance inutile, qui dénoncait il y a vingt déjà, avec brio et un sens certain de la majesté dans le verbe, la pléthore néfaste pour le débat public d’informations et de connaissances superfétatoires.

Lors de son discours de réception du 31 janvier 2008, Max Gallo, élu par l’Académie française à la place laissée vacante par la mort de Jean-François Revel, déclarait en substance: “Mais qui est-il donc, ce Jean-François Revel? Un écrivain égal aux plus grands. Un écrivain français nourri par la sève rabelaisienne et voltairienne. Un lecteur de Saint-Simon et de Montesquieu, de Chateaubriand et de Tocqueville, de Taine, de Montaigne et de Proust. Un humaniste engagé dans les combats contre les totalitarismes, qui a toujours défendu la liberté d’expression et affirmé que le seul barrage au fanatisme meurtrier est de vivre dans une société pluraliste où le contrepoids institutionnel d’autres doctrines et d’autres pouvoirs nous empêche toujours d’aller jusqu’au bout des nôtres.”

Dans un article publié aujourd’hui dans le quotidien Le Monde, Jean-Michel Dumay reprend, sans y faire directement allusion, la thèse de Revel et l’étend pour ainsi dire aux nouveaux médias, notamment et surtout l’internet.

“Jamais ce que Pierre Teilhard de Chardin nommait ‘la température psychique de la Terre’ n’a été aussi élevée. Avec le développement du cyberespace, des réseaux, de la téléphonie mobile, le monde est devenu en quelques années un gigantesque océan tourmenté, envahi non plus seulement d’énergie et de matière, mais, la numérisation aidant, d’informations. De savoirs, de connaissances.”

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Die neue Infantilitätskultur

May 24, 2008

In einem Artikel erschienen in der Neuen Zürcher Zeitung analysiert der Literaturwissenschaftler Prof. Dr. Manfred Schneider die Infantilisierung in Literatur und Gesellschaft:

“Vor gut einhundert Jahren verkündete die schwedische Autorin Ellen Key das ‘Jahrhundert des Kindes’. Jetzt ist das Jahrhundert der Infantilisierung angebrochen. Die Gesellschaften Mitteleuropas, die ihren Fortbestand nicht mehr durch Kinder, sondern durch das perpetuum juvenile der Alterslosigkeit anstreben, haben dem Kindlichen nicht abgeschworen, sondern sie erheben Kindlichkeit ohne Kinder zur reifen Lebensform.”

Zum Artikel.


Der schwedische Chinese

May 24, 2008

Der schwedische Theaterregisseur und Schriftsteller Henning Mankell, dessen umstrittenen politischen Roman Der Chinese demnächst erscheint, nimmt im Gespräch mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung kein Blatt vor den Mund.

“Es stimmt, dass die chinesische Regierung sich einen Dreck darum kümmert, was in Darfur oder Zimbabwe passiert. Manchmal sind sie gezwungen, Stellung zu beziehen, aber im Grunde kümmert es sie genauso wenig, wie sie wollen, dass der Westen sich um die Menschenrechte in China kümmert. Das ist natürlich nicht gut. Andererseits spüre ich auch viel Heuchelei. Wer würde denn auf die Idee kommen, Olympische Spiele in den Vereinigten Staaten zu boykottieren, weil die sich so wenig für Menschenrechte einsetzen? Wenn es einen terroristischen Staat auf der Welt gibt, ist das Amerika. Außerdem glaube ich, dass der Westen neidisch auf den Erfolg der Chinesen in Afrika ist. Also kritisieren wir die Chinesen hintenherum. Was für eine Heuchelei. Um mit der Bibel zu sprechen: Wir sollten uns erst um den Balken im eigenen Auge kümmern.”

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FDP gedenkt der Opfer der Erdbebenkatastrophe in China

May 23, 2008
Pressemitteilung

Berlin – 23. Mai 2008 – Stellvertretend für die FDP-Bundestagsfraktion hat der außenpolitische Sprecher der Fraktion, Dr. Werner Hoyer, in der chinesischen Botschaft sein Mitgefühl mit den Opfern der fürchterlichen Erdbebenkatastrophe sowie deren Angehörigen ausgedrückt. Dem chinesischen Gesandten versicherte der stellvertretende Vorsitzende der Bundestagsfraktion die aufrichtige Anteilnahme der Liberalen und informierte sich zudem über Ausmaß und Opferzahlen der Naturkatastrophe. Anschließend trug sich Hoyer in das ausliegende Kondolenzbuch ein.

