Yom Hashoa - Gedenktag für die Opfer und Helden des Holocaust

Wednesday, April 30, 2008
Heute Abend beginnt Yom Hashoa, Israels nationaler Gedenktag für die Opfer des Holocaust und die Helden des Widerstandes. Er wird jedes Jahr nach dem hebräischen Kalender am 27. Nissan begangen.

Ursprünglich war als Datum der 15. Nissan vorgeschlagen worden, der Tag des Aufstands im Warschauer Ghetto (19. April 1943). Dieser Vorschlag wurde aber schließlich verworfen, da zum selben Zeitpunkt das Pessach-Fest stattfindet. Das jetzige Datum liegt genau eine Woche vor dem Gedenktag an die für den Staat Israel gefallenen Soldaten und acht Tage vor dem israelischen Unabhängigkeitstag. 1959 wurde Yom Hashoa vom ersten Ministerpräsidenten des Staates Israel, David Ben-Gurion, eingeführt.

Zur Eröffnungszeremonie am Abend werden in der Jerusalemer Holocaust-Gedenkstätte  Yad Vashem sechs  Fackeln entzündet, die symbolisch für die sechs Millionen jüdischer Opfer stehen. Am nächsten Morgen heulen im gesamten Land um 10 Uhr für zwei Minuten die Sirenen. Der öffentliche Nahverkehr und normalerweise auch alle anderen Fahrzeuge halten an, die Passanten bleiben schweigend stehen.

Während des Gedenktages Yom Hashoa bleiben alle Vergnügungsstätten geschlossen, im Funk und Fernsehen laufen keine Unterhaltungssendungen, sondern Trauermusik und Dokumentationen zum Holocaust. Alle Flaggen wehen auf Halbmast.


Darfur Survivor Speaks at United Nations Human Rights Council

Friday, April 18, 2008
Despite continuing reports of Sudanese involvement in the killing, rape, and displacement of many thousands in Darfur, the Khartoum regime was celebrated for its “cooperation” at the recently concluded session of the UN Human Rights Council.

Sudan’s allies from the African, Islamic groups and Non-Aligned blocs lined up to praise Khartoum, a position that was formalized in a consensus resolution welcoming the collaboration of the government of Sudan.

Gibreil Hamid, a survivor from Darfur, took the floor on behalf of UN Watch to confront the impunity granted to Sudan.

See full text below.

UN Watch Takes on Sudan and its Allies

UN Human Rights Council, 7th Session
Interactive Dialogue with UN Special Rapporteur on Sudan
UN Watch Statement Delivered by Gibreil Hamid, March 17, 2008

Thank you, Mr. President.

I speak on behalf of UN Watch. We thank the Special Rapporteur for her excellent work for the victims of Darfur.

Mr. President, I am from Darfur, and I know the truth about what is happening there. The truth can be found in today’s report.

The report shows how the Government of Sudan is violating human rights and international humanitarian law, with physical assaults, abductions and rape. In October, Government forces attacked Muhajiriya. People praying in a mosque were rounded up, and forty-eight civilians were killed.   In November, Government planes dropped bombs on Habila. The attackers entered the villages, shooting, stealing animals and setting fire to houses.

On 2 December, in West Darfur, armed men attacked a group of ten women and girls. A sixteen-year-old girl from the group was gang raped, and at least three other women were whipped and beaten with axes. Police and soldiers refused to help.

Today’s report says that violence against women in Darfur is continuing. There is no improvement. There is no justice. The attackers enjoy immunity.

Mr. President, in the name of basic human rights, UN Watch urges Sudan to end these attacks against innocent civilians. UN Watch asks this Council to please stop praising Sudan for its “cooperation.” Mr. President, attacking little girls is not “cooperation.”

We wish to ask the rapporteur: What further action is she planning to protect the victims of Darfur?

Thank you, Mr. President.


Historian Saul Friedländer awarded Pulitzer Prize

Wednesday, April 9, 2008
The Holocaust historian Saul Friedländer has won a Pulitzer Prize. Friedländer, 75, was awarded the prestigious prize in the non-fiction category for his book The Years of Extermination: Nazi Germany and the Jews, 1939-1945.

The American award is regarded as the highest national honor in print journalism, literary achievements and musical composition.

The Czech-born Friedländer survived the Holocaust and moved to Israel, eventually winning the nation’s top civilian honor, the Israel Prize, for his scholarship. He currently serves as a UCLA professor. Jewish composer David Lang, co-founder and co-artistic director of the music collective Bang on a Can, was awarded a Pulitzer in music for his composition The Little Match Girl Passion. The famed Jewish singer and songwriter Bob Dylan also received a special Pulitzer award.


Das Versagen der Eliten: “Das Dritte Reich und die Juden” von Saul Friedländer

Sunday, April 6, 2008

Ich lasse eben alle Antisemiten erschießen. (Friedrich Nietzsche, Abschiedsbrief aus Turin im Januar 1889 an seinen Freund Overbeck)

Die Juden sind unter bloßen Deutschen immer die höhere Rasse gewesen -  feiner,  geistiger,  liebenswürdiger….. Mein  Stolz  ist,  dass  man  mich  überall  liebt  und auszeichnet, außer in Europas Flachland Deutschland. (Friedrich Nietzsche, Brief an seinen Freund Overbeck, 24.03.1887)

Europa ist gerade in Hinsicht auf Logisierung, auf reinlichere Kopf-Gewohnheiten den Juden nicht wenig Dank schuldig; voran die Deutschen, als eine beklagenswert deraisonnable Rasse, der man auch heute immer noch zuerst ‘den Kopf zu waschen hat’. Überall, wo Juden zu Einfluß gekommen sind, haben sie feiner zu scheiden, schärfer zu folgern, heller und sauberer zu schreiben gelehrt: ihre Aufgabe war es immer ein Volk ‘zur Raison’ zu bringen. (Friedrich Nietzsche, Jenseits von Gut und Böse)

Eine Rezension von Dr. Hans-Peter Raddatz
Orientalist und Publizist

“Das Dritte Reich und die Juden” von Saul Friedländer

Der Rezensent, der sich selbst - aus anderem, kulturhistorischem Blickwinkel - mit dem Antisemitismus befasst hat, ist von Hause aus weniger versucht, sich lediglich undifferenziert dem Chor der weit überwiegend sehr positiven, aber zumeist zu allgemein gehaltenen Besprechungen anzuschließen. Umschreibungen wie “Stimmen aus der Hölle”, Schrei aus der Asche” etc. treffen zwar schlaglichtartig zu, werden aber der Grundaussage des vorliegenden Werks, das im Herbst 2007 mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels geehrt wurde, nicht wirklich gerecht.

Sein so epochales wie beklemmendes Buch über die Entstehung und Durchführung der Judenvernichtung durch das Dritte Reich teilt Friedländer in zwei große Abschnitte - Jahre der Verfolgung (1933 - 1939) und Jahre der Vernichtung (1939 - 1945), wobei der erste Teil 1998, der zweite 2006 erschienen ist und anlässlich der Preisverleihung beide zu einem Band zusammengefasst wurden.

Unter vielem anderen beschreibt Saul Friedländer, dessen Eltern in Auschwitz ermordet wurden, einen Vorgang, der in des Autors einmaliger Kombination von historischer Analyse und literarischer Erzählkunst eine wichtige Schlüsselrolle spielt.

