Der britisch-deutsche Journalist Alan Posener kommentiert wöchentlich das Zeitgeschehen in Politik, Gesellschaft, Wirtschaft und Kultur für HIRAM7 REVIEW.
Von Alan Posener Die Welt / Welt am Sonntag / HIRAM7 REVIEW
Unter den vielen Wrackteilen, die der Untergang des Tankers SPD an die Oberfläche spült, fand ich folgende Bemerkung von Wolfgang Thierse interessant: „Wir sind keine Wendehälse“, sagte er nach der Wahl des Verlierers Steinmeier zum vorläufigen Fraktionsvorsitzenden, „die heute ‚Hosianna!’ rufen und morgen ‚Kreuziget ihn!’“
Thierse spielt auf das Evangelium des Johannes an, dem zufolge (Joh. 12,12-19) „die Volksmenge“ Jesus von Nazareth beim Einzug in Jerusalem mit dem ruf „Hosanna!“ begrüßt hätten, und auf das Evangelium des Matthäus (Mat. 27,11-26), demzufolge „das Volk“, „die Menge“, das „ganze Volk“ wenige Tage später vom römischen Statthalter forderte: „Ans Kreuz mit ihm!“ Es folgt bei Matthäus jene berüchtigte Stelle, in der „das ganze Volk“ ruft: „Sein Blut komme über uns und unsere Kinder!“ Was sich die Christen nicht zweimal sagen ließen, sooft sie die Gelegenheit dazu hatten.
Nur nebenbei sei erwähnt, dass – vermutlich wahrheitsgemäß – bei Markus, Matthäus und Lukas durchscheint, nur die Jünger beim Einzug Jesu in Jerusalem „Hosianna!“ gerufen haben (vgl. Mat. 19,28-40); und dass die Geschichte von Pilatus, der seine Hände in Unschuld wächst, während die blutdürstigen Juden nach dem Tod des Messias rufen, mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit apokryph ist, eine Anbiederung der frühen Christen an die Besatzungsmacht, die den Wanderprediger aus dem Hause David hingerichtet haben, weil er den Anspruch erhob, „König der Juden“ zu sein. So schrieben sie es ja ans Kreuz, und es blieb den Christen vorbehalten, diesen Sachverhalt umzudeuten und zu behaupten, die Römer hätten den „Hohenpriestern“ die Drecksarbeit abgenommen, die Jesus wegen Blasphemie hingerichtet haben wollten.
Dass die jüdischen religiösen Autoritäten keine Probleme damit hatten, dieses dreckige und barbarische Geschäft selbst vollziehen zu lassen, zeigt sich an der Steinigung des Stephanus (Apostelgeschichte 7,54-8,1a), bei der ein gewisser Rabbiner namens Saul aus Tarsus teilnahm, und an der Hinrichtung von Jakobus, des Bruders Jesu, einige Jahrzehnte später, von dem uns Josephus Flavius berichtet.
Nun gut, aber was sagt der Katholik Wolfgang Thierse? 1943 geboren als Sohn eines Rechtsanwalts („Rechts“anwalts, sollte man zu allen sagen, die in jener Zeit „Recht“ sprachen), sagt der Mann, der als Literaturwissenschaftler in der DDR tätig war (Literatur„wissenschaftler“): wir SPDler sind nicht wie „die Juden“. Wir praktizieren doitsche Treue.
Dass in einem Volk, das 1933 dem Führer zujubelte und 1945 plötzlich entdeckte, das es immer schon antifaschistisch war, oder das am 1. Mai 40 Jahre lang brav mitjubelte, um dann 1989 zu entdecken, dass es immer schon antikommunistisch war (aber nach wie vor gern die SED wählt) – dass ausgerechnet in einem solchen Volk ein Politiker zur Illustration von Prinzipienlosigkeit, Verrat und Blindheit auf die Juden zurückgreifen muss, wäre ein Skandal, wenn es nicht das Erwartbare wäre.
Die in HIRAM7 REVIEW veröffentlichten Essays und Kommentare geben nicht grundsätzlich den Standpunkt der Redaktion wieder.
Wir alle sind Egoisten, aber nur wenige verstehen es, das Beste für sich daraus zu machen. Die meisten Menschen passen sich lieber der Mitwelt an. Sie tun alles, um geliebt, gelobt und anerkannt zu werden. Damit machen sie sich zu Marionetten allgemeiner Verhaltensklischees und verzichten darauf, ihr eigenes Leben zu leben. (Josef Kirschner, Die Kunst, ein Egoist zu sein)
Ein Egoist entscheidet für sich selbst, hängt keinen Moden nach und redet niemandem nach dem Mund. Klingt unbequem? Nur für die, die uns manipulieren wollen.
In dieser Hinsicht können wir uns über den unumstrittenSieg der Liberalen sehr freuen, die ein hoffentlich endgültiges Ende der Rot-Grünen Bevormundung in Aussicht stellt. Endlich Schluß mit der Tyrannei der Besserwisser à la Rot-Grün, die die von Gott gegebene Freiheit des Menschen durch (Rat)Schläge und Verbote einschränken wollen, um ihre eigene willkürliche Macht zu sichern…
Der Clou dieses Wahlabends: Ausgerechnet der Erfinder von Agenda 2010 und von Hartz IV, der Spitzenkandidat der SPD, Frank-Walter Steinmeier, spricht von sozialem Ausgleich und warnt vor Schwarz-Gelb…zum Totlachen! So sprach die Stimme der Selbstgerechten und Heuchler der Prosecco-Fraktion.
Die SPD und die Kriegspartei Bündnis Verrat an den Wählern/Die Grünen bzw. die Toskana-Fraktion-Linke (sprich Wasser predigen, aber Prosecco trinken) sollen in der politischen Wüste für die nächsten 20 Jahre krepieren, das haben sie reichlich verdient, nachdem sie ihre Wählerschaft jahrelang betrogen haben.