Dr. Werner Hoyer: “In diesen schweren Tagen und Wochen trauern die deutschen Liberalen mit dem chinesischen Volk. Wir wünschen den unermüdlichen Helfern, die momentan in der Krisenregion Bewundernswertes leisten, jeden nur denkbaren Erfolg bei der Rettung von Verletzten, der notwendigen humanitären Hilfe sowie beim raschen Wiederaufbau der verwüsteten Region. Die FDP-Bundestagsfraktion hofft aufrichtig, dass die auch aus der Bundesrepublik angelaufene internationale Hilfe einen bescheidenen Beitrag zur Linderung des Leids der Betroffenen leisten wird.”

Am 12. Mai 2008 war die zentralchinesischen Region Sichuan von einem Erdbeben der Stärke 8 auf der Richterskala erschüttert worden. Durch das Beben wurden mehr als 50.000 Menschen getötet, etwa 30.000 werden immer noch vermisst. Mehr als 5,2 Millionen Menschen verloren offiziellen Angaben zufolge ihr Dach über dem Kopf.


China earthquake biggest disaster for children

May 23, 2008

Chinese orphanages are ramping up operation to accommodate children who lost their parents in Sichuan’s earthquake, Newsweek International reports.

Care for Children, a private organization that runs more than 180 orphanages in over 30 provinces as well as assisting state facilities, is one of the groups trying to help the youngest victims. NEWSWEEK‘s Manuela Zoninsein spoke to Robert Glover, executive director of the Beijing-based group, about what he found during his recent visit to the quake-hit Chengdu area.”

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The Internet as a Political Tool

May 23, 2008

PostGlobal‘s panelists look at the ability of online social networking to stir political change, following an Egyptian crackdown on some users of the website Facebook.

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Prosa, Polemik und Dynamit

May 22, 2008

Man verdirbt einen Jüngling am sichersten, wenn man ihn anleitet, den Gleichdenkenden höher zu achten, als den Andersdenkenden. (Nietzsche)

Neben Friedrich Nietzsche, Charles Bukowski und Louis-Ferdinand Céline, wusste auch der fast unbekannte polnische Schriftsteller und KZ-Überlebender Tadeusz Borowski mit Sprengstoff beladener Feder zu schreiben.

Borowskis Erzählungen gehören zu den frühesten Zeugnissen der Vernichtung des europäischen Judentums im Dritten Reich, sie entstanden Ende der 40er Jahre und erschienen 1963 erstmals auf Deutsch unter dem Titel Die steinerne Welt, und 2007 neu übersetzt unter dem Titel Bei uns in Auschwitz. Trotzdem blieb der Pole, der sich 1951, mit 28, das Leben nahm, der unbekannteste Klassiker der Holocaust-Literatur.

Ein alter Mann im Frack mit einer Armbinde wird herbeigeschleift. Sein Kopf schlägt auf den Kies auf, auf den Steinen, er stöhnt und wiederholt monoton: ‘Ich will mit dem Herrn Kommandanten sprechen.’ [...] Er wird auf den Wagen geworfen, von jemandem zu Boden getreten, fast erstickt, aber er röchelt noch immer: ‘Ich will mit dem …’ – ‘Mann, sei endlich still’, ruft der junge SS-Mann ihm lachend zu. ‘In einer halben Stunde wirst du mit dem obersten Kommandanten sprechen. Vergiss nur ja nicht, ‘Heil Hitler!’ zu ihm zu sagen.’ Zwei andere tragen ein Mädchen herbei, das nur noch ein Bein hat; sie tragen es an den Armen und dem einen Bein. Tränen laufen ihm über das Gesicht, kläglich flüstert sie: ‘Meine Herren, es tut weh…’ Man wirft sie zu den Leichen. Sie wird mit ihnen verbrannt, bei lebendigem Leibe. (Bei uns in Auschwitz)

“Ich wollte aufschreiben, was ich erlebt habe, aber wer auf der Welt wird einem Schreiber glauben, der eine unbekannte Sprache spricht? Das ist, als wollte ich Bäume und Steine überzeugen”, sagt Tadeusz Borowski nach seiner Befreiung und Rückkehr nach Warschau.