Es ging um ein dringendes Hilfsersuchen eines slowakischen Rabbiners an die Führungen in den USA und Großbritannien, die Bahnlinie von Ungarn nach Polen zu bombardieren, um die endgültige Vernichtung der ungarischen Juden zu stoppen. Dabei waren zwei Aspekte zu berücksichtigen: Zum einen hatten die Nazis inzwischen eine im wahren Wortsinne tödliche “Routine” und ein enormes Tempo bei den Transporten aus Ungarn entwickelt, das der sich dramatisch verschlechternden Kriegslage entsprach, zum anderen war in ganz Europa die Erkenntnis gedämmert, dass der eigene Antisemitismus vielerorts die Verwaltungen in einer Weise motivierte, die den Nazis die Aufgabe vor Ort erheblich erleichterte.

Dies traf in besonderem Maße auch auf die Ungarn zu, die es - im Gegensatz zu Rumänien - zuließen, dass in kürzester Zeit die erste Hälfte von etwa 800.000 Juden in den Gaskammern verschwand.

Friedländers ungewöhnliche Verbindung aus weltgeschichtlichen Lageschilderungen, Entwicklungssträngen auf den wichtigsten Ebenen der Politik, Universität, Kirchen und Medien sowie Tagebucheinträgen von Juden - arbeitet ein detailliertes Bild der Szenarien heraus, die es ermöglichten, dass eine Gruppe von Verbrechern die Führung des deutschen Staates übernehmen konnte und bei der Entwicklung ihrer Vernichtungspolitik durch die Mehrheit der anderen Kulturstaaten Europas nicht gestört wurde. Im Gegenteil, indem deren Führungen das Berliner Regime durch eine palliative Anbiederungshaltung eher bestärkten - wie es oft hieß, “um Schlimmeres zu verhüten” - gewannen Hitler und seine Helfer, die anfangs über keinerlei Konzept verfügten, erst jene Denkanstöße und vor allem die Zeit, die sie brauchten, um ihr letztliches “Endziel” in Szene zu setzen.

Mit seiner mehrschichtigen Schilderungsmethode öffnet Friedländer seinen Lesern völlig neue Einblicke in die unglaubliche Mediokrität der “verantwortlichen” Akteure, aus der sich die dann fast schon so banale (Hannah Arendt) wie logische Konsequenz des Massenmords ergab. Um einem angeblichen Angriff Stalins, der “bolschewistischen Marionette des internationalen Judentums” zuvorzukommen, begann Hitler am 1. September 1939 den Zweiten Weltkrieg, der sich untrennbar mit seiner Absicht verband, “alle Juden von dieser Erde zu vertilgen”. Nur so läßt sich die mörderische Konsequenz verstehen, mit der Wehrmacht und SS von Anbeginn vorgingen.

Nachdem die Massenerschießungen der ersten Kriegsjahre abgeschlossen, etwa zwei Millionen Juden umgebracht und die Ghettos im Osten eingerichtet waren, trat 1942 eine etwa einjährige “beruhigte Phase” ein, bevor die NS-Führung zur Errichtung der großen Vernichtungslager und systematischen Deportation der europäischen Juden überging. Beginnend im Westen - Frankreich, Holland, Belgien - breitete sich über das “Altreich” die berüchtigte Welle der Todestransporte nach Osten aus, die weitere drei Millionen Menschen - nun in die Gaswagen, Gaskeller und Verbrennungsöfen von Chelno, Auschwitz, Majdanek, Treblinka etc.- schickten und im Frühjahr 1944 schließlich in Ungarn angekommen war.

Mit fortschreitender Zeit ließen Hitler und Goebbels im Bereich der propagandistischen Vorbereitung sowie Himmler und Heydrich - später auch Eichmann und Bormann - in der organisatorischen Durchführung des Massenmords keinen Zweifel daran, dass sich ihr Krieg gegen das Judentum als den eigentlichen Hauptfeind richtete, der hinter dem US-Kapitalismus und SU-Bolschewismus seine perfiden Fäden zog. Spätestens nach der Wende in Stalingrad, in deren Folge die Todeslager errichtet wurden, zeigte sich diese unmittelbare, paranoide Verknüpfung des Krieges mit der Judenvernichtung, die sich umso frenetischer verstärken musste, je bedrängter die Lage der Nazis nach Landung der Amerikaner in Italien und Griechenland bzw. wenig später in Frankreich wurde.

Dies war der Hintergrund, vor dem die Alliierten standen, als sie der Hilferuf des Rabbiners aus Europa erreichte. Gerade weil die Deutschen zu jener Zeit noch erbitterten Widerstand gegen das amerikanische Vorrücken nach Norden leisteten, war das Bombardement von Gleisen eine umso notwendigere Maßnahme, zumal sie in weit größerem Umfang dem Transport von Nachschub als dem von Juden dienten. Deren Schicksal war allerdings seit Jahren bekannt und interessierte in der Endphase des Krieges weniger als je zuvor, weil die Alliierten andere Prioritäten verfolgten. Die Amerikaner antworteten:

“Das Kriegsministerium ist der Ansicht, dass die vorgeschlagene Luftoperation nicht praktikabel ist. Sie ließe sich nur durch den Abzug beträchtlicher Luftunterstützung durchführen, die für den Erfolg unserer Truppen unentbehrlich ist, welche jetzt in entscheidende Operationen verwickelt sind … ” Wenngleich im Gegenteil diese Operationen ein solches Bombardement ohne unzumutbaren Zusatzaufwand hätten enthalten können, sah man darin nur ein Unternehmen von “…in jedem Fall zweifelhafter Wirksamkeit. Das Kriegsministerium hat volles Verständnis für die humanitären Motive, die zu diesem Vorschlag Anlass gegeben haben, aber aus den obengenannte Gründen erscheint die vorgeschlagene Operation nicht gerechtfertigt” (Friedländer, 1010f.).

Die Engländer antworteten überhaupt nicht, schienen aber mit der ihnen offenbar lästigen Notlage der Juden bestens vertraut. Premier Anthony Eden mokierte sich über den “typisch unhilfreichen Brief” und empfahl süffisant, ihn an den “vehementen Zionisten” Weizmann weiterzureichen, um darüber mit Kriegsminister Sinclair zu sprechen, eine Maßnahme, die den Kämpfer für den Judenstaat lediglich auf zynische Weise beschäftigt halten sollte.

Was Friedländer hier am Hauptstrang seiner Darstellung beispielhaft vorführt, zieht sich in zahlreichen Variationen durch das gesamte Buch: die fatale Funktion einer willfährigen Bürokratie und die zumindest passive Kollaboration der westlichen Eliten mit Hitlers totalitärem Regime, wobei auch und vor allem die Kirchen nicht verschont bleiben. Wer glaubte, daß die zweifellos tendenziösen Darstellungen Rolf Hochhuths und John Cornwells über Pius XII. dessen Image positiv korrigieren könnten, sieht sich durch Friedländers Bild, dem bislang unbekannte Dokumente zugänglich gemacht wurden, getäuscht: “Mit Blick auf die gesamte Skala der Naziverbrechen kann man die Politik Pius’ XII. in der ersten Phase des Krieges als ein Musterbeispiel selektiver Beschwichtigung definieren” (454). Der französische Kardinal Tisserant klagte: “Ich fürchte, die Geschichte wird dem Heiligen Stuhl vorzuwerfen haben, er habe eine Politik der Bequemlichkeit für sich selbst verfolgt, und nicht viel mehr”.

