Eine Glosse von Narcisse Caméléon, Ressortleiter Deppologie
“Es gibt keine Hoffnung ohne Angst und keine Angst ohne Hoffnung” verkündete einst der Philosoph Baruch de Spinoza.
11. September 2001, globaler Terror und Kriege, Epidemien, Finanzkrisen, aber auch Fortführung der digitalen Revolution, Einführung des Euro, listiger Sieg der historischen Vernunft i.e. Gleichstellung in den USA mit dem ersten schwarzen Präsidenten, und in Deutschland mit der ersten Frau als Bundeskanzlerin: Das erste Jahrzehnt des XXI. Jahrhunderts wird sicherlich als das Jahrzehnt der Angst und Hoffnung in die Geschichte eingehen.
Angesichts dieser schwebenden Dialektik zwischen Furcht und Aussicht, zwischen Demagogie und Pädagogie, zwischen Obskurantimus und Aufklärung, zwischen Manipulation und Emanzipation, stellt sich die Frage des kommenden Jahrzehnts: Was ist ein Menschenleben wert in einem vom Informationsüberfluss behafteten Zeitalter? Was ist der Menschen Leben im Zeitalter des “letzten Menschen”, in dem Freizeit Freiheit definitiv begraben hat?
Was ist der Menschen Leben?
von Friedrich Hölderlin (1770-1843)
Was ist der Menschen Leben? ein Bild der Gottheit.
Wie unter dem Himmel wandeln die Irdischen alle, sehen
Sie diesen. Lesend aber gleichsam, wie
In einer Schrift, die Unendlichkeit nachahmen und den /Reichtum
Menschen. Ist der einfältige Himmel
Denn reich? Wie Blüten sind ja
Silberne Wolken. Es regnet aber von daher
Der Tau und das Feuchte. Wenn aber
Das Blau ist ausgelöschet, das Einfältige, scheint
Das Matte, das dem Marmelstein gleichet, wie Erz,
Anzeige des Reichtums.