Sic transit gloria lupi.
Die in HIRAM7 REVIEW veröffentlichten Essays und Kommentare geben nicht grundsätzlich den Standpunkt der Redaktion wieder.
by Alan Posener Die Welt / Welt am Sonntag / HIRAM7 REVIEW
With the German election drawing near, commentators have turned from castigating the politicians for the alleged lack of alternatives they present (bullshit, actually), to a more general wail of despair about an alleged crisis of democracy itself, as represented by the growth in the number of non-voters.
In the last election, we are told, non-voters were a bigger group than those who voted for Angela Merkel, and polls seem to indicate that the number of non-voters will be even higher this time around. Crisis! Bullshit again.
The point about democracy isn’t that everyone goes to vote. That’s what happens in dictatorships. The point about democracy is that I’m free to vote or not as I see fit. So if people don’t go to vote, that’s a sign that democracy is working.
The point about democracy isn’t that voting produces good governments. That’s patently not the case. The point about that democracy is that really bad governments can be voted out. (Good governments can be voted out, too.) Karl Popper once compared the democratic procedure to the procedure by which a scientific theory is defined. If a theory is scientific precisely because it can be falsified (J.B.S. Haldane’s famous “Precambrian rabbits” that would falsify Darwin’s theory of evolution), a government is democratic if it can be falsified – i.e. discarded – by the voters. If the voters choose not to – either by voting for the government or by not voting, i.e. not voting against it: well, that’s the way the democratic cookie crumbles.
As I said above, I don’t think the German election is boring at all. We have a clear choice: between Angela Merkel plus Walter Steinmeier and a continuation of the high-tax / high-spending CDU/CSU/SPD coalition, and Angela Merkel plus Guido Westerwelle and a CDU/CSU/FDP coalition dedicated to boosting growth through lower taxes. As a taxpayer, I know where I’m going to make my cross. It isn’t rocket science.
Ousting the Social Democrats from power will probably result in a putsch by the Left within the SPD, which will eventually lead to some form of rapprochement between the SPD and the “Linke”. This in turn will mean that in 2013 at the latest, probably much sooner, say 2011, a left-wing coalition will challenge Merkel’s right-of-centre government, and things will get really exciting again: How will the Greens react? Will they choose “Jamaica” in order to keep the extreme left out of power, or will they try to tame the left by joining a “Red-Red-Green” government?
And what will the electorate say? One good guess is: they won’t be staying at home.
Der britisch-deutsche Journalist Alan Posener startet heute eine neue Kolumne. Er wird wöchentlich das Zeitgeschehen in Politik, Gesellschaft, Wirtschaft und Kultur für HIRAM7 REVIEW unter die Lupe nehmen.
Von Alan Posener Die Welt / Welt am Sonntag / HIRAM7 REVIEW
Es ist schon komisch: Milliarden und Abermilliarden gibt die Regierung aus, um Banken zu retten, Firmen vor den Folgen unternehmerischer Fehlentscheidungen zu schützen oder dem Volk vor der Wahl zu neuen Autos zu verhelfen. Und worüber regt sich der Wähler auf?
Über die paar tausend Euro Steuergelder, die Ulla Schmidt verpulvert hat, um ihr Dienstauto und ihren Chauffeur in den Urlaub zu nehmen. Oder über Angela Merkels Geburtstagsessen für Josef Ackermann.
Eine solche Personalisierung der Politik ist Ausdruck einer Infantilisierung. Einer Kapitulation vor der Komplexität. Wer kann aus dem Kopf sagen, worin die Gesundheitsreform eigentlich besteht? Aber es sagt einem doch der gesunde Menschenverstand – also der Neid, dieser verlässlichste aller Sozialinstinkte, dass die Ministerin in Spanien keinen gepanzerten Dienstwagen mitsamt Chauffeur braucht. Unsereiner fährt doch auch Fiat Panda.
Aber es sagt einem doch der gesunde Bürgerneid, dass die Kanzlerin unsere Steuergelder nicht verpulvern darf, um Herrn Ackermann ein Geburtstagsessen auszurichten. Vielleicht schweigt aber auch der Neid. Denn wir mögen die Kanzlerin.
Die Gesundheitsministerin hingegen können wir nicht leiden. Neulich mussten wir für die Zahnfüllung zuzahlen, und der Zahnarzt sagte, das sei wegen der Gesundheitsreform. Und dann fährt sie auch noch mit dem Dienstauto in den Urlaub!
Zwei Drittel aller neu zugelassenen Autos in Deutschland sind Dienstwagen. Man darf annehmen, dass damit auch privat gefahren wird, und dass nicht jede private Fahrt abgerechnet wird. Und wer private Essen als Geschäftsessen abrechnen kann, tut es. Wir haben die Politiker, die wir verdienen. Und gerade das nervt uns.
Natürlich nervt auch die Patzigkeit, mit der die ehemalige Genossin des Kommunistischen Bundes Westdeutschland und heutige Sozialdemokratin Ulla Schmidt ihr Recht auf einen Dienstwagen verteidigt. Ein bisschen Zerknirschtheit wäre angebracht. Deutsche Politiker sollten wenigstens so tun, als gehörten sie zu uns.
Was man Ulla Schmidt vorwerfen kann, ja muss, ist dies: sie hat dieses Grundgesetz der deutschen Politik vergessen. Das ist eher ein intellektuelles als ein moralisches Versagen. Umso schlimmer übrigens. Wie konnte sie glauben, das käme nicht raus? Oder dass sie damit durchkäme? Es kommt immer raus.