Vorwort der polnischen Ausgabe von Jerzy Andrzejewski:

“Er war der geborene Intellektuelle, aber trotzdem nicht frei von emotionellen Komplikationen. Nur wenige seiner Zeitgenossen verstanden es mit der gleichen Scharfsichtigkeit wie er, das dunkle Chaos menschlicher Schicksale zu erahnen: wahrscheinlich kam ihm niemand gleich in der künstlerischen Wiedergabe der Lagererlebnisse. Schmächtig, kaum mittelgroß, mit dunklem, ewig zerzaustem Haar, mit lebhaften Augen, war er intelligent, aggressiv, beinahe impertinent in der Diskussion, kapriziös im Umgang mit seinen Kollegen, abwechselnd misstrauisch und herzlich, eher geneigt, seine Gefühle zu verbergen, eine schwer zu beschreibende Fremdheit ausstrahlend und dabei doch oft ausgelassen und lustiger Kumpan. Sein kostbarster Besitz war seine Feder, mit ihr wollte er dienen. Über die Grenze des Lebens und des Todes schritt er mit der Gewaltsamkeit, mit der er alles tat!

Diese Erzählungen Borowskis gehören zu den beklemmenden Zeugnissen des 20. Jahrhunderts. Einer, der das Inferno der Konzentrationslager erlebt hat, berichtet über Bedrohung und Versuchung, Angst und Hoffnung. Die Einmaligkeit des Werks besteht nicht nur darin, dass er die Gräuel der Vernichtungslager mit literarischen Mitteln zu beschreiben versucht – ganz und gar eigenständig ist auch die Konzeption der Tragik, die einen Unterton von scheinbaren Zynismus, scheinbarer moralischer Indifferenz bedingt. Die Arroganz der alteingesessenen Häftlinge gegenüber den Neuankömmlingen im Lager wird geschildert: Im Kampf um die nackte Existenz macht sich auch das Opfer mitschuldig, wird der Mensch zum Wolf unter Wölfen.”

Karol Sauerland, Professor für deutsche Literatur und Ästhetik an der Universität von Warschau, schildert in einem Essay die einzigartige Mischung aus Sarkasmus und ohnmächtigem Leiden, die Borowskis Werk beinhaltet.

“So manche Sätze in seinen Auschwitz-Erzählungen erinnern wortwörtlich an Formulierungen Célines. Und auch viele Motive ähneln sich. Wahrscheinlich wollte es Borowski in seiner Einschätzung, wozu Menschen fähig sind, sowie im sprachlichen Ausdruck dem französischen Autor gleichtun. Nur die Realien sind andere: nicht der Krieg, das Galeerendasein oder das Armenhospital, sondern Auschwitz. Wie Céline spitzt Borowski alles zu, und sein Erzähler gibt sich leicht, als würde er kaum leiden.”

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Gespräch mit Springer-Chef Mathias Döpfner

May 22, 2008
Ausgerechnet Mathias Döpfner, Vorstandsvorsitzender der Axel Springer AG, zu der die Boulevardzeitung BILD gehört, sieht sich  im Gespräch mit der schweizerischen Zeitung Tages-Anzeiger gezwungen, eine Lehrstunde in Sachen Qualitätsjournalismus zu erteilen, während der deutsche Verlag mühsam versucht, eine französische BILD-Zeitung zu lancieren, um das Bertelsmann “Imperium germanicum” in Frankreich zu stürzen.

Ob es dem Springer-Konzern gelingt, in Frankreich Fuß zu fassen und dadurch Einfluß auf die französische Politik zu nehmen, ist mehr als fraglich, zumal eine breite Leserschaft für solche Blätter (die die Franzosen ”presse de caniveau” nennen, d.h. Gossenpresse) so gut wie inexistent und die Presse in dem Land von Voltaire eine sensible nationale Angelegenheit ist.

Dass es in Frankreich vermutlich keinen Platz für eine BILD-Zeitung geben wird, hängt es auch damit zusammen, dass man in den französischen Zeitungen einen unbeschriebenen publizistischen Grundsatz nicht vergessen hat: Lucien Hébrard von Le Temps, dem Vorläufer der links-liberalen Tageszeitung Le Monde, hatte seinen Journalisten geraten: “Bleibt seriös, auch wenn’s die Leute langweilt!”.

“Wir dürfen aus Angst vor dem Sterben nicht Selbstmord begehen, die Identitätskrise nicht mit Totsparen überwinden. Axel Springer wird auch in den nächsten Jahren und Jahrzehnten die größten Renditen im Printgeschäft erwirtschaften. Solange wir in Qualität investieren, solange eine charismatische Sprache, pointierte, mutige Meinungen und exklusive und zuweilen auch unbequeme Nachrichten die Grundlage unserer journalistischen Arbeit bilden, haben Zeitungen und Zeitschriften eine Zukunft.”