Auch im weiteren Verlauf hat sich daran nicht viel geändert. Pius’ Hinweis, seinen Bischöfen vor Ort “große Entscheidungsfreiheit” gelassen zu haben, erschien fast noch zynischer als Edens Umgang mit Weizmann. Denn wer wollte bei der sprichwörtlich strengen Kirchenhierarchie von den Oberhirten irgendwelche Alleingänge erwarten, wenn der Pontifex kein Beispiel gab? Jedenfalls gingen die Versuche, die Todestransporte aus Italien und schließlich Rom selbst zu stoppen, von nichtkirchlichen Initiativen aus: “Persönlich war er (der Papst) an keiner der Rettungsaktionen in Italien beteiligt” (955).

So ist es denn auch bei wenigen Ausnahmen geblieben, unter denen der Berliner Bischof Preysing hervorzuheben ist. Seine Appelle an den Heiligen Stuhl, die zwischen 1941 und 1943 mit der Grausamkeit der Evakuierungen auch an Dringlichkeit zunahmen, blieben freilich ohne Resonanz. Lediglich Nuntius Cesare Orsenigo, Antisemit und Nazifreund, ließ sich wohlmeinend vernehmen: “Nächstenliebe ist schön und gut, aber die größte Nächstenliebe besteht darin, der Kirche keine Schwierigkeiten zu bereiten” (898).

Wenig besser stellten sich die Umstände bei der Protestantischen Kirche. Aus ihr ging die “Bekennende Kirche” hervor, die sich bei näherem Hinsehen als Popanz erwies. Indem sie ihre Existenz aus dem “Arierparagraphen” herleitete, der allerdings nur auf ein Promille der Pastoren (18 von 18000) angewendet wurde, nahm sie einen chimärenhaft schillernden Charakter an, der ihr ein “Bekenntnis” gegen die Gewalt ersparte.

Ihre Ikonen bekannten sich denn auch eher zum Regime als zu den theoretischen Grundsätzen der Kirche. Martin Niemöller waren die
Juden “unsympathisch und fremd”, und Friedrich Bonhoeffer mußte später das Märtyrertum auf sich nehmen, obwohl er sich mit dem alten Klischee des “Gottesmords” zu schützen suchte: “Niemals ist in der Kirche Christi der Gedanke verloren gegangen, dass das ‘auserwählte Volk’, das den Erlöser der Welt ans Kreuz schlug, in langer Leidensgeschichte den Fluch seines Tuns tragen muss (58).

Der Vollständigkeit halber ist zu erwähnen, dass ihr nationales Gegenstück, der Münchner Kardinal Faulhaber, sich der Einfachheit halber den Machthabern gleich unmissverständlich unterwarf, um nicht “der Regierung Grund zu geben, die Judenhetze in eine Jesuitenhetze umzubiegen” (56). Überdies hielt auch er sich an die bewährten Stereotypen des Antisemitismus: “Die Tochter Sion erhielt den Scheidebrief, und seither wandert der ewige Ahasver ruhelos über die Erde … (61).

Unter solchen Umständen schien es vermessen, von den Intellektuellen in den Universitäten klarere Konturen selbständigen Denkens und Handelns zu erwarten. Der “Freiburger Kreis”, bestehend aus Professoren diverser Fachschaften, der sich als Reaktion auf die Pogrome der “Reichskristallnacht” 1938 gebildet hatte und beiden Kirchen nahestand, gab eine die Gewalt relativierende, im Kern antijüdische Denkschrift heraus, die von Historikern als aus “schizophrener Atmosphäre” entstanden eingestuft wird. Sie steht stellvertretend für das Faszinosum der Macht, das zu allen Zeiten die Intellektuellen danach drängte und weiterhin drängt, durch den Dienst für die Herrschenden selbst zu Trägern des Weltbilds, des “Mainstream”, zu werden, eine uralte Dynamik, die in der Totalitarismusforschung “charismatische Konkurrenz” genannt wird.

Eindringlich schildert Friedländer, wie rasch und selbstverständlich das rassistische Charisma - unabhängig vom Bildungsstand - um sich griff und die Judenheit, erst in Deutschland, dann in ganz Europa, regelrecht einkreiste, In seinen Hasstiraden setzte Hitler das Tempo und verkündete ab 1936 immer ungehemmter die “Prophezeiung” seiner Mission: die Befreiung der Menschheit sowohl “von einer übermenschlichen Kraft, welche die Völker ins Verderben trieb, als auch einer untermenschlichen Ursache von Ansteckung, Zerfall und Tod” (115).

Mit dem Zentrum Deutschland breitete sich dieser politreligiöse “Erlösungsantisemitismus” in konzentrischen Kreisen in Europa aus. Wenn England davon ausgenommen bleib, so betraf dies nur die militärische Besetzung, nicht jedoch den Antisemitismus, der insbesondere unter den britischen Eliten grassierte. Als unerbittliche Konsequenz ergab sich ein ganz legitim erscheinender “Fortschritt” tödlicher “Ausmerzung”, in dem es Himmler seinen SS-Vollstreckern bekanntlich hoch anrechnete, in der Anstrengung des Mordens “anständig geblieben zu sein”.

Bei diesem übernatürlichen Auftrag, der Befreiung von den “Scharen keimtragender Ratten” und der Immunisierung des “arischen Volkskörpers” gegen die “untermenschliche Pest” war es klar, dass sich der “Ewige Jude” seine Auslöschung selbst zuzuschreiben hatte. Dabei lag dem “Reichsleiter” die mentale Entlastung seiner Leute zuoberst am Herzen, denn trotz aller Propaganda erschien das massenhafte Töten letztlich doch nicht als “Erlösung”, sondern offenbar als eine Arbeit ganz besonderer Art, bei deren Erledigung allerdings die eigene “Kultur” hilfreich wirksam sein konnte:

“Heilige Pflicht der höheren Führer und Kommandeure ist es, persönlich dafür zu sorgen, dass keiner unserer Männer, die diese schwere Pflicht zu erfüllen haben, jemals verroht … Diese Aufgabe wird erfüllt durch schärfste Disziplin bei den dienstlichen Obliegenheiten, durch kameradschaftliches Beisammensein am Abend des Tages, der eine solche schwere Aufgabe mit sich gebracht hat. Das kameradschaftliche Beisammensein darf aber niemals mit Alkoholmissbrauch enden”. Nach Himmlers ideellen Vorstellungen deutscher Kultur soll es “ein Abend sein, an dem, den Möglichkeiten entsprechend, in bester deutscher häuslicher Form zu Tisch gesessen und gegessen wird und an dem Musik, Vorträge und das Hineinführen unserer Männer in die schönen Gebiete deutschen Geistes- und Gemütslebens die stunden auszufüllen haben” (644).

Hier schloss sich nicht nur der Kreis zu Kardinal Faulhaber, der es als “Vorzug” seiner Zeit sah, “auf der Höhe des Reiches … das Vorbild einer einfachen und nüchternen, alkohol- und nikotinfreien Lebensführung” (320) zu haben; auch die “Lebensführung” der Nazi-Eliten selbst bestätigte das “Dasein zum Tode”, jene nihilistische Existenzform, die dem Philosophen Martin Heidegger das “Eine, was Not tut” nahe legte und ihm daher den rigorosen Tatzwang der Nazis so sympathisch erscheinen ließ: “Erst später wurde uns klar, dass dieses Eine eigentlich nichts war, eine pure Entschlossenheit, von der nicht feststand Wozu? (Karl Löwith).