Im Aufmacher der Süddeutschen Zeitung am Wochenende zieht Dr. Heribert Prantl, gegenwärtiger Ressortleiter Innenpolitik der einzigen Qualitätszeitung der Bundesrepublik – Die Süddeutsche Zeitung - und einst Richter und Staatsanwalt in Bayern, eine nüchterne Bilanz über das Bürgerengagement in Deutschland und hält Ausschau nach einer sterbenden Spezies: die Unruhestifter.
“Unruhe hat einen schlechten Ruf in Deutschland. Zu Unrecht, denn Unruhestifter haben dieses Land verbessert, ihr Unruhegeist ist ein demokratisches Elixier. [...] Nach dem Ende dessen, was Neoliberalismus genannt wurde, geht es gegenwärtig darum, die Finanzwirtschaft neu zu ordnen und zu regeln, wirtschaftliche und soziale Positionen neu zu justieren und auszuhandeln. Sollen die Leute dabei einfach ganz ruhig bleiben? Sollen sie ruhig sein, wenn der Staat mit Hunderten Milliarden Steuergeld für eine verantwortungslose Finanzwirtschaft einstehen muss? Sollen sie dankbar sein für die Sozialisierung der Verluste der Banken?”
Die andauernde Finanzkrise ist gewiss ein ernst zu nehmendes Thema. Panikmache in der Öffentlichkeit und die offensichtlich bewusste Erzeugung eines völlig unzutreffenden Bildes von der Gesamtlage sind aber ganz sicher nicht sehr hilfreich, wenn es darum geht, nachhaltige Konzepte zur Lösung dieser Krise zu erarbeiten und umzusetzen.
Die Presse – selbst von der Krise betroffen – braucht plakative Überschriften, um Leser zu gewinnen; das gilt auch für die Wochenzeitung Der Spiegel, der plötzlich zur Boulevard-Presse mutiert, in dem das Hamburger Blatt so titelt: “Wirtschafts-Absturz macht Merkels Krisenrunde ratlos“.
Die Protagonisten des öffentlichen Schmierentheaters haben einen gefährlichen Brandbeschleuniger für die Finanzkrise unterschätzt: Die Psychologie. Die Angst wird zum Massenphänomen, das uns kollektiv in Atem hält, und dazu beiträgt, dass die spaßlose Lethargie namens Finanzkrise sich verschlimmert, und Bevormunderer und Weltverbesserer uns mit noch mehr Ratschlägen tyrannisieren…damit ein paar Milliardäre, auf Kosten der Steuerzahler und mittels einer Umverteilung nach oben, künstlich am Leben erhalten werden, entgegen jegliche marktwirtschaftliche Logik.
Eigentliches Ziel dieser billigen Panikmache ist nichts anderes als uns das nächste “Konjukturprogramm”, sprich Geldsegen für die Verursacher der Finanzkrise, zu verkaufen.
Wollen die Medien und die Politik die Bürger für dumm verkaufen? Alle Jahre wieder schon, besonders im Superwahljahr 2009 (Europawahl, Bundestagswahl, Bundespräsidentenwahl, Landtagswahlen in Hessen, Sachsen, Thüringen, Brandenburg, Saarland und Kommunalwahlen in acht Bundesländern)…
Antiamerikanische, antisemitische und verfassungsfeindliche Kampfzone Deutschland im Jahre 7 nach dem 11. September 2001
Wie Deutschland zum weltweiten Hochburg der unheiligen Allianz zwischen Islamisten, Nazis und Linksextremen – geeint im Anti-Amerikanismus und Judenhass – geworden ist und wie dieses Gesindelpack von Verbrechern versucht, den Rechtsstaat einzuschüchtern (wie einst die Versager-Truppe Tote Armee Fraktion), erläutert Heinz Fromm, Präsident des Bundesamts für Verfassungsschutz, in den folgenden Interviews.
Der Meister sprach: “Der Edle liebt den inneren Wert, der Gemeine liebt das Irdische; der Edle liebt das Gesetz, der Gemeine sucht die Gunst.” (Konfuzius)
Die A(E)del-Partei: für mehr Anstand, gesundenen Menschenverstand und Menschlichkeit, und gegen die Esel-Parteien der gegenwärtigen politischen Landschaft, die Politik als Befriedigung des eigenen Egos missbrauchen.
Werbemotto: (A)Edel verpflichtet! Die Gentlemen bitten zur Kasse und zum Spaß.
Motto auf den Wappen: Virtus Iunxit Mors Non Separabit (Was Tugend vereint hat, wird der Tod nicht trennen)
Schirmherr der A(E)del-Partei: Grand Seigneur Louis de Funès
2. Abschaffung aller Subventionen für Banken und DAX-Unternehmen, alternativ kann der Staat verzinste Darlehen anbieten (die wiederum zur Erhöhung von Transferleistungen für Bedürftige und einkommensschwache Familien dienen sollen);
3. Massive Investitionen in der Bildung und Wissenschaft, bzw. Bildungsoffensive, nach französischem Modell (Ganztagschulen ab 3 Jahre alt, Förderung begabter Kindern, staatlich finanzierte Elite-Hochschulen offen für alle nach Leistung und Begabung, nicht nach Einkommen wie in Deutschland);
4. Einführung der 3-Tage-Arbeits-Woche (Montag bis Mittwoch oder Donnerstag bis Samstag); Sonntag bleibt arbeits- und einkaufsfreier Tag für alle Bürger als überkonfessioneller Tag der verdienten Faulheit;
5. Legalisierung aller Drogen, um den Drogen-Kartell zu zerschlagen;
6. Einführung eines branchenübergreifenden Mindestlohns;
7. Begrenzung der Ausübung eines Mandates im Bundestag und im Europaparlament auf zwei Amtsperioden, um Korruption und Klientelismus zu vermeiden.
Pflicht-Katechismus der A(E)del-Partei ist das spöttische Gedicht von Heinrich Heine, namens Die Wahlesel.