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China Earthquake Pushes Tibet to Sidelines

May 22, 2008

The New York Times reports international concerns about Tibet have in many cases been pushed aside amid an outpouring of sympathy for China after the earthquake in Sichuan province.

“Instead, Tibet groups have been forced to lobby quietly. They are asking board members of the International Olympic Committee as well as of corporate Olympic sponsors like Coca-Cola to consider withdrawing support for the torch relay unless China cancels the Tibet segment, a campaign that shows few signs of success. Eager for allies, some Tibetan groups have joined hands with Falun Gong, a Chinese spiritual and exercise movement that Beijing outlawed as a cult. Though Falun Gong does not enjoy the cachet among politicians and celebrities that Tibet does, it has money and a tight, if secret, organization. Tibetan groups have joined in a number of events sponsored by Falun Gong this year as part of its human rights torch relay.”

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The Strategic Petroleum Reserve: History, Perspectives, and Issues

May 22, 2008

The Paris-based International Energy Agency (IEA) announced it will sharply lower its forecast for global oil production, sending oil prices soaring and hammering U.S. stocks yesterday, The Wall Street Journal reports.

A new report from the Congressional Research Service looks at the U.S. Strategic Petroleum Reserve and examines the extent of the reserve’s ability to mitigate an oil-price crisis.

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Inflation in Latin America

May 21, 2008

The Christian Science Monitor reports bubbling inflation in several Latin American countries has emerged as a top political concern. Venezuela’s 25 percent inflation is second only to Zimbabwe’s globally.

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Deepening Intraregional Trade and Investment in South Asia

May 21, 2008

A report from an Indian economic think tank looks at efforts to expand intra-regional trade in South Asia, particularly in clothing and textiles.

“This paper draws on recent field work within South Asia and an extensive review of secondary data to examine the dynamics of cross border trade and investment in South Asia, exploring the potential for, and obstacles to, such trade through the lens of a sector that is salient throughout South Asia: Textiles and Clothing.  Despite the growing competitiveness of this sector in the SAARC region, there is very little regional inter-linkage within South Asia’s textile and clothing industry.  Currently less than 4% of SAARC’s global T&C exports are traded within the region.  There is growing evidence of widespread substitution of South Asia by East Asia as the sourcing hub of fabric and accessories by the region’s major clothing exporters. Over 80% of the fabric needs of Bangladesh and Sri Lanka, for example, come from outside the region even though India and Pakistan are net exporters of textiles.”

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Erdbeben in Südwestchina

May 21, 2008

 

In den letzten Tagen hat sich ein Foto im Internet schnell verbreitet. Das Bild zeigt, wie die Polizistin Jiang Xiaojuan einer Erdbebenwaise mit Muttermilch ernährt. Diese Frau hat selber einen sechs Monate alten Sohn und stillte nach dem Erdbeben bedingungslos einige Babys, die bei dem Erdbeben in Sichuan zu Waisen wurden.

Quelle: Xinhua

Ein schweres Erdbeben mit der Stärke 7,8 nach der Richter-Skala hat den Wenchuan-Kreis in der südwestchinesischen Provinz Sichuan am 12. Mai 2008 um 14.28 Uhr erschüttert. Inzwischen hat die Zahl der Opfer 40.075 erreicht, 247.645 Menschen wurden verletzt.

Informationen zufolge werden das Chinesische Roten Kreuz, das Rote Kreuz in der Sonderverwaltungszone Hong Kong und die International Federation of Red Cross and Red Crescent Societies Rettungsgruppen ins Katastrophengebiet schicken, um dort die Notlage zu untersuchen.

Um zu spenden, bitte hier klicken.


United States presidential election, 2008: The Hitler Analogy

May 20, 2008

In a Washington Post op-ed, columnist Anne Applebaum says the Nazis are not always relevant to current political debate.