Über die unablässigen Sprachmantren des Dritten Reichs, insbesondere die Hassspiralen des “Führers”, gelang es offenbar, die Imagination vom Juden als metaphysischem Epochenfeind in die Realität des physischen Kriegfeinds zu überführen. Ausgehend von der romantischen Ich-Esoterik des 19. Jahrhunderts über Nietzsches “Übermensch-Rhetorik bis hin zu Heideggers “Dasein zum Tode” war eine säkulare Politreligion entstanden, welche sich die “pure Entschlossenheit” aneignete und in die unsichere Leerstelle des “Wozu” das sichere Endziel der Judenvernichtung einsetzte. Dieses Muster steht nicht zuletzt auch für die Macht selbst, deren “pure Entschlossenheit” im Machterhalt und im Arrangement mit allem besteht, das diesem Ziel nützt.

Vor diesem Hintergrund verwundert kaum, dass Hitler vielen als moderner Messias erschien, der sich auf der Basis eines latent grassierenden Antisemitismus in Politik, Bildung und Religion “Respekt”, wenn nicht heimliche Bewunderung verschaffte. Den Apokalyptikern unter ihnen erschien er gar als “Heiliger Henker” (Hyam Maccoby), der an den Juden die sowohl christliche wie islamische Endzeitvorstellung ihrer heilsgeschichtlich notwendigen Vernichtung vollzog.

Es spricht wenig, wenn gar nichts dafür, dass diese Art der übergeschichtlichen Zielbewusstheit, die der Machtoptimierung dient und geschichtlich nur in ihren Graden der Rigorosität schwankt, der Vergangenheit angehört. Im Gegenteil, Friedländers interaktives Schichtensystem aus Weltpolitik, lokaler Kollaboration mit dem Gewaltregime und den persönlichen Aufzeichnungen der jüdischen Beobachter fügt sich nicht nur zu einem dynamischen Gewebe mit großer, authentischer Informationsfülle und Überzeugungskraft zusammen; es zeigt auch und vor allem, daß eine vergleichbare Entwicklung jederzeit wiederholbar ist, wenn die Randbedingungen hinreichend vergleichbar sind.

Wie die Geschichte allgemein und Friedländers beklemmende Zeitgeschichte speziell bestätigen, lässen sich gleichartige Muster feststellen, die immer wieder aufleben, wenn einige wesentliche Bedingungen in ausreichendem Umfang erfüllt sind: eine ideologisch und vor allem wirtschaftlich attraktive Alternative, korrupte Eliten, d.h. verfallende Bildung, verarmende Massen, d.h. steuerbarer Pöbel und die religiöse und/oder wirtschaftliche Legitimierung von Gewalt.

Entsprechend distanziert gestalten sich die Erzählstränge des Autors, obwohl er als Jude ein wahrlich Betroffener und mit dem Verlust seiner Eltern und dem Gang seiner Kindheit und Jugend ein tragisch Getroffener ist. Umso weniger lässt die Einschätzung des Historikers Hans Mommsen bestätigen, der zufolge Friedländer “bewusst auf wissenschaftliche Distanz verzichtet”. Es ist zu hoffen, dass Mommsen dieses Urteil - wenngleich es ebenfalls irrtümlich wäre - nur der narrativen Erzählstruktur anlastet und sich nicht aus seinem alten Kampf gegen die deutsche Öffentlichkeit herleitet.

Sie drückt sich nach seiner Einschätzung vor ihrer Verantwortung, indem sie ihre Schuld auf die Nazigrößen abzuwälzen sucht. Damit setzt er allerdings exakt jenen Opfer/Täter-Tausch fort, den Friedländer mit seiner Methode beispielhaft offen legt. Wer noch zweifeln möchte, den überzeugt Mommsen selbst. Er bedient sich des “Grassismus”, jener eigentümlichen Welle von Spätbekennern wie Grass, Jens, Broszat, Lübbe und anderen, die ihre Mitgliedschaft zur NSDAP und anderen NS-Organisationen “aus Furcht vor Diffamierung” verschwiegen. Dass sie alle vorgaben, mehr oder weniger weit links zu stehen, zeigt die Austauschbarkeit der liberalen Extreme, deren Kritik jedoch als “typisch und verlogen” (Mommsen) zu gelten hat.

Auffällig ist an den Spätbekennern ihre fatale, ideologische Nähe zu den sogenannten “Anti-Deutschen”, einer Gruppierung radikaler Linker, die erheblichen Einfluss in Politik und Medien hat, obwohl sie unter Kontrolle des Verfassungsschutzes steht. Die strukturelle Ähnlichkeit besteht vor allem darin, dass diese Gruppe vorgibt, gegen den Antisemitismus zu kämpfen, obwohl sie ihrerseits jeden bekämpft und diffamiert, der sich für Israel einsetzt. Mithin lässt sich feststellen, dass hier wohl einer der sichersten Deckmäntel überhaupt gefunden wurde.

So wie Grass, Jens & Co. als offene Linke und kryptisierte Altnazis auftraten, agieren die “Anti-Deutschen” als kryptisierte Antisemiten, die sich den Anschein von Israel-Kämpfern geben und gleichzeitig mit Islamisten paktieren. Auch wenn Friedländers Werk keinen Einfluss auf diese zynische Konstellation haben wird, so ändert das nichts an seiner menschlichen Dimension, die weit über den Tag hinausreicht. Wer das Privileg hatte, bei der Preisverleihung in der Frankfurter Paulskirche zugegen zu sein, konnte zum Zeugen dafür werden, mit welch versöhnender Energie Paul Friedländer, der zum Saul Friedländer wurde, einen erheblichen Teil seines Lebens diesem so entsetzenden wie ergreifenden Buch gewidmet hat.

Mit freundlicher Genehmigung von Dr. Hans-Peter Raddatz.


Egypt and Iran prevent California activist from addressing United Nations Human Rights Council

Thursday, March 20, 2008
Geneva, March 19, 2008 - In testimony this week before the United Nations Human Rights Council, StandWithUs International Director and CEO Roz Rothstein provoked the ire of Egypt and Iran when she addressed issues of racism in Darfur and Holocaust denial by Iran’s President Ahmadinejad.

Delivering a statement on behalf of UN Watch, the Geneva-based human rights organization, Rothstein’s speech was interrupted by an objection from the Egyptian representative, a leader in the Arab and African blocs, after she dared to mention the killings in Darfur. When she resumed speaking, her mention of anti-Semitism by Iran’s leader was quickly interrupted by the Iranian envoy, who formally objected to any mention of Iran on a discussion of racism.

As a result of the repeated objections and the chairman’s caution, Rothstein was denied the right to read her section on the anti-Semitic incitement of Hamas and Hezbollah and the murder of 8 students from Jerusalem while Hamas distributed candy in Gaza. However, the full written statement will form part of the official U.N. record. Interruptions of NGO statements are rare, and generally indicate acute sensitivity on the part of the objecting party.

“What we saw today from Iran is that the truth hurts,” said Hillel Neuer, UN Watch executive director. “Our statement dared to speak truth to power. It is a sad day for free speech and the founding principles of the United Nations when NGOs are denied the right to name racists in a debate supposedly dedicated to the subject of racism.”

UN Watch Oral Statement
Agenda Item 9: Review of Mandate of UN Special Rapporteur on Racism Doudou Diène

UN Human Rights Council, 7th Session, March 19, 2008

Statement delivered by Roz Rothstein

Thank you, Mr. President.
We strongly support renewing the mandate against racism. We wish to address the draft resolution that is before us.

For me, the issue of racism is not academic. My parents survived the Nazi Holocaust. Eighty of my relatives were murdered.

Mr. President, I know what racism, hatred and anti- Semitism can lead to. What began with racist words, ended with genocide.

The United Nations and its Commission on Human Rights were created to prevent such evil from ever happening again. Tragically, however, it has happened-in Cambodia, Rwanda, and today in Darfur.