Die Wahlesel
Die Freiheit hat man satt am End’,
Und die Republik der Tiere
Begehrte, dass ein einz’ger Regent
Sie absolut regiere.
Jedwede Tiergattung versammelte sich,
Wahlzettel wurden geschrieben;
Parteisucht wütete fürchterlich,
Intrigen wurden getrieben.
Das Komitee der Esel ward
Von Alt-Langohren regieret;
Sie hatten die Köpfe mit einer Kokard’,
Die schwarz-rot-gold, verzieret.
Es gab eine kleine Pferdepartei,
Doch wagte sie nicht zu stimmen;
Sie hatte Angst vor dem Geschrei
Der Alt-Langohren, der grimmen.
Als einer jedoch die Kandidatur
Des Rosses empfahl, mit Zeter
Ein Alt-Langohr in die Rede ihm fuhr,
Und schrie: “Du bist ein Verräter!
Du bist ein Verräter, es fließt in dir
Kein Tropfen vom Eselsblute;
Du bist kein Esel, ich glaube schier,
Dich warf eine welsche Stute.
Du stammst vom Zebra vielleicht, die Haut,
Sie ist gestreift zebräisch;
Auch deiner Stimme näselnder Laut
Klingt ziemlich ägyptisch-hebräisch.
Und wärst du kein Fremdling, so bist du doch nur
Verstandesesel, ein kalter;
Du kennst nicht die Tiefen der Eselsnatur,
Dir klingt nicht ihr mystischer Psalter.
Ich aber versenkte die Seele ganz
In jenes süße Gedösel;
Ich bin ein Esel, in meinem Schwanz
Ist jedes Haar ein Esel.
Ich bin kein Römling, ich bin kein Slaw’;
Ein deutscher Esel bin ich,
Gleich meinen Vätern. Sie waren so brav,
So pflanzenwüchsig, so sinnig.
Sie spielten nicht mit Galanterei
Frivole Lasterspiele;
Sie trabten täglich, frisch-fromm-fröhlich-frei,
Mit ihren Säcken zur Mühle.
Die Väter sind nicht tot! Im Grab
Nur ihre Häute liegen,
Die sterblichen Hüllen. Vom Himmel herab
Schaun sie auf uns mit Vergnügen.
Verklärte Esel im Glorialicht!
Wir wollen euch immer gleichen
Und niemals von dem Pfad der Pflicht
Nur einen Fingerbreit weichen.
O welche Wonne, ein Esel zu sein!
Ein Enkel von solchen Langohren!
Ich möcht es von allen Dächern schrein:
Ich bin als ein Esel geboren.
Der große Esel, der mich erzeugt,
Er war von deutschem Stamme;
Mit deutscher Eselsmilch gesäugt
Hat mich die Mutter, die Mamme.
Ich bin ein Esel, und will getreu,
Wie meine Väter, die Alten,
An der alten, lieben Eselei,
Am Eseltume halten.
Und weil ich ein Esel, so rat ich euch,
Den Esel zum König zu wählen;
Wir stiften das große Eselreich,
Wo nur die Esel befehlen.
Wir alle sind Esel! I-A! I-A!
Wir sind keine Pferdeknechte.
Fort mit den Rossen! Es lebe, hurra!
Der König vom Eselsgeschlechte!”
So sprach der Patriot. Im Saal
Die Esel Beifall rufen.
Sie waren alle national,
Und stampften mit den Hufen.
Sie haben des Redners Haupt geschmückt
Mit einem Eichenkranze.
Er dankte stumm, und hochbeglückt
Wedelt’ er mit dem Schwanze.
Das Spektakel ist die ununterbrochene Rede, die die gegenwärtige Ordnung über sich selbst hält, ihr lobpreisender Monolog. Es ist die Sonne, die in dem Reich der modernen Passivität nie untergeht. Es bedeckt die ganze Oberfläche der Welt und badet endlos in seinem eigenen Ruhm. Es ist das Gegenteil des Dialogs. Denn es stellt alles zur Debatte – nur nicht sich selbst. (Guy Debord, Die Gesellschaft des Spektakels)
MANN DES JAHRES 2008 – Bundeswirtschaftsminister Michael Glos bei der Pressekonferenz zur Vorstellung des Jahreswirtschaftsberichts 2008 bzw. Verleihung des Eigenlobpreises: “Liebe Mägde und Knechte, alles wird gut! Den Steuersatz für die Putzkolonne der oberen Zehntausend haben wir drastisch gesenkt, damit die Oberschicht bis zu 20.000 Euro jährlich Kosten für Haushaltshilfe von der Steuer absetzen kann. Sozialismus für Reiche!”
FRAU DES JAHRES 2008 - Germany’s Next Topmoppel, Grünen-Vorsitzende und Bundesempörungsbeauftragte Claudia Roth:”Ein Satz, den ich oft höre ist: Sie sind zwar furchtbar aber wenigstens echt” gesteht sie als gelernter Menschenrechtsprofi und umgeschulte Atomkraftaussteigerin. Atomkraftausstieg? Morgen, Morgen, nur nicht heute… Oder lieber doch Ausstieg aus dem Ausstieg? Hoffentlich finden die Wähler einen Ausstieg für Claudia Roth…aus der Politik.
TIEFPUNKT DES JAHRES 2008 – Die Gesellschaft des permanenten Spektakels feiert sich selbst und koppelt sich damit immer mehr von der Wirklichkeit ab…
Liebe Leser und Sponsoren der HIRAM7 REVIEW, und nicht zuletzt Freunde der offenen Gesellschaft,
Unser besonderer Dank gilt natürlich den Selbstdarstellern des Polit- und Medien-Schmierentheaters, die (auch wenn unfreiwillig) diesen hoffentlich scharfsinnigen Rückblick ermöglicht haben…
Viel Spaß beim Lesen und Nachdenken wünscht allen HIRAM7 REVIEW, und möge 2009 genauso satirereif wie 2008 werden!