Some seem to believe that we should negotiate with the terrorists and radicals. . . We have heard this foolish delusion before. As Nazi tanks crossed into Poland in 1939, an American senator declared: ‘Lord, if I could only have talked to Hitler, all this might have been avoided.’ (George W. Bush, May 2008) 

Moreover, in our time, these threats are not diminishing . . . [and] in these new threats, as during the time of the Third Reich, are the same contempt for human life and the same claims of exceptionality and diktat in the world. (Vladimir Putin, May 2007)

“No, I am not drawing comparisons between George W. Bush and Vladimir Putin, two vastly different men, by citing these statements. Nevertheless, it is clear from the above that Bush and Putin, despite their vast differences, share a common contemporary ailment: Each suffers from the inexplicable need to inject the Nazis into current political debate, whether they belong there or not. [...] True, it seems that Nazi analogies can be used with almost infinite flexibility. Bush – in what was widely interpreted as an attack on Barack Obama last week – was making a point about politicians who talk to ‘terrorists and radicals,’ comparing them to those who appeased Hitler in the 1930s. Putin, in what was widely interpreted as an attack on the Bush administration last year, was comparing the Nazis to contemporary regimes with ‘contempt for human life’ and ‘claims of exceptionality and diktat in the world’ – in other words, the United States.”

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China Earthquake Economic Aftermath

May 20, 2008

The Christian Science Monitor reports on the economic aftermath of China’s earthquake, noting that migrant laborers native to Sichuan province have left other parts of the country to return home.

The latest official reports from Xinhua say more than 34,000 people have died and nearly 250,000 suffered injuries.

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Russian-Indian Arms Deals

May 20, 2008

New data shows major weaknesses in Russian-Indian arms trade, which Moscow had hoped might offset recent declines in arms sales to China.

The latest figures released by the Stockholm International Peace Research Institute show a precipitous decline in the volume of Russian weapons sales to the Chinese military. Although Beijing remains the single largest recipient of Russian arms, the figures show a 63 percent decrease in the value of major Russian weapons deliveries to China, which is the lowest level in a decade. The decrease contributed to a 29 percent reduction in Russia’s overall export of major conventional weapons systems between 2006 and 2007. In addition, China and Russia have not signed any major new arms contracts in recent years and are in the process of completing past agreements.”

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Ein Erdbeben als Chance für die westliche Welt? Leitlinien für die deutsche China-Politik

May 19, 2008

von Prof. Dr. Eberhard Sandschneider und Dr. des. May-Britt Stumbaum – Deutsche Gesellschaft für Auswärtige Politik e.V. (DGAP)

Die gewalttätigen Unruhen in Tibet, der Eklat um den olympischen Fackellauf und die Erdbebenkatastrophe im Südwesten Chinas haben erneut zu einer heftigen Debatte um die deutsche China-Politik, vor allem innerhalb der Großen Koalition, geführt.

In dem gegenwärtigen Schlagabtausch treten die langfristigen Ziele deutscher Außenpolitik zugunsten innenpolitisch motivierter Kampagnen in den Hintergrund. Die Verhinderung eines neuen Kalten Krieges mit der aufsteigenden Weltmacht China, geschürt aus einer gefährlichen Mischung aus Globalisierungsangst, Unwissen und Wahltaktik, ist ein zentrales Interesse für Deutschland und die westliche Welt.

Die Einbindung Chinas, aber auch die Menschenrechtspolitik sind viel zu wichtig, um einmal mehr als Spielball innenpolitischer Interessen und für eine Positionierung im Hinblick auf den Bundestagswahlkampf 2009 missbraucht zu werden.

Zum Artikel.


Chinese Foreign Policy in Hu’s Second Term

May 19, 2008

A report from a U.S. research institute looks at Chinese foreign policy in President Hu’s second term.

“China certainly feels more secure and confident in international affairs than it did before its rise. However, it has a peculiar sense of frustration related, ironically, to its rising power status. There are three aspects to this frustration.

First, many Chinese analysts have been frustrated about the so-called structural conflict between China as a rising power and the U.S. as the sole superpower in the post-Cold War world. They worry that the US has a hidden agenda to prevent China from rising as a peer power. As a result, they are cynical about U.S. criticism of China’s human rights records and lack of democracy and do not believe that the U.S. wants to see even a democratic China become richer and stronger than itself.

Second, its rapid economic growth has brought China an unprecedented resource shortage. Many Chinese elites are frustrated that China’s global search for resources has met with what Chinese perceive to be unfair pressure from the Western powers. Chinese scholars often cite the example that China’s CNOOC had to abandon its takeover bid for Unocal Corp in early 2005 because of unusual political intervention from the U.S. Congress.

Third, China’s rising power status, showcased in winning its bid to host the 2008 Olympic Games in Beijing, has brought not only celebration of China’s achievements but also intense international scrutiny of China’s domestic and foreign policy performance on issues such as pollution, human rights, Tibet, Taiwan, etc. China is also expected to take more responsibility and work with the international community to find solutions to crises from Darfur to Burma to North Korea. Beijing is worried that if China can match heightened foreign expectations, its cooperation is generating ‘excessive responsibilities’ that the government cannot or should not take.”

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German Minister Meets Dalai Lama Amid Protests

May 19, 2008

Germany’s development minister met the Dalai Lama in Berlin today, despite protests and sharp criticism from members of her political party.

Foreign policy expert Prof. Dr. Eberhard Sandschneider from the German think tank Deutsche Gesellschaft für Auswärtige Politik (German Council on Foreign Relations) described the meeting as a big political mistake.

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Anti-Israeli Subversion on Wikipedia

May 18, 2008
HonestReporting exposes anti-Israel activists manipulating the online encyclopedia.

“Wikipedia, the online encyclopedia anyone can edit, may strive for pure democracy, but that doesn’t mean it’s always fair. Our colleagues at CAMERA learned this the hard way last month when their effort to fight anti-Israel bias on Wikipedia ended in several members being banned from the site and bad press for the organization. CAMERA’s campaign involved recruiting volunteers and instructing them in the basics of Wikipedia participation. The Palestinian advocacy group, Electronic Intifada (EI), however, branded the effort ‘a plan to rewrite history’ and filed a bitter complaint with Wikipedia administrators, resulting in unusually stiff penalties for the CAMERA volunteers involved.”

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Wir sind Dalai Lama! Gehirnwäsche für Dummies

May 18, 2008

Ich stimme mit der Mathematik nicht überein. Ich meine, dass die Summe von Nullen eine gefährliche Zahl ist. (Stanislaw Jerzy Lec)

Öffentliche Meinungen – private Faulheiten. (Friedrich Nietzsche)

Guter Journalismus kann erstickt werden, aber er wird niemals konformistisch sein. (Hans Leyendecker)

Es hat sehr lange gedauert bis im Zusammenhang mit der Propaganda-Tournee des Sektenführers Dalai Lama quer durch Deutschland und der erbärmlichen Idolatrie in der Bevölkerung die ersten kritischen Artikel in den deutschen Medien erschienen. Bisher musste man von einer regelrechten Gleichschaltung der Presse sprechen, so identisch waren die abgeschmackten Lobhudeleien und devoten Anbiederungen von BILD bis Spiegel.

Zwei Hamburger retten die Ehre des deutschen Journalismus: Helmut Schmidt und Ulrich Wickert.

In der ZEIT hat sich Altbundeskanzler Helmut Schmidt zu Wort gemeldet (Tibet als Prüfstand) und mit Sachkenntnis auf die unmenschliche Situation der Bevölkerung Tibets unter dem buddhistischen Lama-Staat verwiesen.

In einem Video-Kommentar (Der Dalai Lama ist kein Heilsbringer) gibt der Journalist und Mitherausgeber des Nachrichtenportals Zoomer Ulrich Wickert seinen Senf dazu und verteidigt die Entscheidung von Bundespräsident Horst Köhler und Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier, den Dalai Lama nicht zu empfangen. “Mutig sein, heißt heute, den Dalai Lama nicht zu treffen”, so soll Steinmeier seinen – richtigen – Entschluß begründet haben.

In einem Artikel der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (Dalai sein ist alles) geht Nils Minkmar mit Ironie auf die so genannte Shugden-Affäre ein, die den Dalai Lama in schiere Rage versetzt.

Tibet-Experten Victoria und Victor Trimondi haben den Shugden-Fall, der jetzt immer mehr in das Licht der Öffentlichkeit gerät, ausführlich untersucht in dem Artikel Krieg der Orakelgötter – Shugden-Mönche beantragten gegen den Religionsführer eine Klage wegen Menschenrechtsverletzung beim Obersten Gericht Indiens.

Siehe auch unsere Artikel der vergangenen Monate:

- Unverdiente Auszeichnung: Bürgermeister von Paris macht Sektenführer Dalai Lama zum Ehrenbürger

- Der Dalai Lama – Sprücheklopfer für den Abreißkalender

- China und der Westen: Wie man Feindbilder erzeugt

- Aus gegebenem Anlass: Der Dalai Lama – ein Wolf im Schafspelz

- Der Dalai Lama: Bewußtsein ohne Gehirn?

- Buddhismus ist keine Religion des Friedens


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