Equally, the evil of anti-Semitism continues to rear its ugly head, and it is rightly addressed in the proposed resolution. There are many examples. Iran’s President Ahmadinejad actively promotes Holocaust denial, and calls for eliminating the Jewish state. We salute the expert on racism for condemning this.

Hamas and Hezbollah, however, systematically promote the same kind of genocidal anti-Semitism in their sermons, websites and media broadcasts. A terrorist translated this incitement into deed in Jerusalem two weeks ago, murdering eight young Jewish students in a religious school. And in Gaza, the Hamas government-who’s Charter openly advocates killing Jews and destroying the Jewish state-passed out candy to celebrate.

Organizations such as StandWithUs are doing vital work to educate against hatred. But the UN and all nations gathered here, must do more to fight words that kill.

At Durban in 2001, a conference meant to combat racism saw some of the worst displays of anti- Semitism since the Holocaust. Leaflets were distributed with Hitler’s picture, calling for the destruction of Israel.

As this Council prepares the 2009 follow-up conference, its noble goals must not be hijacked by the forces of intolerance. Nations must rise to defeat words that kill. For all these reasons, we support a strong mandate to combat racism. Thank you, Mr. President.


Contemporary Islamist anti-Semitism and the Third Reich

Friday, March 14, 2008
Conference of the American Enterprise Institute (AEI) with German scholar Matthias Küntzel: Anti-Semitism and the War on Terror

Start: Wednesday, March 19, 2008 2:00 PM

End: Wednesday, March 19, 2008 3:30 PM

Location: Wohlstetter Conference Center, Twelfth Floor, AEI
1150 Seventeenth Street, N.W., Washington, D.C. 20036

Please note that all registrants will be required to provide government-issued identification and a valid business card in order to attend this conference.

In the ongoing discussion of the war against the terror masters, anti-Semitism remains a central theme. As this prejudice continues to gain strength all over the world, its relationship to the preeminent threat against the West deserves special consideration.

German scholar Matthias Küntzel is the author of the widely discussed book Jihad and Jew-Hatred: Islamism, Nazism and the Roots of 9/11 (Telos Press, 2007). Küntzel’s central thesis is that a great deal of contemporary Islamist anti-Semitism comes directly from the Third Reich, that it was institutionalized in the Middle East during the Second World War, and that is has grown ever since, thanks to organizations and individuals who - in many cases - received direct ideological, political, and financial support from the Nazis and who are still very active.

Please join us as Matthias Küntzel and AEI’s Michael A. Ledeen and Michael Novak discuss this argument and its implications for the struggle against violent fundamentalists and anti-Semitism in the world today.

1:45 p.m. Registration

2:00 Panelists: Matthias Küntzel, Hebrew University of Jerusalem & Michael Novak, AEI

Moderator: Michael A. Ledeen, AEI

3:30 Adjournment

Media Inquiries
Veronique Rodman
American Enterprise Institute
1150 Seventeenth Street, N.W.
Washington, DC 20036
Phone: 202-862-4870
E-mail: VRodman@aei.org


Swiss television under fire for Nazi camp interview of far-right politician

Monday, February 11, 2008
Switzerland’s broadcaster, SF1, is facing criticism for filming an interview with a far-right politician on the site of the former Nazi concentration camp at Buchenwald without permission.

SF1 TV interviewed Christoph Mörgeli, a lawmaker with the far-right Swiss People’s Party (SVP), at the camp site in eastern Germany last Thursday.

Mörgeli is at the centre of a political storm in Switzerland after alleging that the country’s federal president Pascal Couchepin, had deliberately made a pun comparing him to the infamous Nazi surgeon Josef Mengele during a parliamentary debate. Couchepin insists that his reference to “Doctor Morgele” as the infamous Auschwitz doctor had been a slip of the tongue.

In a statement, the Buchenwald Memorial Foundation criticized what it called the use of the camp for an internal Swiss political argument, and demanded an apology from both Mörgeli and SF1. “Never before have a politician or broadcaster disregarded our rules in such a way,” foundation head Prof. Dr. Volkhard Knigge said. Filming is only allowed in Buchenwald for documentaries or other programmes which depict the Nazi crimes committed there.

At least 56,000 people were killed at the camp from 1937 until it was liberated by the Third US Army in April 1945. SF1 said it was pure coincidence that Mörgeli happened to be at Buchenwald when they contacted him for an interview over the Couchepin affair. The broadcaster said the interview was filmed just outside the actual camp, but conceded that a ‘neutral venue’ would have been more appropriate.

Mörgeli denied using his visit to Buchenwald to score political points. He continued his attack on Couchepin, telling Swiss newspaper ‘Le Matin’ that the president should resign over his remarks. “If people could hear what he said, they would not want Pascal Couchepin to be president of Switzerland,” he said.

The president of the Swiss Jewish Community Federation, Alfred Donath, defended Couchepin and said that it was Mörgeli who should apologize for exploiting what he called the Swiss president’s “gaffe”.


Politikwissenschaftler Zeev Sternhell erhält Israel-Preis

Friday, February 8, 2008

Zeev Sternhell, Professor an der Hebräischen Universität Jerusalem, erhält den diesjährigen Israel-Preis für Politische Wissenschaften.

Dies teilte Erziehungsministerin Yuli Tamir gestern mit. Der Politologe wird mit dieser Auszeichnung als „einer der landes- und weltweit herausragenden Forscher auf dem Feld des politischen Denkens” geehrt. Neben seinen wissenschaftlichen Tätigkeiten veröffentlicht der bekannte Faschismusforscher regelmäßig Kommentare in der Haaretz.

Sternhell, dem der Preis am Unabhängigkeitstag verliehen werden wird, zeigte sich sehr erfreut und sagte, dies sei eine Auszeichnung für „jahrzehntelanges wissenschaftliches Arbeiten”. Die Mitglieder des Auswahlkomitees, die Professoren Shlomo Avineri, Ella Balfer und Avraham Brichta, teilten mit: „Seine innovativen und in viele Sprachen übersetzten Forschungen in der Politikwissenschaft haben zu einem signifikanten Wandel innerhalb der scientific community in Hinsicht auf ideologische Bewegungen im Allgemeinen und radikale Bewegungen im Besonderen geführt. Prof. Sternhell ist ein Intellektueller, der auch am öffentlichen Diskurs in Israel und der Welt teilnimmt, und seine Ansichten beruhen, auch wenn ihr Ton oft kritisch ist, auf einer tiefen Verbundenheit zu Staat und Gesellschaft in Israel her.”

Sternhell wurde 1935 in Galizien geboren und überlebte den Holocaust „mit ‚arischen Papieren’, durch die Hilfe zweier Familien von Gerechten unter den Völkern, viel Glück und nicht wenig Geld”, wie er selbst schreibt. Nach Kriegsende lebte er bei einer Tante in Frankreich, von wo aus er 1951 mit der Jugend-Aliya nach Israel einwanderte. „Der Unabhängigkeitskrieg beflügelte meine Phantasie, die Entscheidung zur Einwanderung nach Israel war eine persönliche, die von einer zionistischen Familiengeschichte und meinem eigenen Willen, zum Aufbau des Judenstaates beizutragen, herrührt.”

© Haaretz, 08.02.2008


Kenya’s Violence

Friday, February 8, 2008

The Economist reports on the violence in Kisumu, Kenya’s third-largest city and capital of the Luos, the ethnic group of opposition leader Raila Odinga.

It says that across the country, “the mood is so febrile that it is hard to see how the social fabric can be restored.”