Zum guten (Jahresab)Schluss und zur künftigen Eröffnung der Jagdsaison bzw. Bundestagswahl 2009: ein ironisches und prophetisches Gedicht von Heinrich Heine.
Die Wahlesel
Die Freiheit hat man satt am End’,
Und die Republik der Tiere
Begehrte, dass ein einz’ger Regent
Sie absolut regiere.
Jedwede Tiergattung versammelte sich,
Wahlzettel wurden geschrieben;
Parteisucht wütete fürchterlich,
Intrigen wurden getrieben.
Das Komitee der Esel ward
Von Alt-Langohren regieret;
Sie hatten die Köpfe mit einer Kokard’,
Die schwarz-rot-gold, verzieret.
Es gab eine kleine Pferdepartei,
Doch wagte sie nicht zu stimmen;
Sie hatte Angst vor dem Geschrei
Der Alt-Langohren, der grimmen.
Als einer jedoch die Kandidatur
Des Rosses empfahl, mit Zeter
Ein Alt-Langohr in die Rede ihm fuhr,
Und schrie: “Du bist ein Verräter!
Du bist ein Verräter, es fließt in dir
Kein Tropfen vom Eselsblute;
Du bist kein Esel, ich glaube schier,
Dich warf eine welsche Stute.
Du stammst vom Zebra vielleicht, die Haut,
Sie ist gestreift zebräisch;
Auch deiner Stimme näselnder Laut
Klingt ziemlich ägyptisch-hebräisch.
Und wärst du kein Fremdling, so bist du doch nur
Verstandesesel, ein kalter;
Du kennst nicht die Tiefen der Eselsnatur,
Dir klingt nicht ihr mystischer Psalter.
Ich aber versenkte die Seele ganz
In jenes süße Gedösel;
Ich bin ein Esel, in meinem Schwanz
Ist jedes Haar ein Esel.
Ich bin kein Römling, ich bin kein Slaw’;
Ein deutscher Esel bin ich,
Gleich meinen Vätern. Sie waren so brav,
So pflanzenwüchsig, so sinnig.
Sie spielten nicht mit Galanterei
Frivole Lasterspiele;
Sie trabten täglich, frisch-fromm-fröhlich-frei,
Mit ihren Säcken zur Mühle.
Die Väter sind nicht tot! Im Grab
Nur ihre Häute liegen,
Die sterblichen Hüllen. Vom Himmel herab
Schaun sie auf uns mit Vergnügen.
Verklärte Esel im Glorialicht!
Wir wollen euch immer gleichen
Und niemals von dem Pfad der Pflicht
Nur einen Fingerbreit weichen.
O welche Wonne, ein Esel zu sein!
Ein Enkel von solchen Langohren!
Ich möcht es von allen Dächern schrein:
Ich bin als ein Esel geboren.
Der große Esel, der mich erzeugt,
Er war von deutschem Stamme;
Mit deutscher Eselsmilch gesäugt
Hat mich die Mutter, die Mamme.
Ich bin ein Esel, und will getreu,
Wie meine Väter, die Alten,
An der alten, lieben Eselei,
Am Eseltume halten.
Und weil ich ein Esel, so rat ich euch,
Den Esel zum König zu wählen;
Wir stiften das große Eselreich,
Wo nur die Esel befehlen.
Wir alle sind Esel! I-A! I-A!
Wir sind keine Pferdeknechte.
Fort mit den Rossen! Es lebe, hurra!
Der König vom Eselsgeschlechte!”
So sprach der Patriot. Im Saal
Die Esel Beifall rufen.
Sie waren alle national,
Und stampften mit den Hufen.
Sie haben des Redners Haupt geschmückt
Mit einem Eichenkranze.
Er dankte stumm, und hochbeglückt
Wedelt’ er mit dem Schwanze.
Man kann einen Mensch nur korrumpieren, wenn er korrumpierbar ist. (Graham Greene, aus Dr. Fischer aus Genf oder die Bomben-Party)
Foto: Elvis Imitator Cem Özdemir beim Parteitag der Grünen
Der wahre Elvis: sah besser aus, konnte singen, hatte keine Leiche im Keller, und hatte mehr als 2 Drittel der Mehrheit…
Kläglich gescheitert im eigenen schwäbischen Wahlkreis für den heiß begehrten Platz als Direktkandidat für die Bundestagswahl 2009 (Politikerdiäten machen bekanntlich Hunger auf mehr…nachdem er sich jahrelang im EU-Parlament aufgrund der peinlichen Miles-and-Moritz-Affäreverstecken musste), lässt sich Cem Özdemir nun als Parteivorsitzender der Grünen küren, während Amtsvorgänger Reinhard Bütikofer sich einen warmen Sessel im EU-Parlament sichert (End- oder Zwischenstation für gescheiterte Politiker bzw. Lebensversicherung, da ohnehin keine Kontrolle von den Bürgern vorhanden ist). Merkwürdiges Verständnis der Demokratie seitens einer Partei, die sich als bürgernah präsentieren will… und gleichzeitig das eindeutige Nein der Basis zur Özdemirs Kandidatur ignoriert. Ethik ist für die Grüne Parteiführung offensichtlich ein Fremdwort. Ist der Ruf erst ruiniert…
Die Grünen beabsichtigen vermutlich mit diesem vorweihnachtlichen Schmierentheater (Advent, Advent, der frisch umgeschulte Erlöser aus Ankara kommt…) die Minderheiten erneut zu instrumentalisieren – eine Konstante dieser “Partei” von Straßenkämpfern und Studienabbrechern, die Schwule, Ausländer und Frauen politisch missbraucht, um an die Macht zu kommen.
Roberto Blanco, der bessere Obama
Roberto Blanco wäre eine bessere Wahl gewesen: wie der Kindergärtner Cem Özdemir, versteht der Schlagersänger aus Bayern wenig von Politik, aber er ist ja schwarz und zumindest witzig, das ist “cool”. Der PR-Coup wäre zudem erfolgreicher gewesen, weil die Grünen sich die Stimmen aller Schlagerfans sichern hätten können, und das macht in Deutschland mehr als zwei Drittel der Mehrheit aus, angesichts der von den Medien gefördeten Volksverblödung, die unserer Ansicht nach nicht weit genug geht: bitte gleich das Topmodel der Emanzen-Lobby Alice Schwarzer als Bundespräsidentin und den schwulen Aktivisten Volker Beck (der einst als rechtspolitischer Sprecher der Grünen – obwohl er nicht einmal ein Semester Jura studiert hat – die Freigabe der Pädophilie forderte) als Kinderbeauftragter der Bundesregierung vorschlagen.
Yes we can: die Wähler mit “Migrationshintergrund” (schreckliches Neuwort, klingt wie eine ansteckende Krankheit) und gleichzeitig das Volk für dumm verkaufen.
Der Vergleich mit Barack Obama ist allerdings für den neuen gewählten US-Präsidenten unsäglich, wenn man bedenkt, dass Cem Özdemir weder über Charisma noch über eine weiße Weste verfügt.
Der Opportunist Cem Özdemir ist und wird definitiv kein Barack Obama sein, sondern hoffentlich bald als Frührentner in die politische Wüste geschickt werden, von uns aus wieder ins EU-Parlament auf Kosten der Steuerzahlern, damit er zumindest sein überdimensionalesEgo und seine Koteletten à la Elvis weiter aufpolieren, und seine Memoiren unbeschwert schreiben kann.
Ein letztes und ermunteresWort an die gegenwärtige verzweifelte Jugend, die vergeblich nach Vorbildern sucht: Haste kein Abi und keine Skrupel? Wenn Du äußerlich zu hässlich fürs Fernsehen bist, mach Karriere bei den Grünen, schreib Deine Memoiren über Frankfurter Straßenschlachten oder Claudia Roths Frisur, und schnell endest Du als teurer Redner an einer amerikanischen Uni wie der schlaue Onkel Joschka oder Du verkaufst gleich Deine Seele an die Müllabfuhr, kannste Vorträge über Recycling halten oder selbsternannter Experte in Sachen Global Warming werden. Macht Spass und bringt Geld, und vor allem gutes Gewissen.
Anmerkung der Redaktion: HIRAM7 REVIEW distanziert sich ausdrücklich von diesem unverschämten Artikel, der natürlich nicht die Meinung des Herausgebers widerspiegelt. Cem Özdemir ist selbstverständlich ein großartiger Politiker mit Format und Anstand, der Deutschland, Europa, die Welt und das Universum grundlegend verändern wird. Durch seine gepflegte Koteletten, die er mutig zur Schau trägt, hat er bereits dazu beigetragen, dass auch in Zeiten von Wirtschaftsabschwung das Friseurgeschäft wieder floriert, und die Erinnerung an Elvis Presley aufrecht erhalten bleibt.
Von Bayern gehen die meisten politischen Dummheiten aus. Aber wenn die Bayern sie längst abgelegt haben, werden sie anderswo noch als der Weisheit letzter Schluss verkauft. (Franz Josef Strauß)
Ein politisches Erdbeben in Bayern hat den Mythos CSU endgültig zerstört. Nach 40 Jahren Alleinherrschaft muss die Partei angesichts schwer wiegender Verluste künftig die Macht teilen.
Der herausragende Volkstribun und brillante Querdenker Franz Josef Strauß war die Schlüsselfigur einer wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Modernisierung Bayerns, und schaffte es, die CSU als Alleinherrscher in der politschen Landschaft Bayerns zu etablieren. Sein plötzlicher Tod im Jahr 1988 ließ Zweifel an der zukünftigen Richtung der CSU aufkommen, jedoch gelang unter den Ministerpräsidenten Max Streibl und Edmund Stoiber eine erneute Stabilisierung des eingeschlagenen politischen Kurses.
Seit Stoibers Abgang steckt die CSU in einer tiefen Identitätskrise, wie Peter Fahrenholz, guter Kenner des CSU-Schmierentheaters (als solches geworden, seit Mittelmaß das Maß aller Dinge in der bundesrepublikanischen Politik gilt), in einem Kommentar in der Süddeutschen Zeitung einst bemerkte.
Bei Triumviraten wird immer einer umgebracht. (Kurt Beck, zur Auseinandersetzung zwischen Erwin Huber, Günther Beckstein und Horst Seehofer um die Stoiber-Nachfolge, 21.02.2007, Der Spiegel)
Dr. Frank-Walter Steinmeier, Hoffnungsträger der SPD?
Zur Nacht der langen Messer bei der SPD und wie die neue Parteiführung nun den Nacht-und-Nebel-Rausschmiß des Parteivorsitzenden Kurt Beck als freiwilligen Rücktritt an die Öffentlichkeit verkaufen will, äußert sich der stets brillante Dr. Heribert Prantl, Leiter Innenpolitik der Süddeutschen Zeitung wie folgt:
“Was also soll, so mochte man fragen, die Aufregung? Sie war berechtigt. Seit Talleyrand weiß man: Hochverrat ist eine Frage des Datums. Man muss nicht ganz so drastisch werden, um zu beschreiben, was da in der SPD passiert ist. Steinmeier hat Beck nicht verraten – aber ihm das Heft aus der Hand genommen. Er ließ seinem Parteivorsitzenden nicht einmal zum Schein, was Sache des Vorsitzenden ist: die Kür des Kanzlerkandidaten.