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Krupp-Manager und Lebensretter Berthold Beitz: “Das Geheimnis des Glücks ist die Freiheit, und das Geheimnis der Freiheit ist der Mut”

Saturday, February 2, 2008

Von der Schindler-Liste weiß inzwischen jeder. Von der Liste des Berthold Beitz (heute 94, Ehrenvorsitzender des Aufsichtsrates der ThyssenKrupp AG) auf der die Namen von Juden standen, die er während des Zweiten Weltkriegs vor den Gaskammern der Nazis gerettet hat, weiß die Öffentlichkeit nur wenig. Nach dem Krieg wurde er mit dem Ehrentitel „Gerechter unter den Völkern” in der israelischen Gedenkstätte Yad Vashem ausgezeichnet.

Auszug eines Briefes von Ignatz Bubis an Professor Dr. h.c. mult. Berthold Beitz:

“27.01.1997

Liebe Frau Beitz, lieber Herr Beitz,

ich habe mir erlaubt, die Titel wegzulassen, da ich mich Ihnen freundschaftlich verbunden fühle. Ich habe mich sehr gefreut, daß Sie mich durch Ihre Anwesenheit bei meinem Geburtstag geehrt haben. Natürlich haben Sie in mir Assoziationen geweckt, wie es vor 55 Jahren war, und Sie haben bestätigt, daß es auch noch andere Deutsche gab - zwar wenige -, aber es gab sie in Ihnen und Ihrer Frau. Sie haben in dieser grausamen Zeit sehr vielen Juden das Leben gerettet; darunter auch Mitgliedern meiner Familie. Sie sind beide nach den nochaidischen Gesetzen Gerechte der Völker.

In freundschaftlicher Verbundenheit
Ignatz Bubis”

Die gestrige Ausgbabe der Süddeutschen Zeitung druckt ein Interview mit Professor Dr. h.c. mult. Berthold Beitz ab:

“Ich durfte keine Angst haben. Das feste Auftreten hat mir im Umgang mit der SS sehr geholfen: Die waren überzeugt, ich hätte beste Verbindungen nach Berlin, zum OKH, vielleicht gar zu Himmler, wenn ich durch den Ort gelaufen bin und Forderungen gestellt habe, wirkliche und angebliche Mitarbeiter meiner Ölfirma nicht zu deportieren.[...]

Ich kenne die Deutschen. Wenn man fest, klar und bestimmt auftritt, dann respektieren sie das. Wenn man weich ist oder verzweifelt, bringen sie einen um.[...]

Man muss im richtigen Moment einfach handeln. Wenn ich viel nachgedacht hätte, hätte ich es vielleicht gar nicht gewagt. Ich bin vom Typ her immer ein Einzelgänger gewesen. Es kam darauf an, den Mut zu haben und zu entscheiden. Perikles, der vor 2500 Jahren Athen führte, hat gesagt: Das Geheimnis des Glücks ist die Freiheit, und das Geheimnis der Freiheit ist der Mut.”

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30. Januar 1933: Deutschlands Weg in die Katastrophe

Wednesday, January 30, 2008

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Am 30. Januar 1933 ernennt Reichspräsident Paul von Hindenburg Adolf Hitler zum Reichskanzler. Damit wird Deutschlands Weg in die Katastrophe besiegelt.

In der Tageszeitung Die Welt findet Sven Felix Kellerhoff sowohl den Begriff der “Machtergreifung” als auch den Begriff der “Machtübernahme” verfehlt: “Will man verstehen, wie der Absturz Deutschlands in die zwölfjährige braune Barbarei begann, wie innerhalb weniger Monate aus dem kriselnden Rechtsstaat eine populäre Diktatur wurde, muss man das erste Halbjahr 1933 als eine Kombination von ‘Machtübertragung’ und ‘Machteroberung’ verstehen.”

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UN Secretary-General backs Rwanda bid to try ICTR suspects

Wednesday, January 30, 2008

The Rwandan newspaper New Times reports that UN Secretary-General Ban Ki-moon has thrown his support behind a plan that would allow Rwanda to try genocide suspects from the International Criminal Court for Rwanda, which is based in Arusha, Tanzania.

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Sonderzüge in den Tod - Deportationen mit der Deutschen Reichsbahn

Sunday, January 27, 2008

Ein ganzes Jahr ist um die Reichsbahn-Austellung gestritten worden. Nun wurde am 23. Januar 2008 am Bahnhof Potsdamer Platz in Berlin die Wanderausstellung «Sonderzüge in den Tod - Deportationen mit der Deutschen Reichsbahn» eröffnet. Die Exposition ist bis zum 11. Februar 2008 in Berlin zu sehen. Anschließend soll sie in weiteren Orten in Deutschland gezeigt werden.

Die Ausstellung entstand in enger Zusammenarbeit mit dem Centrum Judaicum, dem Deutschen Technikmuseum Berlin und der deutsch-französischen Journalistin und Nazi-Jägerin Beate Klarsfeld (auf deren Initiative der NS-Vebrecher Klaus Barbie in Bolivien gefasst und später in Frankreich verurteilt wurde), wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung berichtet.

“Beate Klarsfeld hat die aktuelle deutsche Debatte ausgelöst, indem sie Mehdorn öffentlich der Geschichtsvergessenheit bezichtigte. In Berlin zeigt die Deutsche Bahn nun, dass sie ihre Lektion gelernt hat. Frau Klarsfeld sagte bei der Eröffnung, sie hoffe, dass sich die Reisenden, die auf dem Weg zu ihren Zügen durch die Ausstellung kommen, fragen ‘Warum sind hier diese Kinder?’ - und innehalten. Um eine Liste mit den Namen von achthundert aus Frankreich deportierten österreichischen und deutschen Kindern herum hat sie Einzelschicksale geordnet, die zu Familiengeschichten werden und mit grausiger Sicherheit immer dorthin führen, wo die Bahngleise endeten: nach Auschwitz.”

Zum Artikel.

Links:
Wanderausstellung der Deutschen Bahn

Die Logistik des Holocausts, Artikel in der Neuen Zürcher Zeitung


World Jewish Congress presídent Ronald S. Lauder on Holocaust commemoration: Draw lessons for today, protect Israel

Friday, January 25, 2008

In an opinion piece for Germany’s leading newspaper ‘Süddeutsche Zeitung’ on the occasion of International Holocaust Remembrance Day, the president of the World Jewish Congress, Ronald S. Lauder, argues that Holocaust remembrance should be “more than just a regular gathering of dignitaries listening to solemn speeches by important people.”

He noted that, although solemn acts were important in their symbolism, the remembrance of the Shoah also had practical consequences for today’s world.

“Is it acceptable to organize big Shoah commemorations on one day, and to provide the Islamist regime in Tehran with technology to develop weapons or even nuclear capabilities the next? Can we put our head in the sand and ignore the warning signs, like so many Europeans now do after the US intelligence report published in December?, ” Lauder asks.

He also criticizes the attitude of some Europeans: “The rejection of the ‘Zionist state’ is not just found among Islamists and those who want ‘to wipe Israel off the map.’ It can also be detected in Europe where self-proclaimed ‘principled people’ often apply much stricter standards when judging Israeli actions than in comparable cases. This is, in itself, a form of discrimination and leads to a ‘demonization’ of Israel.”

The WJC president concludes that protecting the State of Israel was part of honouring the memory of the victims of the Holocaust.

Full text:

Sunday’s speeches, Monday’s actions

Süddeutsche Zeitung, Germany
25 January 2008

by Ronald S. Lauder, president of the World Jewish Congress (WJC)

Holocaust memorial day on 27 January is important - the Iran crisis will show if European politicians draw their lessons

In June 2006, the Holocaust survivor Noach Flug was awarded the Federal Cross of Merit by Germany’s President Horst Köhler, for promoting mutual understanding between Jews and non-Jews and between Israel and Germany. Seventy years earlier those in power in Germany then wanted to murder Flug for being Jewish. He was the only of over a hundred family members who survived Auschwitz.

In November 2005, the United Nations designed 27 January as annual International Holocaust Remembrance Day. It was on that day in 1945 that Soviet troops liberated Auschwitz-Birkenau. In its unanimously adopted resolution, the UN General Assembly also pledged to “develop educational programmes that will inculcate future generations with the lessons of the Holocaust in order to help to prevent future acts of genocide.” The UN has since invested considerable resources to educate young people. More and more countries have now adopted January 27 as their national Holocaust memorial day.

The UN resolution was a milestone, because we owe it to the victims that their suffering is not forgotten. We owe it to them not to point fingers at others, but to remind ourselves constantly what terrible crimes human beings are capable of committing. We also owe it to survivors like Noach Flug to make sure that commemorations are more than just a regular gathering of dignitaries listening to solemn speeches by important people.

Don’t get me wrong: of course we need official ceremonies and declarations. They are important in their symbolism and remind us that the past has a bearing on the present. Yet for me, the most powerful form of remembrance has always been when a survivor has told me his or her story. Even though such stories may have been repeated a thousand times, they always remain as shocking and vivid as the first time.

Official acts of commemoration are one part of a culture of remembrance. The other part is trying to answer the question: What lessons can we draw from this for ourselves? How does this influence us as political leaders and as citizens?

The most obvious consequence to me is this: we have to achieve a small measure of justice for those few remaining Shoah survivors who are still among us. It is true that much has been achieved in this field over the past decades. We must not forget that there are many survivors - notably in eastern Europe, but also in Israel - who are old and frail, who cannot afford expensive medicines or the intensive care they need therefore cannot live in dignity. Although many agreements have been concluded and governments have looked for “legal closure”, I believe there is still a moral obligation on responsible politicians to listen carefully when people like Noach Flug speak out on behalf of survivors.

After World War II, many Holocaust survivors left Europe for the Holy Land. Noach Flug was one of them. The fact that the State of Israel came into existence was due to a UN resolution that partitioned Palestine into a Jewish and an Arab state. The Arabs rejected this and waged war on the fledgling Jewish state. They failed repeatedly. Despite continuing attacks Jews in Israel and the Diaspora will thus be able to celebrate 60 years of Israel’s existence next May. Even though the history of Zionism and Jewish settlement in the Holy Land is much older, Israel was to some extent built on the ashes of the Holocaust. Like many other survivors, Noach Flug helped to build and defend Israel. He became president of the International Auschwitz Committee and the Center of Organizations of Holocaust Survivors in Israel.

Yet even six decades after its proclamation, Israel is the only country in the world whose existence is not accepted by a large number of governments and people in the world. The rejection of the “Zionist state” is not just found among Islamists and those who want “to wipe Israel off the map.” It can also be detected in Europe where self-proclaimed gutmenschen often apply much stricter standards when judging Israeli actions than in comparable cases. This is, in itself, a form of discrimination and leads to a ‘demonization’ of Israel.

It is strange: Israel is the only country in the Middle East that has had a stable plural democracy in the last 60 years. A sizeable minority of one million Arabs holds Israeli citizenship and is represented in the Knesset, the Israeli parliament. Most of them would probably not want to swap their passport for any other document. Yet some less well-meaning people say that Israel should not be a Jewish state. To me, this is just another way of questioning Israel’s right to exist.

When commemorating the Holocaust, we Jews always have Israel’s well-being in the back of our mind. It should be in the back of everyone’s mind. But then the question is: Is it acceptable to organize big Shoah commemorations on one day, and to provide the Islamist regime in Tehran with technology to develop weapons or even nuclear capabilities the next? Can we to put our head in the sand and ignore the warning signs, like so many Europeans now do after the US intelligence report published in December?

Seventy years ago, there was a British Prime Minister who proudly talked of “peace in our time” when returning from a conference in Munich with Hitler and Mussolini. He thought the “appeasement” of dictators was possible. Less than a year later, Europe was in flames and the Nazis were sending millions to the death camps. We must not let history repeat itself. We owe it to Noach Flug and all the others who perished in the Shoah. Therefore, 27 January should always be a date to reflect precisely about that.

The original German language version can be seen here.


Munich carnival procession on International Holocaust Remembrance Day sparks outrage

Thursday, January 24, 2008

Jewish leaders in Germany have condemned a decision to hold the annual Munich carnival procession on Sunday, when it will coincide with International Holocaust Remembrance Day.

“It is an insult to the victims of the Holocaust whose memory should be honoured on this day,” the vice-president of the Central Council of Jews, Salomon Korn, said in a statement. Fellow vice-president Dieter Graumann said the decision by local authorities in the Bavarian capital to hold the carnival on 27 January was “thoughtless and tasteless”.

The president of the Central Council, Holocaust survivor Charlotte Knobloch, charged that the memory of the six million Jews who were systematically murdered by the Nazis during World War II was being “dishonored”.

Holocaust Remembrance Day falls on the anniversary of the liberation of the Auschwitz death camp by the Red Army on 27 January 1945. The date was designated as Germany’s national Holocaust memorial day in 1996 and International Holocaust Remembrance Day in 2005.

Carnivals are held annually in towns and cities across Germany before the Christian season of Lent. Sunday’s procession through the streets of Munich is expected to draw some 20,000 spectators.


No Thanks, Mr. Gandhi

Sunday, January 20, 2008
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by Rabbi Avi Shafran
I reject your apology simply because you seem to have missed the entire point of why your original post was so offensive.

In a 1938 essay, Mohandas (”Mahatma”) Gandhi, the spiritual and political leader of the Indian independence movement, counseled Jews in Nazi Germany to neither flee nor resist but rather offer themselves up to be killed by their enemies, since their “suffering voluntarily undergone will bring them an inner strength and joy.”

When all hope is lost, a Jew about to be killed “al Kiddush Hashem” — as a Jewish martyr — is indeed to reach for serenity, even happiness, at the opportunity to give up his life because of who he is. When Rabbi Elchonon Wasserman, the great Lithuanian Jewish religious leader and scholar, was murdered by Hitler’s henchmen in 1941, he reportedly told the students about to be killed with him that “In Heaven it appears that they deem us to be righteous because our bodies have been chosen to atone for the Jewish people… In this way we will save the lives of our brethren overseas… We are now fulfilling the greatest commandment… The very fire that consumes our bodies will one day rebuild the Jewish people.”

But Jewish martyrdom is not something to be courted. And so Mr. Gandhi’s advice for Jews during the Holocaust was, even if consonant with his personal beliefs, from Judaism’s point of view profoundly wrong.

And Gandhi’s advice was even more disturbing in light of his admission, in that same essay, that the “cry for the national home for the Jews does not make much appeal to me.” Jews, he said, should “make… their home where they are born.” It is, moreover, he went on, “inhuman to impose the Jews on the Arabs.”

Apples, they say, don’t fall far from trees. A rotten one fell with a loud splat recently over at The Washington Post. On a weblog — “On Faith” — sponsored by that paper in conjunction with Newsweek Magazine, Arun Gandhi, a grandson of Mohandas and co-founder of the M. K. Gandhi Institute for Nonviolence at the University of Rochester, opined that “the Jews today” are intent on making Germans feel guilty for the Holocaust (which he chose to spell with a lower-case “h”) and that they insist that “the whole world must regret what happened to the Jews.”

“The world did feel sorry,” he reminded his readers, “for the episode.” But “when an individual or a nation refuses to forgive and move on, the regret turns into anger.”

Ah, yes, that unpleasant “episode,” more than 60 years ago. And those Jews still can’t bring themselves to forgive the Nazis.

Like his grandfather was, Mr. Gandhi petit-fils is also concerned with Israel. Addressing those who defend the Jewish State’s security barrier and use of weapons to fight terrorism, he challenged: “[Y]ou believe that you can create a snake pit — with many deadly snakes in it — and expect to live in the pit secure and alive?”

And so the man of peace, grandson of the same, reached the conclusion that actions like Israel’s “created a culture of violence, and that Culture of Violence is eventually going to destroy humanity.”

Interesting. Although his own concern about Jews was not exactly their militarism, Hitler similarly saw them as jeopardizing humanity’s survival. Well, whatever.

Grandson Gandhi subsequently apologized for his “poorly worded post.” In the course of his apology he even took care to capitalize “Holocaust.” But his apology itself, unfortunately, consisted solely of his regret at having implied that “the policies of the Israeli government are reflective of the views of all Jewish people.” Many Jews, he explained, “are as concerned as I am by the use of violence for state purposes…”

Well, thank you, Mr. Gandhi. But no thanks. I cannot speak for all of the Jewish people, of course, but for my part I must decline your apology. Not because I bear you any grudge or ill will and certainly not because I am hard-hearted. I don’t think I have ever rejected an apology in my life, until now.

It’s not because I am blinded by some ethnic rage over the unpleasantness of that World War II episode. And not because I am a knee-jerk defender of Israel in whatever her leaders decide to do; I am not.

No, I reject your apology simply because you seem to have missed the entire point of why your original post was so offensive — frankly, revolting. It is astounding that you still don’t seem to realize your insult and error.

They lie in where you directed your words. You are welcome to criticize Israeli decisions, even the wisdom of Israel’s establishment itself, if you agree with your grandfather’s views. But if your ultimate concerns are in fact peace and humanity’s survival, then in a world where Jews are regularly attacked simply for being Jews and Israelis simply for being Israelis, where Jewish tombstones are defaced and broken, where Arab countries will not permit Israelis to enter their borders and Arab textbooks teach children to hate Jews as a matter of religious and cultural obligation, where a United Nations routinely ignores murder, mayhem and unspeakable cruelty in scores of countries but just as routinely condemns Israel for defending herself, the primary focus of your ire should have been not those living in the snake pit, but rather the snakes themselves.

Rabbi Avi Shafran has been a spokesman for Agudath Israel for about a decade. He writes weekly columns widely printed in the Jewish press.


Gespräch mit Israels Botschafter Yoram Ben-Zeev

Thursday, January 17, 2008

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Yoram Ben-Zeev, Israels neuer Botschafter in Berlin, hat der WELT sein erstes Interview seit seinem Amtsantritt gegeben, in dem er sich zum aktuellen Stand des israelisch-palästinensischen Friedensprozesses, zur iranischen Bedrohung und zu seiner neuen Aufgabe in der Bundesrepublik äußert.

“Ich habe meine Akkreditierung zweimal abgegeben, einmal gegenüber Bundespräsident Köhler, und dann bin ich zu Gleis 17 gegangen, von wo die Juden Berlins in Konzentrationslager gebracht wurden. Von dort sind es ungefähr 5 Minuten mit dem Auto bis zur israelischen Botschaft, 5 Minuten für 65 Jahre. Ich konnte gar nicht anders als an den historischen Fehler zu denken, dass Israel bald seinen 60. und nicht seinen 70. Geburtstag feiert. Das hätte so viele Menschen retten können! Wie kann ich das dem Überlebenden erklären, der mir am Gleis 17 in die Arme fällt und sagt: ‚Zu spät, zu spät.’ Was soll ich ihm antworten? Wir sind hier, um den moralischen Code zu beschützen, der uns dazu zwingt, von der Geschichte zu lernen. Das ist meine Aufgabe. Und daran denke ich, wenn ich abends nach Hause komme und mit meiner Frau bespreche, was wir tagsüber getan haben, was wir gesehen und erfahren haben.”

„Ich kann verstehen, dass Jüngere ein wenig müde werden, sich immer mit der Vergangenheit auseinandersetzen zu sollen. Und dass sie sagen, das war nicht unsere Generation, nicht mal die unserer Eltern, sondern die unserer Großeltern, wir empfinden heute genauso wie ihr. Aber darum geht es nicht, es geht um die moralischen Fragen. Wie beschützt man die moralische Struktur und sorgt dafür, dass sie heil bleibt? Das moralische Diktat des Holocaust ist, zu versuchen, wie ‚a Mensch’ zu sein, aus den Geschichtsbüchern zu lernen. Deutschland setzt sich etwa mit dem Problem des Rassismus und des Antisemitismus auseinander, wir haben unsere eigenen Probleme und betreiben manchmal eine sehr schwierige Selbstbefragung, aber wir haben einen gemeinsamen Nenner, wir schätzen beide Freiheit und Demokratie sehr und das Recht der Menschen, zu leben.”

Vollständiges Gespräch lesen.


No hope for Darfur

Wednesday, November 14, 2007

An op-ed in the excellent online newspaper World Politics Review argues that a joint UN-African Union peacekeeping force is likely to fail to restore peace in Darfur. It says the force remains undermanned due to accessions to African Union demands that the unit remain predominantly African.

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Check out also our story from June 2007, France and USA push Darfur action. 


Commemorating the 69th anniversary of Kristallnacht at The New York Synagogue

Wednesday, November 14, 2007
PRESS RELEASE
New York, November 14, 2007 - Ambassador Ronald S. Lauder keynoted his first Kristallnacht Commemoration as President of the World Jewish Congress at The New York Synagogue on Saturday, November 10, 2007.

Alongside Ambassador Lauder were The New York Synagogue’s Rabbi Marc Schneier, Chairman, World Jewish Congress American Branch, and Dr. Hans-Jürgen Heimsoeth, Consul General of the Federal Republic of Germany in New York.

Ambassador Lauder reminisced about Kristallnacht during his tenure as United States Ambassador to Austria from 1986-7, when few Austrians were even aware of the date’s significance. Currently, he said, nation-wide plans are underway there for a 70th anniversary commemoration next year.

Rabbi Schneier noted that in the morning’s Torah reading, Jacob and Esau began life as twins; nobody could have predicted the twists and turns their lives would take. In a similar way, he asked, who could have predicted back in 1938 that, 69 years later, the Consul General of Germany, representing the fastest growing and third-largest Jewish community in Europe would stand with the President of the largest Jewish communal organization in the Diaspora to commemorate Kristallnacht in a synagogue in New York? Rabbi Schneier also thanked Dr. Heimsoeth for his country’s unceasing and steadfast support for the State of Israel.

The New York Synagogue’s Cantor Dudu Fisher ended the commemoration by leading the congregation in Hatikvah. Cantor Fisher, accompanied by The New York Synagogue Choir under the direction of Itzchak Haimov, conducted Shabbat morning services featuring the famous liturgical and choral compositions of the synagogues of Austria and Germany.

Remarks by Dr. Hans-Jürgen Heimsoeth, Consul General of the Federal Republic of Germany in New York