Bei einer Fahrerflucht (§ 142 StGB, unerlaubtes Entfernen vom Unfallort) droht eine Geldstrafe oder Freiheitsstrafe, die Beschlagnahme des Führerscheins, die Entziehung der Fahrerlaubnis sowie eine Sperre für die Neuerteilung der Fahrerlaubnis.
Eine bekannte deutsche “Volksvertreterin” muss aber dies nicht fürchten, und darf mit reinem Gewissen unbeschollt davon kommen. Politiker-Rabatt bei der Strafzumessung oder Verständnis dafür, dass Frauen ohnehin nicht ein- und ausparken können?
In den USA hätte sie wohl von allen Ämtern zurücktreten müssen, um der Vorbildfunktion der Politiker nicht zu schaden. Im alten obrigkeitshörigen Europa dagegen haben “Volksvertreter” Narrenfreiheit.
Wir laden Sie herzlich zu unserer Veranstaltung ein:
“Die NPD – Eine Gefahr für unsere Demokratie!“
Dienstag, den 29. April 2008, von 13 bis 16 Uhr Abgeordnetenhaus von Berlin
Preußischer Landtag – Raum 311
10111 Berlin (Nähe S- und U-Bhf Potsdamer Platz)
Es diskutieren:
- Dr. Rudolf van Hüllen, Verfasser des Buches “Das Rechtsextreme Bündnis: Aktionsformen und Inhalte” im Auftrag der Konrad-Adenauer-Stiftung,
- Michael Heinisch, Sozialdiakonische Jugendarbeit Lichtenberg,
- Frank Henkel MdA, innenpolitischer Sprecher der CDU-Fraktion,
- Dr. Viola Neu, Konrad-Adenauer-Stiftung.
Moderation:
Prof. Dr. Manfred Wilke, stv. Landesvorsitzender und Leiter des Forums für Demokratie, Geschichte und Extremismus der CDU Berlin.
Wir würden uns freuen, wenn wir Sie auf unserer Veranstaltung begrüßen könnten.
von Narcisse Caméléon, Ressortleiter Deppologie der HIRAM7 REVIEW
Kultur ist vor allem Einheit des künstlerischen Stiles in allen Lebensäusserungen eines Volkes. Vieles Wissen und Gelernthaben ist aber weder ein notwendiges Mittel der Kultur, noch ein Zeichen derselben und verträgt sich nötigenfalls auf das beste mit dem Gegensatz der Kultur, der Barbarei, das heisst: der Stillosigkeit. (Friedrich Nietzsche)
“Everybody’s Darling is Everybody’s Depp”, sagte zu Recht der brillante Politiker und begnadete Polemiker Franz-Josef Strauß. Und tritt grandiös schlagfertig nach: “Ich halte viel von Bescheidenheit, doch manchmal halte ich es auch mit Goethe: Nur Lumpen sind bescheiden … Heute bin ich erstaunlicherweise von Kritik verschont geblieben. Darum übe ich sie selbst an mir, damit ich sie widerlegen kann”.
Menschlichkeit und Gerechtigkeit sind die Prinzipien, nach denen ein Staat geführt wird, doch nicht die Armee; Opportunismus und Flexibilität dagegen sind militärische, keine zivilen Tugenden. (Sun Tsu, Die Kunst des Krieges)
“Der ehemalige Grünen-Politiker Oswald Metzger will zur CDU wechseln und strebt bei der nächsten Wahl im Jahr 2009 wieder ein Bundestagsmandat an. Das kann noch verhindert werden. Spätestens durch die Bürger in seinem Wahlkreis”, meint Frank Schmiechen in der Tageszeitung Die Welt.
Und fügt hinzu: “Wer aber gestern den Ausführungen in eigener Sache von Oswald Metzger von den Grünen folgte, muss sich fragen, ob es nicht besser gewesen wäre, wenn sich dieser schamlose Selbstdarsteller aus der Politik verabschiedet hätte.”
Man hat das Gefühl, dass gewisse Spielregeln für die da oben nicht mehr gelten und dass das, was zur Elite gehört, sich eben nicht mehr so benimmt, als dass man darauf schließen kann, dass sie auch eine gewisse Vorbildfunktion haben, ohne die unsere Gesellschaft nicht auskommt. (Hanns-Eberhard Schleyer, Generalsekretär des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks)
“Zehn Prozent der Deutschen zahlen 50 Prozent der Steuern, aber sie verdienen auch rund 40 Prozent der Einkommen. Entscheidend ist der Unterschied zwischen den versteuerten Vermögenserträgen und den tatsächlichen Vermögenserträgen. Da wird einem ganz schwindlig. Die reichsten zehn Prozent haben Einnahmen von rund 100 Milliarden Euro, versteuern aber nur Erträge von 20 Milliarden. Die Steuerprüfung operiert da nur auf bescheidenem Niveau. [...] Schon Ende der neunziger Jahre verdiente das obere Promille der Deutschen soviel, dass nur die reichen Amerikaner noch mehr hatten. Zu dieser Entwicklung hat die Politik der letzten 15 Jahre mit ihren Steuergeschenken entscheidend beigetragen. Die Kluft zwischen Arm und Reich ist in keinem anderem Land Westeuropas so tief aufgerissen wie in Deutschland.”
“Daher muss ein kluger Mann stets Wegen folgen, die von großen Männern beschritten wurden, und die hehrsten Vorbilder nachahmen, damit ein gewisser Abglanz auf ihn fällt, wenn er auch nicht an sie heranreicht.” -Niccolò Machiavelli (Der Fürst)
In dem Spiegel hat sich auch Reinhard Mohr Gedanken über die Vorbildfunktion der Eliten gemacht und ist zum Ergebnis gekommen, dass hysterische Verehrung der Promis und grenzenlose Gier nach Ruhm und Reichtum das neue Opium des Volkes seien:
“Du sollst Dir kein falsches Vorbild machen. Und trotzdem tun wir es immer wieder: Millionen Deutsche gieren nach Glanz und Glamour von Fußballstars, Managern, Adel und anderen Prominenten – so korrumpiert diese auch sein mögen. Denn das Publikum verwechselt hartnäckig Glück mit Geld.”
“Es gibt nur einen vernünftigen Weg: Wir müssen den Bedarf an fossilen Brennstoffen einschränken und, da niemand auf sie verzichten wird, sie sauberer machen. Also müssen wir Technologien einsetzen, die viele Umweltschützer mit abergläubischem Horror betrachten. Bei der Atomenergie gibt es bekanntlich Probleme mit der Sicherheit und der Müllentsorgung. Sie ist keineswegs das Allheilmittel, doch sie zu verteufeln ist schlimmste grüne Ideologie.”
Prosecutors in Germany have raided the national headquarters of the extreme-right National Democratic Party (NPD) in Berlin. According to media reports, the raid was carried out in relation to a case of suspected embezzlement by the party’s treasurer, Erwin Kenna, who has reportedly been arrested.
Meanwhile, the president of the Central Council of Jews in Germany, Charlotte Knobloch, has called for a fresh attempt to get the NPD banned by the Constitutional Court. Knobloch said that the enemies of democracy should not receive annual state funding of € 1.2 million, referring to a German law that awards funding to all parties that compete in regional or federal elections and obtain a minimum number of votes.
A previous attempt to have the NPD banned in 2004 failed. Knobloch said that society was often “ignorant” regarding “criminal groups disguised a political parties”, such as the NPD. Many NPD leaders repeatedly deny the Holocaust and are linked to neo-Nazi and skinhead groups.
The party is represented in two regional parliaments. Germany’s federal intelligence agency classifies the NPD as a “threat to the constitutional order” because of its platform and philosophy. A ban of the party by the Constitutional Court would allow the seizure of all party assets.
A Foreign Policy article analyzes the way economic subjects are taught in French and German schools, arguing that it is creating citizens who believe that free enterprise and entrepreneurship are immoral.
“Both the French and German cases show the limits of trying to run against the grain of deeply held economic ideology. Yet, training the next generation of citizens to be prejudiced against being enterprising and productive is equally foolhardy. Fortunately, such widespread attitudes and the political outcomes they foster aren’t only determined by tradition and history. They are, to a great extent, the product of education. If countries like France and Germany hope to get their nations on a new economic track, they might start paying more attention to what their kids are learning in the classroom.”
Im Gespräch mit der Berliner Zeitung prangert der FDP-Kulturpolitiker Hans-Joachim Otto, Vorsitzender des Ausschusses für Kultur und Medien des Deutschen Bundestages, die “Reformunfähigkeit der deutschen Medienpolitik” an, die sich nicht nur in der Frage der Gebühreneinzugszentrale (GEZ) zeige (“den Schnüffelapparat GEZ gibt es weiter”), sondern auch in der Internet-Aktivitäten der Öffentlich-Rechtlichen:
“Weil uns weisgemacht werden soll, dass es qualitätsvollen Journalismus im Internet nur gebe, wenn sich die Öffentlich-Rechtlichen dort als Anbieter betätigen. Das ist kompletter Unsinn, schließlich existieren auch hervorragende Zeitungen in Deutschland ohne Gebühren. Es spricht nichts dagegen, programmbegleitend im Internet aktiv zu sein. Aber eigens für das Internet produzierte öffentlich-rechtliche Inhalte zwingen privaten Anbietern einen Verdrängungswettbewerb auf. Das ist unfair.”
In einem Essay erschienen in der Frankfurter Rundschau zieht der Historiker Götz Aly Parallelen zwischen den 68ern und ihren Eltern, den 33ern.
“Die Kinder der 33er waren Getriebene, konfrontiert mit einer Last, die sie nicht zu verantworten hatten, der sie jedoch nicht ausweichen konnten. Chinesisch, kubanisch, sowjetisch oder trotzkistisch verfremdet veranstalteten sie nach den in Deutschland gebräuchlichen Regievorlagen eine Farce, die der Tragödie von 1933 folgte. Sie inszenierten eine Variante des politisch eindimensionalen Utopismus, auf dessen Trümmern sie groß geworden waren.”
Roland Koch, als Kanzlerkandidat nun definitiv erledigt, wird wohl bei der Bundestagswahl 2009 den Weg für seinen innerparteilichen Kontrahenten und konsensfähigeren Hoffnungsträger der Union Christian Wulff frei machen müssen. Von Niedersachsen lernen, heisst für die CDU siegen lernen.
Die veritable Sensation der Landtagswahlen in Hessen und Niedersachsen bleibt jedoch das schlechte Abschneiden der Grünen, das das Ende dieser Partei auf Bundesebene bedeutet, da der politische Raum der Grünen schon längst von der FDP und der Linkspartei erorbert worden ist und die Themen der Grünen für die Wähler irrelevant geworden sind, auf Grund der Tatsache, dass Umweltschutz überall angekommen ist. FDP und Linkspartei, die als Protestparteien enttäuschte Konservative, geprellte Arbeitnehmer (“die mehr Netto vom Brutto”-Kampagne der FDP) und Globalisierungsverlierer politisch resozialisieren, werden sicherlich in Zukunft als Koalitionsmacher oder Spaßverderber im bundesrepublikanischen Schlachtfeld für Spannung sorgen.
Dazu ein brillanter Kommentar von Dr. Heribert Prantl, Ressortleiter Innenpolitik der Süddeutschen Zeitung: