Revitalizing the Transatlantic Security Partnership – An Agenda for Action

November 13, 2009

A Venusberg Group and Rand Corporation Project

Report written by F. Stephen Larrabee and Julian Lindley-French

The election of Barack Obama as the new U.S. president provides an opportunity to overcome many of the divisions that have bedeviled U.S.-European relations in recent years and give the transatlantic partnership new dynamism and vision. In the coming decade, the United States and Europe face a daunting array of challenges. These challenges are so complex and demanding that neither the United States nor Europe can manage them on their own. They require close and sustained collective action.

To manage these challenges successfully, the transatlantic relationship needs a new mindset based on the premise that a multipolar world is emerging—one that will affect foreign policy options and consequently the ability of Americans and Europeans to shape others. To that end, a new transatlantic security partnership must be crafted that reflects both the new global realities and the political realities in Europe and the United States.

Central to such a partnership will be shared interests and values and a mutual commitment to the projection of stability and the anchoring of emerging powers in effective multilateral institutions underpinned by a strong commitment to the international rule of law. Specifically needed is a new architecture founded on a strong U.S. involvement in NATO, NATO-EU relations aimed at promoting and projecting effective civil-military security beyond the Euro-Atlantic area and an EU-U.S. security relationship that assures the protection of the home base.

This report is aimed at furthering that goal. It seeks to define the substance and parameters of a new security partnership between the United States and Europe as well as to outline an Agenda for Action for the new partnership.

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Alan Poseners Kolumne: Journalisteneitelkeit, Journalistenehrlichkeit

November 13, 2009

Der britisch-deutsche Journalist Alan Posener kommentiert wöchentlich das Zeitgeschehen in Politik, Gesellschaft, Wirtschaft und Kultur für HIRAM7 REVIEW.

Von Alan Posener
Die Welt / Welt am Sonntag / HIRAM7 REVIEW

Zu den weniger erfreulichen Seiten des Journalismus in Deutschland gehört die Praxis, Interviews vom Interviewten autorisieren zu lassen. In der angelsächsischen Welt geht man erheblich lockerer damit um. Man vertraut dem Journalisten, das Gespräch richtig wiederzugeben.

Sicher, für die Autorisierung gibt es einen nachvollziehbaren Grund: anders als im Fernsehen oder im Radio wird das Interview im Print-Medium (und online, wie wir gleich sehen werden) nachträglich bearbeitet: gekürzt, sprachlich geglättet und so weiter. Da kann es vorkommen, dass der oder die Interviewte sich falsch dargestellt findet, indem etwa ein wichtiger Nebensatz weggekürzt wird.

Und: von einem autorisierten Interview kann man sich ja nicht nachträglich distanzieren, wie das zuweilen in den USA oder Großbritannien – mit Hinweis auf die Bearbeitung durch den Journalisten – geschieht. Immer wieder erleben wir jedoch, dass gerade PolitikerInnen (oder ihre Presseleute) bei der Autorisierung das Interview bis zur Unkenntlichkeit verändern. Eindeutige Aussagen werden zurückgenommen, Kontroverses oder Interna gestrichen.

Umso erstaunlicher ist das berüchtigte Sarrazin-Interview mit seiner Diffamierung der dummen Unterschicht und der nutzlosen Zuwanderer. Man muss sich vor Augen halten: das sind nicht „unbedachte“ Äußerungen. Das sind Aussagen, die vom Interviewten (und im Falle Sarrazins auch von seinem Vorgesetzten, dem heutigen Bundesbank- und wohl künftigen EZB-Chef Axel Weber) in Ruhe nach dem Interview gelesen und autorisiert wurden.

Aber das nur nebenbei. Gut: PolikerInnen wollen sich möglichst gut präsentieren; das ist nachvollziehbar. Neulich erlebte ich zum ersten Mal den Fall, dass ein Interview nachträglich geändert wurde, um den Interviewer besser aussehen zu lassen.

Es handelt sich um dieses Interview mit mir in Telepolis.

Man hätte immerhin darauf hinweisen sollen, finde ich, dass das Interview per E-Mail geführt wurde; aber das nur nebenbei.

Ich habe das Interview autorisiert (was tut man nicht alles, um PR für sein Buch zu machen) denke aber doch, dass das ursprüngliche Interview besser war: siehe vor allem Punkt 3:

1) Herr Posener, warum hassen Sie die Kirche?

Was für eine schwachsinnige Frage. Ich hasse die Kirche gar nicht. Ich stehe auf dem guten, alten preußischen Standpunkt, dass jeder nach seiner Façon selig werden soll – der Christ, der Muslim, der Jude, der Atheist. Wer mich in Ruhe lässt, den lasse ich in Ruhe.

2) Sie sind ja bekannt für Ihre Frontalangriffe. In Ihrem neuen Buch „Benedikts Kreuzzug. Der Angriff des Vatikans auf die moderne Gesellschaft“ greifen Sie den Papst an. Ist Papst Benedikt ein Gegner von Demokratie und Aufklärung? Woran machen Sie es fest? Was Frontalangriffe angeht, so sind sie wohl besser als Dolchstöße in den Rücken, meinen Sie nicht auch?

Ich greife den Papst an, weil er die Demokratie und plurale Gesellschaft angreift. Er diffamiert sie als “Diktatur des Relativismus” und fordert nicht nur das Recht, etwa die Homosexualität als “objektive Ordnungsstörung im Aufbau der menschlichen Existenz ” zu verurteilen, sondern eine Art Wächterrat, der die Entscheidungen des demokratischen Staates auf ihre Übereinstimmung mit der Moral überprüfen soll – eine Forderung, bei der er sich mit den Pius-Brüdern und den Teheraner Mullahs einig weiß. Ich greife den Papst an, weil er die Aufklärung angreift. Er sieht den “Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit”, wie es Kant formulierte, als Verfallserscheinung an und fordert die “Reinigung der Vernunft” durch den Glauben – was wiederum bedeutet: ich, Ratzinger, entscheide, was vernünftig ist und was nicht.

Um es klar zu sagen: ich habe nichts dagegen, wenn der Papst sagt: Homosexualität ist eine Sünde. Bitte sehr, das sollen die schwulen Katholiken, von denen es gerade in der Priesterschaft jede Menge gibt, mit ihm und ihrem Gewissen ausmachen. Das liegt auf der gleichen Linie wie das Verbot, Schweinefleisch zu essen bei Juden und Muslimen. So lange sie mir nicht verbieten, Schweinebraten und Schinken zu essen, ist es ihr Problem, wenn sie sich den Genuss entgehen lassen.

Wenn aber gesagt würde, Schweinefleisch zu essen sei eine “objektive Ordnungsstörung”, dann habe ich ein Problem. Ich habe nichts dagegen, wenn der Papst sagt, wir setzen den Glauben über die Vernunft. Bitte sehr, das sollen die mündigen Katholiken mit ihm und ihrem Gewissen ausmachen. Aber wenn er versucht, den Begriff Vernunft selbst so umzudeuten, dass er Glaube bedeutet, dann habe ich ein Problem.

3) Sie werfen Ihm in ihrem Buch vor, dass er von seinem Großonkel geprägt wurde, der antisemitische Hetzschriften verfasst habe. Wer war diese Person, und in wieweit war dieser ein Vorbild für den Theologen Ratzinger?

Sie haben mein Buch offenbar nicht gelesen. Ich werfe ihm mitnichten vor, dass er von seinem Großonkel Georg Ratzinger geprägt wurde. Das ist Unsinn. Ich sage auch nicht, dass der bayerische Nationalist und antisemitische Publizist Georg Ratzinger ein Vorbild für Joseph Ratzinger gewesen sei. Ich lehne die Sippenhaftung ab.

4) Die Aufhebung der Exkommunizierung der Pius-Brüder und des Holocaust-Leugners Williamson wurden in der Öffentlichkeit als eine Panne des Papstes dargestellt, der in diesem Fall einfach schlecht beraten gewesen sei. War das ein Versehen, oder steht dahinter eine bestimmte Haltung?

Der Versuch, die Affäre um Williamson und die Pius-Brüder als Panne abzutun, war ein dummer Schachzug der Benedikt-Verteidiger. Denn wenn der Papst nicht weiß, was er tut, ist er als Papst ungeeignet. Ratzinger weiß aber natürlich sehr genau, was er tut. Er war schon als Chef der Glaubenskongregation mit der Frage der Pius-Brüder befasst und kennt ihre Schriften. Um es deutlich zu sagen: die Pius-Bruderschaft ist keine konservative, sondern eine offen reaktionäre Vereinigung, die den kirchlichen Antijudaismus konserviert, die also mehr oder weniger institutionell antisemitisch ist.

Die Bruderschaft befürwortet eine Abschaffung des weltlichen Staats und ihre Ersetzung durch eine Theokratie ähnlich der im Iran, die Drogen, Prostitution, Pornographie, Blasphemie, Homosexualität und so weiter verbieten und die Todesstrafe wieder einführen würde. Das weiß Benedikt, und trotzdem betreibt er die Annäherung an diese Leute und kommt ihnen weit entgegen, zum Beispiel mit der Aufwertung der lateinischen Liturgie, deren Abschaffung durch das Zweite Vatikanische Konzil vordergründig zur Abspaltung der Pius-Brüder von der Kirche geführt hat. In Wirklichkeit jedoch passte den Pius-Brüdern die ganze Richtung des Konzils nicht. Und sie passt Benedikt auch nicht.

5) Von kirchlicher Seite wird Ihnen vorgeworfen, dass Sie einen „atheistischen Fundamentalismus“ vertreten würden, und somit jede andere Einstellung als böswillig hinstellen. Manfred Lütz sagt, dass der Papst ein „brillanter Intellektueller“ sei und den Islam herausfordere. Ist das ein persönlicher Kreuzzug von Ihnen gegen die Kirche? Auf was konkret stützen Sie ihre Analysen?

Ich bin zwar getaufter Anglikaner, zugleich aber Atheist, ja. Worin ein “atheistischer Fundamentalismus” bestehen soll, weiß ich nicht. Auf mich jedenfalls trifft diese Bezeichnung nicht zu. Ich stelle doch nicht jede andere Einstellung als böswillig hin, und wer mir das unterstellt, kennt mich nicht. Ich habe bekanntlich ein Buch über die Jungfrau Maria, die Mutter Jesu, geschrieben, das von allen Katholiken, die ich kenne, mein Freund Manfred Lütz eingeschlossen, gelobt wird – und in dem ich übrigens Joseph Ratzinger zustimmend zitiere. Ich habe nicht den geringsten Grund, einen “Kreuzzug gegen die Katholische Kirche” zu führen, was ohnehin ein Widerspruch in sich wäre, obwohl wir Anglikaner, wie Sie wissen, seit Heinrich VIII. unsere Probleme mit Rom gehabt haben. Hätten Sie jedoch mein Buch gelesen, und nicht nur die Rezensionen, würden Sie wissen, dass ich an keinem Punkt die Kirche als solche angreife. Meine Analyse der Ansichten und Absichten Benedikts stützt sich, das wüssten Sie, wenn Sie das Buch mit seinen 274 Anmerkungen auch nur angeschaut hätten, auf Reden, Schriften und Interviews von Joseph Ratzinger. Also auf öffentlich zugängliches Material.

6) Ist diese Feindschaft gegen die Moderne eine neuere Entwicklung unter Papst Benedikt, oder war diese auch unter Papst Johannes Paul II. Vorhanden?

Johannes Paul II. war – im Gegensatz zu Benedikt XVI. – ein großer Mann. Er gehört, zusammen mit seinem Landsmann Lech Walesa, mit Ronald Reagan, Maggie Thatcher und – vor allem – Michail Gorbatschow, zu den Persönlichkeiten, die das reaktionäre System des Kommunismus zu Fall gebracht haben. Aber für den polnischen Papst war das westliche System nur das kleinere Übel. Von Wojtila sagte man, er wolle zwei Revolutionen rückgängig machen – die russische und die französische. Dabei war er jedoch, vielleicht wegen seiner Erfahrungen mit dem Kommunismus, nicht so radikal wie Ratzinger, den er allerdings gefördert hat. Johannes Paul II. hat Galileo Galilei rehabilitiert und den Darwinismus anerkannt. Benedikt hat den Prozess der Inquisition gegen Galileo verteidigt und propagiert die unwissenschaftliche Lehre des “Intelligent Design” gegen den Darwinismus.

In einer Zeit, die ohnehin von Wissenschaftsskepsis und Halbwissen geprägt ist, bedeutet Benedikts Abkehr von der Vernunft eine Katastrophe.

Die in HIRAM7 REVIEW veröffentlichten Essays und Kommentare geben nicht grundsätzlich den Standpunkt der Redaktion wieder.


Zahal-Orchester auf Tour in Deutschland

November 10, 2009

Keren Hayesod Deutschland

Keren Hayesod Deutschland veranstaltet zwischen dem 14. und 23. November 2009 eine Konzertreihe mit dem Orchester der Israelischen Verteidigungsstreitkräfte (ZAHAL).

 Termine in Deutschland

14.11.2009: Jüdische Gemeinde Dortmund

16.11.2009: Jüdische Gemeinde Hannover

17.11.2009: Jüdische Gemeinde Kassel

19.11.2009: Sankt Marienkirche, Stralsund

21.11.2009: Jüdische Gemeinde Hamburg

22.11.2009: Kraftwerk e.V., Chemnitz

23.11.2009: Historische Rathaus, Nürnberg

Kontakt

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Keren Hayesod Berlin

Kurfürstendamm 196 – 10707 Berlin

Tel.: (030) 88 71 93 3 – Fax: (030) 88 71 93 50

E-Mail: kh.berlin@keren-hayesod.de


Alan Poseners Kolumne: Henryk M. Broders Farce ist vorbei

November 5, 2009

Der britisch-deutsche Journalist Alan Posener kommentiert wöchentlich das Zeitgeschehen in Politik, Gesellschaft, Wirtschaft und Kultur für HIRAM7 REVIEW.

Von Alan Posener
Die Welt / Welt am Sonntag  / HIRAM7 REVIEW

Nach zwei Wochen war die Farce vorbei. In der letzten Ausgabe des Nachrichtenmagazins Der Spiegel zog Henryk M. Broder seine Kandidatur für den Posten des Zentralrats der Juden in Deutschland zurück.

Buchen unter eiaculatio praecox, mochte man meinen, und zu wichtigeren Dingen übergehen, wozu ziemlich alles gehört, was man sich denken kann – hätte der Spiegel nicht in der „Hausmitteilung“ vom 2. November 2009 behauptet, der „Meister der gezielten Provokation“ habe deshalb auf die Fortsetzung seines Wahlkampfs verzichtet, weil er bereits sein Ziel erreicht habe. Denn „die subversive Kraft der Provokation entfaltete ihre Wirkung – eine ernsthafte Diskussion über die Vertretung der Juden in Deutschland ist jetzt entbrannt.“

Ach ja? Über das Niveau dieser brennenden Diskussion, die wir so nötig haben wie die „Sarrazin-Kontroverse“ oder den „Sloterdijk-Streit“, und über ihre Nutznießer, habe ich in meinem letzten Posting geschrieben. Nun hat sich auch Henryk in meinem Sinne geäußert und damit den redaktionellen Bullshit von der „ernsthaften Diskussion“ entlarvt.

In einem zweiseitigen Beitrag über sich selbst schreibt er im Spiegel:

„Zugleich scheint der Übergang zwischen echtem Leben und virtueller Welt immer einfacher zu werden. Die Linke nominiert für das Amt des Bundespräsidenten einen TV-Kommissar, der davon träumt, Banker eigenhändig zu verhaften. Schauspieler, die in Soaps Ärzte spielen, machen in Talkshows Vorschläge zur Optimierung der Gesundheitsreform. Der FDP-Veteran Rainer Brüderle traut sich zu, den Wirtschaftsminister zu geben. Da könnte auch Boris Becker Familienminister werden und ich – Präsident des Zentralrats der Juden“

Genau. Wobei die opportunistische Attacke auf Brüderle, um dem besserwisserischen Spiegel-Leser zu gefallen, typisch ist – der ausgewiesene Wirtschaftsfachmann gehört weiß Gott nicht in die Reihe Peter Sodann, Soap-Stars, Boris Becker, Henryk M. Broder. Eher fallen einem zur Ergänzung dieses Ruhmesreigens Oskar Lafontaine und Gregor Gysi ein, ebenfalls Selbstdarsteller, die immer bloß so tun, als könnten sie ein Amt ausfüllen, und die beide nach kurzer Zeit in der Verantwortung die Brocken hingeschmissen haben.

Was an Henryk seit einiger Zeit so peinlich ist – das ist die Tatsache, dass er sich zum Ausleben seiner Provokationssucht immer Objekte vorknöpft, die ihm nicht Paroli bieten können oder wollen – intellektuelle Fliegengewichte wie Frau Hecht-Galinksi; Leute, die ohnehin von der antisemitischen Meute verhasst sind wie Michel Friedman; oder Institutionen, die sich zu schade sind, sich mit ihm in der Gosse zu prügeln: das Zentrum für Antisemitismusforschung etwa oder eben den Zentralrat. „Pick on someone your own size“ hieß es in meinem britischen Internat, wenn sich etwa einer der pubertierenden Rüpel einen kleinen Jungen vornahm. Der Appell an die Mannesehre verfehlte selten ihre Wirkung.

Gut, das war England. Und dennoch möchte ich an Henryk appellieren: „Pick on someone your own size“; zum Beispiel deinen Arbeitgeber, den Spiegel. Was kann der schon machen, hat er dich nun ganz offiziell in einer Hausmitteilung zum „Meister der gezielten Provokation“ erklärt? Nichts kann er machen, du gehörst doch zum Inventar.

Wie du weißt, vergeht kaum eine Woche, in der nicht irgendeine anti-israelische Spitze in diesem „Nachrichten“-Magazin erscheint – just in jener Ausgabe, in der deine heldenhafte Provokation des Zentralrats gefeiert wurde, endete ein Artikel, in dem es um den von Israel vereitelten Versuch Syriens ging, einen Atomreaktor zu bauen, mit dem Hinweis, „viele radikale Israelis“ wollten einen Staat, der vom Euphrat bis zum Mittelmeer reicht. Will sagen: kann man es den Syrern verdenken, wenn sie sich wehren wollen?

Pick on someone your own size, Henryk. Man überlebt es. Schau mal:

http://www.kaidiekmann.de/friendly-fire/2009/11/04/

Und weil es so schön war, hier das Ganze noch einmal live:

http://www.welt.de/videos/debatte/article5070626/Broders-Bullshit.html#autoplay

Die in HIRAM7 REVIEW veröffentlichten Essays und Kommentare geben nicht grundsätzlich den Standpunkt der Redaktion wieder.


Ein (verfehlter) Blick in das Netzwerk der Freimaurer

November 4, 2009

Eine Glosse von Narcisse Caméléon, Ressortleiter Deppologie der HIRAM7 REVIEW

In einem klischeebehafteten Artikel erschienen im Wirtschaftsteil der Tageszeitung Die Welt phantasiert Anette Dowideit im besten Boulevardstil über die bis dato von der Medienverblödung verschonten Freimaurerei. Pünktlich zur Erscheinung der neuen Dan Browns Massenverblödungswaffe – Symbol – musste ja eine Zeitung die Massen mit Verschwörungswahn futtern, um den grausigen Alltag in Zeiten der globalen Finanzkrise erträglicher zu machen und gleichzeitig ein entsprechendes Erklärungsmuster zur Verfügung zu stellen.

Das Springer-Blatt meldete sich freiwillig und schickte eine bis dahin unbekannte Redakteurin. Eine Praktikantin hätte in diesem Fall gereicht.

Dieser Artikel ist überflüssig und noch schlimmer: er verstärkt die bereits vorhandenen Vorurteile gegenüber der Freimaurerei und Freimaurern. Zudem hat dieser Artikel im Wirtschaftsteil nichts zu suchen.

Man sollte diesen Artikel mit den Worten von Sir Winston Churchill zur Kenntnis nehmen und ad acta legen: “Die Freiheit der Rede hat den Nachteil, daß immer wieder Dummes, Häßliches und Bösartiges gesagt wird. Wenn wir aber alles in allem nehmen, sind wir doch eher bereit, uns damit abzufinden, als sie abzuschaffen.”

Lesenswert ist dieser Artikel dennoch: um zu erfahren wie dämmlich und ahnungslos Leserkommentare sein können.

Zum Artikel.

Die in HIRAM7 REVIEW veröffentlichten Essays und Kommentare geben nicht grundsätzlich den Standpunkt der Redaktion wieder.


Alan Poseners Kolumne: Henryk M. Broders belangloser PR-Coup

October 29, 2009

Der britisch-deutsche Journalist Alan Posener kommentiert wöchentlich das Zeitgeschehen in Politik, Gesellschaft, Wirtschaft und Kultur für HIRAM7 REVIEW.

Von Alan Posener
Die Welt / Welt am Sonntag  / HIRAM7 REVIEW

Es ist schon erstaunlich: Wenn man in Deutschland eine Stellungnahme zum Holocaust braucht, ruft man die Agentur Rent-a-Jew an und bekommt je nach politischer Präferenz einen Juden zugeteilt, obwohl der Holocaust die Juden nicht mehr angeht als die Arier; weniger sogar, denn das Klärungsbedürftige am Holocaust liegt nicht auf der Opfer-, sondern auf der Täterseite.

Wenn es aber um Henryk M. Broders Kandidatur für den Posten des Präsidenten des Zentralrats der Juden gibt, dann haben plötzlich alle Gojim selbst eine Meinung, obwohl der Zentralrat eigentlich nur die Juden etwas angeht.

Und diese Meinung lautet: Gut, dass der Kerl den Zentralrat aufmischt.
Das sollte einen stutzig machen.

Wenn der Zentralrat, wie Henryk meint, so ungefährlich und gestrig ist, warum sind alle Gojim so froh, dass Broder ihm zeigen will, wo der Hammer hängt?

Überhaupt: Warum tun alle so, als habe Henryks Kandidatur etwas zu tun mit einer Krise des Zentralrats, wo sie doch nur etwas zu tun hat mit einer Lebenskrise Henryk M. Broders?

Ich habe mit dem Zentralrat genauso wenig zu tun wie Henryk. Weniger, denn pro forma könnte er etwas damit zu tun haben, wenn er wollte, was er aber nicht will. Ich nicht.

Ich stelle nur eine Frage: Im Spiegel hat Henryk seine Selbsteinschätzung wiederholt, er sei der „Pausenclown“ der Deutschen. Das stimmt, und diese Rolle hat er sich hart erarbeitet.

Soll der Sprecher der Juden in Deutschland ein Clown sein? Wer könnte das wollen? Wem würde das nutzen? Außer Henryk, meine ich.

Die in HIRAM7 REVIEW veröffentlichten Essays und Kommentare geben nicht grundsätzlich den Standpunkt der Redaktion wieder.


Sir James Paul McCartney’s Good Evening Europe Tour 2009

October 24, 2009
Photograph of Paul McCartney as The Beatles arrive in New York City in 1964.]]
Legendary singer and songwriter Paul McCartney (67) – knighted Sir James Paul by Queen Elizabeth II on March 11, 1997 – unveiled his schedule for his “Good Evening Tour Europe 2009”.
 
It will be a seven city run, that will mark his only appearance in Europe this year, starting with his “hometown” Hamburg, where The Beatles Story began.

Good Evening Europe Tour 2009:

December 2, 2009: Hamburg, Germany – Color Line Arena
December 3, 2009: Berlin, Germany – O2 World
December 9, 2009: Arnhem, Holland – Gelredome
December 10, 2009: Paris, France – Bercy
December 16, 2009: Cologne, Germany – Koln Arena
December 20, 2009: Dublin, Ireland – The O2
December 22, 2009: London, England – The O2 Arena


Alan Posener’s Column: The Open Society and its Trends

October 23, 2009

by Alan Posener
Die Welt / Welt am Sonntag  / HIRAM7 REVIEW

Something’s going on in Europe, and I don’t like it.

There’s the future German Foreign Minister Guido Westerwelle’s refusal to even listen to the question of a BBC correspondent, unless it’s put to him in German:

There’s the BBC giving the British National Party’s Nick Griffin a nationwide TV platform for his racist and anti-Semitic views.

And there’s people not only defending German Central Banker Thilo Sarrazin’s right to make racist comments, but denying that they are racist and demanding a muzzle for people who dare to say they are racist.

You only have to look at the comments on Youtube and elsewhere to realize what it is that is going on here: the political and chattering classes have abandoned the rules governing their chatter; nationalism, racism and intolerance in general are being allowed back into polite society after spending the past 40 years out in the cold.

Political correctness – that great civilizer – is dead. Multiculturalism is under siege. And the ban on anti-Semitism – which the Catholic Church has already lifted by welcoming back the anti-Semitic Pius Brotherhood into its ranks – will soon be as worthless as the paper on which Sir Karl Popper’s great book on the Open Society was written.

I mention Karl Popper, because in the age of Totalitarianism he confronted a vexing question of democracy head-on: was the open society bound by its own philosophical, legal and political parameters to tolerate the propaganda of its enemies?

Popper said no: there was no reason to tolerate intolerance; no reason to grant freedom to the enemies of freedom; there should be no openness towards the enemies of openness. People who want one man, one vote one time should not – as they were in Gaza – be allowed to contest elections. Democracy is more important than freedom; more important than truth; more important than justice – or any one of the multitude of ideas, concepts, slogans and ideals in whose name one could (and people have tried to) suspend democracy.

It’s always the enemies of tolerance who chafe at this seeming intolerance of democracy. One shouldn’t let oneself be fooled. People say, “If you stop people from saying what Sarrazin said, you are denying 80 percent of the population a voice.”

Well, if 80 percent of the population are racist, which I don’t believe for a moment, but I’m saying if, then fuck them and there’s all the more reason to keep a tight lid on what is said by public figures, isn’t there?

Popper didn’t call his book “The Majority Rules”, he called it “The Open Society”. Even 99 percent of the population don’t have the right to dismantle the open society and replace it with a society in which privileges are awarded or denied according to race, religion, creed, gender, sexual orientation or social background.

That’s what Europe has been about this past half-century. Let’s keep it that way.


Alan Poseners Kolumne: Weg mit dem Gesundheitsfonds!

October 16, 2009

Der britisch-deutsche Journalist Alan Posener kommentiert wöchentlich das Zeitgeschehen in Politik, Gesellschaft, Wirtschaft und Kultur für HIRAM7 REVIEW.

Von Alan Posener
Die Welt / Welt am Sonntag  / HIRAM7 REVIEW

Vorneweg, ceterum censeo:

www.welt.de/videos/debatte/article4835598/Sarrazins-Rassismus-bleibt-Bullshit.html

Aber darum soll es hier nicht gehen, sondern um einen Telefonanruf.

Eine junge Frau ruft bei ihrer Frauenärztin an. Sie braucht einen Termin. Die Sprechstundenhilfe, nach einigem Hin und Her, im leicht genervten Ton: „Also, ich kann Ihnen frühestens am 2. Dezember einen Termin anbieten.“ Also in SECHS WOCHEN. Die junge Frau sagt zu, die Sprechstundenhilfe klickt ein bisschen in ihrem Computer herum, und plötzlich ertönt Warteschleifenmusik. Die junge Frau wartet. Dann ist eine völlig umgewandelte Sprechstundenhilfe dran: „Aber Frau P., Sie haben ja gar nicht gesagt, dass Sie Privatpatientin sind! Da hätten wir einen Termin für Sie, am 21.“ „November?“ „Wo denken Sie hin? Oktober!“ Also in EINER WOCHE.

Man hört immer, besonders von SPD-Seite, es gehe darum, „eine Zweiklassenmedizin in Deutschland zu verhindern“. Hallo? Wir haben längst eine Zweiklassenmedizin.

Und es geht nicht nur darum, dass eine Kassenpatientin sechs Wochen, eine Privatpatientin eine Woche auf einen Termin warten muss, obwohl das schlimm genug ist und in manchen Fällen den Unterschied zwischen einer gerade noch rechtzeitig erkannten und einer zu spät erkannten Krankheit bedeuten kann. Die praktizierte Medizin ist auch verschieden für Ober- und Untermenschen.

Ein Beispiel: Meine Frau ist als Beamtin privat versichert; ich bin als Angestellter freiwillig in der gesetzlichen (ich weiß… selber schuld… lange Geschichte.). Zufällig hatten wir in der letzten Zeit kurz hintereinander die gleichen Beschwerden entwickelt (das Phänomen nennt man bei langjährigen Ehepaaren oder Hundehaltern Anähnelung), und darum empfahl mir meine Frau auch ihren Orthopäden, der tatsächlich auch exakt die gleiche Diagnose stellte. Freilich war die Therapie völlig verschieden, was die verschriebenen Medikamente, Schmerz- und Hilfsmittel betrifft. Und zwar schlicht und einfach derart, dass ich weniger oder nichts bekam.

Vielleicht gibt es Ärzte, die keinen Unterschied zwischen Kassen- und Privatpatienten machen; aber man darf annehmen, dass das die Ausnahmen sind. Die Dummen.

Noch einmal: wir haben längst eine Zweiklassenmedizin. Man kann sagen: das ist nun einmal so; alles, was über die Basisversorgung hinausgeht, muss eben privat versichert sein, und das können dann eben nur die Besserverdienenden – und dann ist jeder Besserverdienende, der wie ich in der gesetzlichen Versicherung bleibt, eben dumm.

Man kann leugnen, dass das so ist, wie die meisten Parteien, die Ärzteorganisationen und Versicherungen, die behaupten, es gehe ihnen darum, für jeden Patienten eine optimale Versorgung sicherzustellen. Wer ihnen glaubt, ist selber schuld.

Man kann wie in Großbritannien das System verstaatlichen, so dass es alle gleich schlecht haben – mit  Ausnahme der ganz Reichen, die sich in Abu Dhabi behandeln lassen, wohin auch die guten Ärzte auswandern.

Oder man kann eine private Gesundheitsfürsorge für alle einführen, mit kostendeckenden Beiträgen einerseits und Versicherungszwang andererseits – und die wirklich Bedürftigen, sagen wir Arbeitslose und Rentner, durch Zuschüsse staatlicherseits instand setzen, ihre Beiträge zu zahlen. Ich befürworte den letzten Vorschlag.

Und deshalb: Weg mit dem Gesundheitsfonds und der Einteilung von Menschen in Patienten erster und zweiter Klasse. Telefongespräche wie das eingangs geschilderte sollten so schnell wie möglich der Vergangenheit angehören. 

Die in HIRAM7 REVIEW veröffentlichten Essays und Kommentare geben nicht grundsätzlich den Standpunkt der Redaktion wieder.


Alan Poseners Kolumne: Benedikts Kreuzzug – Der Angriff des Vatikans auf die moderne Gesellschaft

October 13, 2009

Der britisch-deutsche Journalist Alan Posener kommentiert wöchentlich das Zeitgeschehen in Politik, Gesellschaft, Wirtschaft und Kultur für HIRAM7 REVIEW.

Von Alan Posener
Die Welt / Welt am Sonntag  / HIRAM7 REVIEW

Konservative sind stolz darauf, die besseren Menschen zu sein. Andere mögen bessere Ideen haben; sie mögen moralisch anspruchsvoller sein (dann werden sie von den Konservativen verächtlich „Gutmenschen“ genannt), aber weil der Konservative seinen privaten Anstand über die Ideen der Menschheitsbeglücker stellt, ist er am Ende eben der wahre Gutmensch.

In den letzten Tagen hatte ich zwei Mal die Möglichkeit, dieses konservative Selbstbild zu überprüfen. Zwei Konservative, mit denen ich bekannt, ja beinahe befreundet bin, haben mein Buch über Benedikt XVI besprochen: der katholische Arzt, Psychiater und Theologe Dr. Manfred Lütz, und der CDU-nahe Publizist Dr. Alexander Gauland.

Hier sind die Besprechungen:

Dr. Manfred Lütz, Frankfurter Rundschau, 12.10.2009

Dr. Alexander Gauland, Deutschlandradio Kultur, 04.10.2009

Niemand hat sie gezwungen, das Buch zu besprechen – sie wurden von den Redaktionen darum gebeten, und auch Konservative sind nur Menschen. Beiden war ein wenig unwohl bei der Sache. Das weiß ich, weil der eine mich vorher angerufen hat, ums sich sozusagen von vornherein Absolution erteilen zu lassen für den beabsichtigten Verriss; der zweite rief mich danach an und fragte als erstes: „Na, reden Sie überhaupt noch mit mir?“ Beiden war natürlich klar, dass ich die Absolution erteilen würde, dass ich nicht vorhabe, öffentlich ausgetragene Meinungsverschiedenheiten persönlich zu nehmen. Ich heiße ja nicht Henryk M. Broder oder Ingo Langner.

Ich bin meinen konservativen Freunden schon deshalb nicht böse, weil ich von dem Grundsatz des großen Sam Goldwyn überzeugt bin: „There is no such thing as bad publicity.“ Jedenfalls hat mein Buch bei Amazon.de einen Sprung gemacht, der vielleicht auch auf die Intervention der beiden zurückzuführen ist. Ein weiterer Grund ist: ich bin eben ein netter Mensch.

Wie gesagt, ich bin nicht böse über böse Kritiken; verstört bin ich darüber, dass beide Kritiker es nötig fanden, ad hominem zu argumentieren, also ein Mittel zu verwenden, das sie selbst zu verabscheuen vorgeben, und das nach konservativem Selbstverständnis auch nicht statthaft ist. Nein, Quatsch, ich bin nicht verstört; denn ich habe selten erlebt, dass sich Konservative an ihre eigenen Grundsätze gehalten hätten. Die größten Vertreter von Familienwerten sind notorische Ehebrecher, die größten Schwulenfeinde sind heimliche Schwule, und so könnte man den Katalog konservativer Werte durchdeklinieren, einschließlich des Faktums, dass die drei größten „Konservativen“ der Nachkriegszeit – Adenauer, Reagan und Thatcher – ja nicht konservativ waren, sondern revolutionär. Was mich mit ihnen versöhnt. Aber nun zu unseren Autoren.

Beide müssen mich unbedingt als eifernden Konvertiten hinstellen: Lütz stellt mich als „Jünger“ Richard Dawkins’ hin, als hätte ich Dawkins’ „Gotteswahn“ gebraucht, um Atheist zu werden; Gauland kommt „leider nicht umhin, auf die linksradikale Vergangenheit des Autors hinzuweisen“, die er zwar überwunden habe, aber „wie so oft bei großen Konversionen“ leider „im Sinne des leidenschaftlichen Umarmens von Kapitalismus, Liberalismus, Demokratie und Marktwirtschaft“. Diese seien dessen „neue Götter“.

Man erkennt die Absicht und ist verstimmt: Atheist zu sein, und gar Dawkins zu mögen, gilt in Deutschland – anders als in England, wo es sogar innerhalb der Staatskirche eine agnostische Tradition gibt, und wo Dawkins zu den angesehensten Professoren der Universität Oxford gehört – immer noch als irgendwie anrüchig. Ein „Jünger“ ist jemand, der nicht selbst denkt. Kapitalismus, Liberalismus, Demokratie und Marktwirtschaft zu „umarmen“, ist fast noch schlimmer als Atheist und Darwinist zu sein, und eine „linksradikale Vergangenheit“ – in England Ausweis selbstständigen Denkens, siehe Orwell, Koestler, Berlin, Popper usw. usf. – gilt hier als Beweis von Charakterschwäche und macht einen des Achtundsechzigerturms verdächtig. Nein, man sollte möglichst immer in der Jungen Union gewesen sein, immer irgendwie an den christlichen Gott geglaubt haben, immer irgendwie skeptisch gegenüber „Kapitalismus, Liberalismus, Demokratie und Marktwirtschaft“ gewesen sein (aber nicht linksradikal, gell): sonst ist man irgendwie nicht ganz koscher.

Womit ich bei Alexander Gauland bin, dessen Text mich mehr geärgert hat als jener von Manfred Lütz. Dass mich Gauland mit Heine und Harden vergleich, schmeichelt natürlich. Ist es aber Zufall, dass diese beiden Juden sind? Der Artikel ist illustriert mit einem Bild, auf dem Papst Benedikt XVI dem israelischen Staatspräsidenten Schimon Peres die Hand gibt: Was, bitte sehr, hat das mit meinem Buch zu tun? Es sei denn, man will „dem Juden“ Posener zeigen, dass auch „sein“ Staatspräsident dem Papst wohl gesonnen sei. Nun gut, vermutlich hat Alexander Gauland mit der Illustration nichts zu tun; das war die Redaktion von DeutschlandRadio Kultur. Die jedenfalls auch den Eindruck bekommen haben muss, hier ginge es darum, den deutschen Papst gegen einen jüdischen Angriff zu verteidigen. Und dann: Alexander Gauland und ich kennen uns lange genug, um wenigstens unsere Namen richtig schreiben zu können; er schreibt aber durchweg „Posner“. Immerhin steht „Posener“ auf dem Buchdeckel. Wie genau hat er also gelesen, bevor er seinem Zorn freien Lauf ließ?

Nichts für Ungut. Mit Manfred Lütz bin ich auf der Buchmesse zum Kaffee verabredet; mit Alexander Gauland werde ich sicher bald wieder in der Potsdamer „Ratswaage“ essen gehen. Die andere Wange, nicht wahr. Christen halten sie selten hin, Nichtchristen dafür umso öfter. Und meine Kritik an Benedikt war konservativer – im Sinne des konservativen Anspruchs, anständig zu sein – als diese konservative Kritik jener Kritik.

Link: Der anmaßende Papst, von Alan Posener, Frankfurter Rundschau, 15.10.2009

Die in HIRAM7 REVIEW veröffentlichten Essays und Kommentare geben nicht grundsätzlich den Standpunkt der Redaktion wieder.


Alice im Wunderland – Das Musical

October 4, 2009

Buch: Mirko Bott und Christian Berg
Regie: Christian Berg · Musik: Rainer Bielfeldt

Die kleine Alice traut ihren Augen nicht. Da läuft doch tatsächlich ein Kaninchen, das auf seine Uhr schaut. Wo gibt es denn so was? Neugierig geworden, verfolgt Alice das Tier heimlich und landet … im Wunderland.

Hier ist nichts wie es sein soll. Es gibt Pilze und Kekse, die einen auf wundersame Weise wachsen und wieder schrumpfen lassen. Eine Grinsekatze, die alles besser weiß. Eine Raupe, die so gern ein Schmetterling wäre. Und natürlich die böse Herzkönigin, die allen an den Kragen will. Auf ihrer abenteuerlichen Reise durch das Wunderland erlebt Alice die unglaublichsten Geschichten und begegnet zauberhaften Gestalten aus einer Welt der Phantasie.

Das neue Familienmusical aus der Schmidt & Berg-Werkstatt hat im September 2009 seine Uraufführung im Schmidt Theater Hamburg gefeiert und wird ebendort anschließend noch bis Ende Dezember laufen. Christian Berg erzählt die weltberühmte Geschichte von „Alice im Wunderland“ nach der Vorlage von Lewis Carroll auf seine ganz eigene Weise.

Vom 21.11.2009 bis zum 30.12.2009 im Hamburger Schmidt Theater

17. Filmfest Hamburg verleiht Ehrenpreis Hamburg Filmfestbesteck 2009

October 1, 2009

Pressemitteilung

Am 1. Oktober 2009 wird das 17. Filmfest Hamburg einen neuen Preis vergeben: Das Hamburg Filmfestbesteck 2009.

Albert Wiederspiel und Lars Becker

Albert Wiederspiel und Lars Becker

Den ersten Ehrenpreis, der in unregelmäßigen Abständen an besonders treue Filmfest-Teilnehmer während des Festivals verliehen werden wird, erhält der deutschen Regisseur und Drehbuchautor Lars Becker („Nachtschicht“, „Rette deine Haut“, „Kanak Attack“).

Filmfestleiter Albert Wiederspiel wird Becker mit dem Ehrenpreis heute um 21.15 Uhr vor der Premiere von „Nachtschicht: Wir sind die Polizei“ im Hamburger Cinemaxx Dammtor überraschen.

„Nachdem Lars Becker fast jedes Jahr mit einem neuen Film bei uns vertreten ist, möchte ich ihm für seine kontinuierliche Treue gegenüber dem Filmfest und dem Spielort Hamburg danken“, so Widerspiels Begründung zur Preisträgerentscheidung.

Lars Becker

Lars Becker

Das Hamburg Filmfestbesteck 2009 beinhaltet vier Silber-Löffel von Robbe und Berking. Jeder Löffel ist mit einem Wort graviert. Zusammen ergeben die Gravuren auf den vier Löffeln die persönliche Widmung „Das Gelbe vom Ei“, welche sich auf den Film von Lars Becker aus dem Jahr 1999 bezieht.

Für Rückfragen wenden Sie sich bitte an das Presseteam im Pressezentrum in der Pony Bar, Allende Platz 1, Hamburg, Telefon 040 – 441 957 46, E-Mail: presse@filmfesthamburg.de.

Weitere Informationen unter www.filmfesthamburg.de.

Das 17. Filmfest Hamburg findet vom 24. September – 3. Oktober 2009 im Abaton Kino, Cinemaxx Dammtor, Metropolis Kino, 3001 Kino und in den Zeise Kinos statt.


Alan Poseners Kolumne: Der Untergang der doitschen Sozialdemokratie

September 30, 2009

Der britisch-deutsche Journalist Alan Posener kommentiert wöchentlich das Zeitgeschehen in Politik, Gesellschaft, Wirtschaft und Kultur für HIRAM7 REVIEW.

Von Alan Posener
Die Welt / Welt am Sonntag  / HIRAM7 REVIEW

Unter den vielen Wrackteilen, die der Untergang des Tankers SPD an die Oberfläche spült, fand ich folgende Bemerkung von Wolfgang Thierse interessant: „Wir sind keine Wendehälse“, sagte er nach der Wahl des Verlierers Steinmeier zum vorläufigen Fraktionsvorsitzenden, „die heute ‚Hosianna!’ rufen und morgen ‚Kreuziget ihn!’“

Thierse spielt auf das Evangelium des Johannes an, dem zufolge (Joh. 12,12-19) „die Volksmenge“ Jesus von Nazareth beim Einzug in Jerusalem mit dem ruf „Hosanna!“ begrüßt hätten, und auf das Evangelium des Matthäus (Mat. 27,11-26), demzufolge „das Volk“, „die Menge“, das „ganze Volk“ wenige Tage später vom römischen Statthalter forderte: „Ans Kreuz mit ihm!“ Es folgt bei Matthäus jene berüchtigte Stelle, in der „das ganze Volk“ ruft: „Sein Blut komme über uns und unsere Kinder!“ Was sich die Christen nicht zweimal sagen ließen, sooft sie die Gelegenheit dazu hatten.

Nur nebenbei sei erwähnt, dass – vermutlich wahrheitsgemäß – bei Markus, Matthäus und Lukas durchscheint, nur die Jünger beim Einzug Jesu in Jerusalem „Hosianna!“ gerufen haben (vgl. Mat. 19,28-40); und dass die Geschichte von Pilatus, der seine Hände in Unschuld wächst, während die blutdürstigen Juden nach dem Tod des Messias rufen, mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit apokryph ist, eine Anbiederung der frühen Christen an die Besatzungsmacht, die den Wanderprediger aus dem Hause David hingerichtet haben, weil er den Anspruch erhob, „König der Juden“ zu sein. So schrieben sie es ja ans Kreuz, und es blieb den Christen vorbehalten, diesen Sachverhalt umzudeuten und zu behaupten, die Römer hätten den „Hohenpriestern“ die Drecksarbeit abgenommen, die Jesus wegen Blasphemie hingerichtet haben wollten.

Dass die jüdischen religiösen Autoritäten keine Probleme damit hatten, dieses dreckige und barbarische Geschäft selbst vollziehen zu lassen, zeigt sich an der Steinigung des Stephanus (Apostelgeschichte 7,54-8,1a), bei der ein gewisser Rabbiner namens Saul aus Tarsus teilnahm, und an der Hinrichtung von Jakobus, des Bruders Jesu, einige Jahrzehnte später, von dem uns Josephus Flavius berichtet.

Nun gut, aber was sagt der Katholik Wolfgang Thierse? 1943 geboren als Sohn eines Rechtsanwalts („Rechts“anwalts, sollte man zu allen sagen, die in jener Zeit „Recht“ sprachen), sagt der Mann, der als Literaturwissenschaftler in der DDR tätig war (Literatur„wissenschaftler“): wir SPDler sind nicht wie „die Juden“. Wir praktizieren doitsche Treue.

Dass in einem Volk, das 1933 dem Führer zujubelte und 1945 plötzlich entdeckte, das es immer schon antifaschistisch war, oder das am 1. Mai 40 Jahre lang brav mitjubelte, um dann 1989 zu entdecken, dass es immer schon antikommunistisch war (aber nach wie vor gern die SED wählt) – dass ausgerechnet in einem solchen Volk ein Politiker zur Illustration von Prinzipienlosigkeit, Verrat und Blindheit auf die Juden zurückgreifen muss, wäre ein Skandal, wenn es nicht das Erwartbare wäre.

Die in HIRAM7 REVIEW veröffentlichten Essays und Kommentare geben nicht grundsätzlich den Standpunkt der Redaktion wieder.


Bundestagswahl 2009: Der liberale Herbst

September 27, 2009
 

fdp

LEITGLOSSE ZUR SCHLIESSUNG DER JAGDSAISON BZW. BUNDESTAGSWAHL 2009

von Narcisse Caméléon, Ressortleiter Deppologie der HIRAM7 REVIEW

FDP: DIE KUNST, EIN EGOIST ZU SEIN

Wir alle sind Egoisten, aber nur wenige verstehen es, das Beste für sich daraus zu machen. Die meisten Menschen passen sich lieber der Mitwelt an. Sie tun alles, um geliebt, gelobt und anerkannt zu werden. Damit machen sie sich zu Marionetten allgemeiner Verhaltensklischees und verzichten darauf, ihr eigenes Leben zu leben. (Josef Kirschner, Die Kunst, ein Egoist zu sein)

Ein Egoist entscheidet für sich selbst, hängt keinen Moden nach und redet niemandem nach dem Mund. Klingt unbequem? Nur für die, die uns manipulieren wollen.

In dieser Hinsicht können wir uns  über den unumstritten Sieg der Liberalen sehr freuen, die ein hoffentlich endgültiges Ende der Rot-Grünen Bevormundung in Aussicht stellt. Endlich Schluß mit der Tyrannei der Besserwisser à la Rot-Grün, die die von Gott gegebene Freiheit des Menschen durch (Rat)Schläge und Verbote einschränken wollen, um ihre eigene willkürliche Macht zu sichern…

Der Clou dieses Wahlabends: Ausgerechnet der Erfinder von Agenda 2010 und von Hartz IV, der Spitzenkandidat der SPD, Frank-Walter Steinmeier, spricht von sozialem Ausgleich und warnt vor Schwarz-Gelb…zum Totlachen! So sprach die Stimme der Selbstgerechten und Heuchler der Prosecco-Fraktion.

Die SPD und die Kriegspartei Bündnis Verrat an den Wählern/Die Grünen bzw. die Toskana-Fraktion-Linke (sprich Wasser predigen, aber Prosecco trinken) sollen in der politischen Wüste für die nächsten 20 Jahre krepieren, das haben sie reichlich verdient, nachdem sie ihre Wählerschaft jahrelang betrogen haben. 

Sic transit gloria lupi.

Die in HIRAM7 REVIEW veröffentlichten Essays und Kommentare geben nicht grundsätzlich den Standpunkt der Redaktion wieder.


Alan Posener’s Column: German Election Blues – and Reds, Greens, and Yellows

September 24, 2009

by Alan Posener
Die Welt / Welt am Sonntag  / HIRAM7 REVIEW

With the German election drawing near, commentators have turned from castigating the politicians for the alleged lack of alternatives they present (bullshit, actually), to a more general wail of despair about an alleged crisis of democracy itself, as represented by the growth in the number of non-voters.

In the last election, we are told, non-voters were a bigger group than those who voted for Angela Merkel, and polls seem to indicate that the number of non-voters will be even higher this time around. Crisis! Bullshit again.

The point about democracy isn’t that everyone goes to vote. That’s what happens in dictatorships. The point about democracy is that I’m free to vote or not as I see fit. So if people don’t go to vote, that’s a sign that democracy is working.

The point about democracy isn’t that voting produces good governments. That’s patently not the case. The point about that democracy is that really bad governments can be voted out. (Good governments can be voted out, too.) Karl Popper once compared the democratic procedure to the procedure by which a scientific theory is defined. If a theory is scientific precisely because it can be falsified (J.B.S. Haldane’s famous “Precambrian rabbits” that would falsify Darwin’s theory of evolution), a government is democratic if it can be falsified – i.e. discarded – by the voters. If the voters choose not to – either by voting for the government or by not voting, i.e. not voting against it: well, that’s the way the democratic cookie crumbles.

As I said above, I don’t think the German election is boring at all. We have a clear choice: between Angela Merkel plus Walter Steinmeier and a continuation of the high-tax / high-spending CDU/CSU/SPD coalition, and Angela Merkel plus Guido Westerwelle and a CDU/CSU/FDP coalition dedicated to boosting growth through lower taxes. As a taxpayer, I know where I’m going to make my cross. It isn’t rocket science.

Ousting the Social Democrats from power will probably result in a putsch by the Left within the SPD, which will eventually lead to some form of rapprochement between the SPD and the “Linke”. This in turn will mean that in 2013 at the latest, probably much sooner, say 2011, a left-wing coalition will challenge Merkel’s right-of-centre government, and things will get really exciting again: How will the Greens react? Will they choose “Jamaica” in order to keep the extreme left out of power, or will they try to tame the left by joining a “Red-Red-Green” government?

And what will the electorate say? One good guess is: they won’t be staying at home.


Alan Poseners Kolumne: Freiheit, die ich meine

September 18, 2009

Der britisch-deutsche Journalist Alan Posener kommentiert wöchentlich das Zeitgeschehen in Politik, Gesellschaft, Wirtschaft und Kultur für HIRAM7 REVIEW.

Von Alan Posener
Die Welt / Welt am Sonntag  / HIRAM7 REVIEW

Liberale gibt es in Deutschland nicht. Liberale würden nach dem Mord in Solln und dem Amoklauf in Ansbach darauf hinweisen, dass Deutschland eines der sichersten Länder der Welt ist und dass deutsche Jugendliche in ihrer übergroßen Mehrheit gut gesittete, höfliche, fleißige, oft beängstigend liebe Leute sind.

Nur kommt eben auch im sichersten Land der Welt gelegentlich eine solche Scheußlichkeit vor wie in Solln; nur gibt es eben auf 999 angepasste Jugendliche einen, der durchdreht. Stattdessen heißt es landauf, landab. Wie konnte das passieren? Wer ist schuld? Wie kann man das künftig verhindern? Was müssen wir verbieten, gebieten, bestrafen, präventieren?

Es klingt zynisch, wenn man angesichts solcher Tragödien „Shit happens“ sagt, aber ich bleibe dabei. Shit happens. Jetzt ist aber wieder einmal die Stunde der Illiberalen von links und rechts, die nicht zugeben wollen, dass wir nicht allmächtig sind, dass wir nicht ein für alle Male verhindern können, dass sich Menschen böse verhalten. Mehr Jugendarbeit, fordern die einen; härtere Strafen fordern die anderen, und so schaukeln sie sich hoch, obwohl doch klar ist, dass allenfalls ein totalitärer Staat mit flächendeckender Betreuung, Bespitzelung und  Bewachung hoffen könnte, den gelegentlichen Ausbruch des Bösen zu verhindern. Dass also nur das totale, kollektive Böse das gelegentliche, individuelle Böse verschwinden machen kann.

Sicher ist es sinnvoll, darüber zu diskutieren, ob es mehr Kameras im öffentlichen Raum, mehr Sicherheitskräfte in den Bussen und Bahnen, mehr Prävention einerseits und andererseits auch konsequentere Ahndung von Straftaten geben soll. Aber nur, wenn man bereit ist, zuzugeben, dass auch diese Maßnahmen nicht verhindern werden, dass es gewalttätige Jugendgangs, dass es Verbrecher, dass es Ausgetickte geben wird. Wie die totale Entwaffnung der Bevölkerung aussehen müsste, sehen wir jedes Mal, wenn wir fliegen. Machbar ist das also. Wollen wir das?

Das Paradoxon ist nirgendwo besser analysiert worden als in Anthony Burgess’ Roman „A Clockwork Orange“. Dort zwar unter der Begrifflichkeit von Schuld, Verantwortung und Sühne: Burgess war ein bekennender, wenn auch gequälter Katholik; aber hinter diesen Begriffen steht die Freiheit, die immer auch die Freiheit zum Bösen ist.

Das Erstaunliche ist aber, wie selten in der Praxis der Mensch das Böse wählt, wie oft das Gute. Auf dieser Erfahrung beruht der Liberalismus.

Die in HIRAM7 REVIEW veröffentlichten Essays und Kommentare geben nicht grundsätzlich den Standpunkt der Redaktion wieder.


Boycott Ahmadinejad’s speech at the United Nations!

September 15, 2009

Britain and France had to choose between war and dishonour. They chose dishonour. They will have war. (1938, Winston Churchill to Neville Chamberlain in the House of Commons, after the Munich accords)

An Open Letter to His Excellency Ambassador Thomas Matussek
Permanent Representative of the Federal Republic of Germany to the United Nations

by Narcisse Caméléon, Deputy Chief Editor HIRAM7 REVIEW

Excellency,

The President of Iran, Mahmoud Ahmadinejad, has announced his intention to attend the General Assembly of the United Nations in New York later this month.

We are writing to express our concern that President Ahmadinejad be allowed to abuse the platform of the UN to propagate hate, to spread false accusations against other members of the UN, and to hijack the agenda of the UN, as he has done recently at other UN conferences.

The government of Iran is in defiance of several sets of UN sanctions, has failed to cooperate with the International Atomic Energy Agency and might soon be capable of building an atomic bomb.

The Iranian government is also defying the will of its own people. People are imprisoned for their political beliefs, and women and religious minorities are being oppressed and persecuted. President Ahmadinejad has repeatedly denied the Holocaust, spread anti-Semitic libels, and threatened to wipe Israel off the map. He regularly incites to genocide.

Should President Ahmadinejad once again show complete disregard for the UN Charter we would respectfully ask that Germany’s delegation absent itself from the meeting for the duration of his address, in order not to dignify his remarks with the presence of a modern and liberal democracy like Germany.

Remember Munich 1938. No apeasement with ennemies of democracy!

Yours sincerely,

Narcisse Caméléon


HIRAM7 REVIEW Wishes You Happy New Year 5770

September 13, 2009

Le savoir en appel: Martin Heidegger et le tournant dans la vérité

September 12, 2009

Un essai de Franz-Emmanuel Schürch

Ce livre propose, à partir du constat de difficultés importantes et de paradoxes dans la conception heideggérienne de la vérité comme décèlement (aletheia), une nouvelle interprétation du fameux «tournant» qui sera compris comme la nécessité d’une structure d’inversion réciproque des rapports fondatifs.

Contre tous les replis subjectifs ou les fixations sur des subsistances illusoires, cette structure « tournante » (à la racine du cercle herméneutique) montre comment aucune vérité ne s’établit sans sortie hors de soi, sans être provoquée par ce qui la met en question et qu’ainsi, contrairement à ce que croyait Emmanuel Lévinas, la pensée de Martin Heidegger ne consacre.

Cet ouvrage, bien qu’il témoignera d’une attention scolaire, ne veut pas être un commentaire destiné aux seuls spécialistes, mais constitue l’effort, à partir d’une certaine autonomie philosophique, de présenter la pensée heideggérienne à ceux qu’elle devrait intéresser, de l’arracher aux préjugés dans lesquels elle est souvent emprisonnée et d’en défendre le meilleur.

“INTRODUCTION

Martin Heidegger se signala au monde philosophique en 1927 en rappelant la question de l’être à son attention. Il soutint d’un même geste que l’entente de la vérité s’était figée, par superposition d’égarements, jusqu’à se boucher toute issue. Notre compréhension même de ce que signifie « vérité » en serait venue à nous bloquer la vue. C’est plus précisément la conception traditionnelle qui faisait de la vérité l’accord d’une proposition ou d’un jugement avec la chose visée, l’adaequatio intellectus et rei, qu’il conviendrait d’abord d’interroger afin de découvrir la clé de ces égarements. Cette conception, en étendant son règne, et à cause de la définition même des termes et des modalités de l’accord qu’elle revendique pour la vérité, aurait sapé ses propres fondements, jusqu’à en arriver à s’anéantir elle-même sans s’en apercevoir, laissant ainsi, quant à nos possibilités d’un véritable rapport à ce qui est, le sol glisser sous nos pieds.

La conception heideggérienne de la vérité s’exposant d’abord – nous le verrons toutefois, de façon ambiguë – telle une critique de la vérité-adéquation donna cependant un nouvel élan à la critique générale de la raison inaugurée dans sa radicalité par Nietzsche, mais nourrie néanmoins par Kant et même par le scepticisme empiriste de Hume. En effet, on peut dire aujourd’hui que si le siècle de Kant était celui de la critique, alors celui qui s’est tout juste achevé, le vingtième, fut celui de l’hypercritique. Néanmoins, la critique prit alors un étrange tournant, passant d’une révolte guidée par l’exigence de lucidité à un comportement normalisé laissant s’abîmer jusqu’à la passion du savoir, et consacrant ainsi d’une certaine façon le règne de l’aveuglement dans l’auto-assurance de sa virtuosité intellectuelle, ce à quoi toute ironie, lorsqu’elle ne se soumet qu’à ses propres impératifs, sera toujours condamnée. Du passage à la maturité, la critique a sombré dans l’immaturité de la fuite.

Il n’est pas sûr, toutefois, que Heidegger puisse se voir sans injustice mis au rang des complices de ce que nous appellerons bientôt le renoncement au savoir. Peut-être Heidegger peut-il nous apprendre tout autre chose et peut-être que cela n’a pourtant rien à voir non plus avec un retour timoré à la solidité simple d’avant l’ébranlement critique.”

Franz-Emmanuel Schürch, PhD en philosophie de l’Université de Montréal, enseigne actuellement la philosophie au Collège André Laurendeau.

Commander ce livrer.


The United States commemorates 9/11 anniversary

September 11, 2009

Memorial services in New York, Washington, and Pennsylvania commemorate the anniversary of the 9/11 terror attacks. Eight years ago, al-Qaeda terrorists from Hamburg, Germany, hijacked planes and crashed them into the World Trade Center tower, the Pentagon, and a field in Pennsylvania, killing 2,752 people.

The New York Times notes “the fortress city,” many New Yorkers feared to protect against a future attacks, never came to pass.

In an op-ed published in The Wall Street Journal, Fouad Ajami, adjunct fellow at Stanford’s Hoover Institution, discusses the relationship between 9/11 and the U.S. war in Afghanistan.

Read full story.


Alan Poseners Kolumne: SteinbergRecherche – dumm, borniert, undifferenziert, antisemitisch

September 11, 2009

Der britisch-deutsche Journalist Alan Posener kommentiert wöchentlich das Zeitgeschehen in Politik, Gesellschaft, Wirtschaft und Kultur für HIRAM7 REVIEW.

Von Alan Posener
Die Welt / Welt am Sonntag  / HIRAM7 REVIEW

Tilman Tarach, dessen Buch über Israel ich jedem wärmstens empfehlen kann hat mich darauf hingewiesen, dass „Steinbergrecherche“ mich als herausragendes Beispiel für die Spezies „Kriegsjude“ anführt:

Zunächst einmal muss man festhalten, dass Herr Steinberg zu jenen Leuten gehört, die man – wie etwa Gudi „die Ziege“ Eussner – unter „Who the fuck is…?“ ablegen muss.

Doch just for the record: Ich bin nicht Jude, schon gar nicht ein „bekennender“ Jude. Wäre Herr Steinberg nicht der strohdoofe Antisemit, der er offenbar ist, wüsste er das auch. Und dass Juden nichts „bekennen“, im Gegensatz zu Christen – einschließlich jener christlichen Häretiker, die man „Muslime” nennt: das müsste sich eigentlich herumgesprochen haben. Aber über Juden schreiben mit Vorliebe Leute, die von Juden und vom Judentum gar keine Ahnung haben: siehe auf der anderen Seite des Neurosenspektrums Clemens „der antideutsche Antisemitenschnüffler“ Heni.

Obwohl ich mich also wegen meiner englisch-schottischen Mutter nicht zum auserwählten Volk zählen darf (wohl hätte zu Zeiten von Kraft durch Freude wegen meines jüdischen Vaters einen Freifahrtschein nach Auschwitz bekommen können, und auch deshalb hätte ich bei Einwanderung in Israel ein Anrecht auf die israelische Staatsbürgerschaft) und mich als getaufter Anglikaner fröhlich zu meinem Atheismus bekenne, habe ich beschlossen, die Bezeichnung „Kriegsjude“ als Auszeichnung zu betrachten. Ich wünschte nur, ich hätte mehr getan, um sie zu verdienen.

And now for something completely different: Mein Buch über Papst Benedikt ist erschienen: Kauft massenhaft!

Die in HIRAM7 REVIEW veröffentlichten Essays und Kommentare geben nicht grundsätzlich den Standpunkt der Redaktion wieder.


Alan Posener’s Column: In response to David Gelernter’s criticism of Old Europe

September 7, 2009

In his contribution to the symposion on Why are Jews Liberals hosted this month by Commentary Magazine, American neoconservative author David Gelernter charged that Old Europe has nothing to offer to mankind in terms of culture and spirituality. Now Alan Posener fires back in the following op-ed.

David Gelernter’s Piece of Bullshit on Old Europe

An op-ed by Alan Posener
Die Welt / Welt am Sonntag  / HIRAM7 REVIEW

David Gelernter’s contribution to the Commentary Magazine’s Symposion on Why (American) Jews are Liberals was one of the most amazing pieces of bullshit I have ever read. And my job as a journalist forces me to read a lot of bullshit.

In his criticism of Europe – a kind of mirror-image of the typical French intellectual’s criticism of the USA and just as fact-free – Gelernter makes a number of astounding observations.

Gelernter writes: “The peoples of Western Europe have mostly lacked the religious intensity and genius of the Jews.” I realize that you don’t need to know anything about culture in order to become a computer scientist, but maybe Mr. Gelernter should take time out from studying bits and bytes (and raving) in order to visit a Gothic cathedral or to listen to one of Johann Sebastian Bach’s religious works – the Christmas Oratorio is quite accessible. So much for religious genius. And as for religious intensity, maybe Mr. Gelernter should study the history of the European religious wars, which led us to conclude that keeping religion out of government was a key to peace – a lesson enshrined in the US Constitution.

Gelernter writes: “America has a habit of despising intellectuals” (this is meant as a compliment), “while Europe worships and obeys them”. One would be hard put to find a single example of Europeans “worshipping and obeying” an intellectual. However, there are many instances of hatred for the intellectual – Nazi Germany, where “intellectual” was virtually synonymous with “Jewish”, and the Communist bloc, where “intellectual” was virtually synonymous with “petit-bourgeois class enemy” being two of the more recent examples.

Gelernter writes: “European sex seems to have developed the moral significance of an ATM transaction on a street corner.” I’ve no idea where Gelernter gets his data on European sex. I would like to point out, though, that, like the ATM machine, casual sex is an American import, via Hollywood movies and rock’n'roll. Correct me if I’m wrong, but I believe Woodstock is a village in the State of New York. As it happens, I’m a great fan of Hollywood, rock’n'roll and ATM machines, unlike the cultural conservatives who tell us that these inventions of the decadent Americans are sapping Europe’s moral fibre in order to deliver us into the hands of American capitalism (i.e. Jewry). But I must say I find it rich that Gelernter should simply turn the argument around. Nice joke. But bullshit.

Gelernter says that Europe has “a love affair with death”. A strange comment from someone who lives in a country where infant mortality rates are higher and life expectancy is lower than in Western Europe. (Of course, the bullshitter then turns around and says wimpy Europeans are afraid of death, which is why they want to cut and run in Afghanistan.) As proof for his assertion, Gelernter cites low birth-rates and high immigration levels. To start with the second aspect: until very recently, European conservatives criticized the USA for being a “mongrel culture” due to ist high levels of immigration. Again, Gelernter seems to have imbibed these European ideas and now switches into “Yah, boo, same to you”-mode. Cute, but bullshit. People come to Europe, as they do to America, because it is a damn good place to live. The idea that Europe’s “nations will be gone within a few generations” (Gelernter) can only occur to someone who doesn’t actually bother to do a reality check before sounding off. All studies show that immigrants to Europe are fast adopting European mores. Their birth-rate is declining, too. There is no reason to believe that a Muslim French woman should be less patriotic than a Jewish American.

David Gelernter writes: “Mulling German history in particular, one wonders whether the Germans were ever more than half-Christianized, whether paganism hasn’t always appealed to the lofty German Geist.” As we’ve seen, Gelernter doesn’t really “mull” history at all, or if he does, he only mulls his own preconceptions of history, not bothering with actual facts. The idea that the nation that brought forth Martin Luther – no name but one exemplar of the “lofty German Geist” – was only “half-Christianized” is absurd. But it does serve to obfuscate one fact that none of the contributors to the symposion reflect: the millions of Germans who voted for Hitler and served him till the last, the hundreds of thousands who worked on the “Final Solution” were not “half-Christianized” pagans. They were – often devout – Catholics and Protestants. This is an uncomfortable truth, a truth that the current Pope (a former Hitler Youth member) tries to deny, but a truth nevertheless.

It is for this reason that Jews in Europe and America would do well not to rely too heavily on Christian goodwill. Just because many Christians are more afraid of the Muslims at the moment does not mean that they are natural allies of the Jews. Antijudaism is enscribed into Christian teaching. I imagine that Gelernter, who apparently knows nothing about the history of Europe, hasn’t actually got round to reading the “New” Testament or the teachings of the Church Fathers, or the Acts of the Spanish Inquisition, or the Anti-Semitic rantings of Martin Luther. (But maybe he remembers Father Coughlin?)

I’m no friend of reactionary liberalism. But throwing yourself into the arms of reactionary conservativism isn’t the answer. Thinking for yourself is.


Alan Poseners Kolumne: Papst Benedikt und die deutsche Anti-Israel Lobby

September 3, 2009

Der britisch-deutsche Journalist Alan Posener kommentiert wöchentlich das Zeitgeschehen in Politik, Gesellschaft, Wirtschaft und Kultur für HIRAM7 REVIEW.

Von Alan Posener
Die Welt / Welt am Sonntag  / HIRAM7 REVIEW

Robert Spaemann ist nicht irgendjemand. Der Philosoph ist Vordenker und Nachbeter des gegenwärtigen Papstes. Wenn sich also Spaemann zu Israel äußert, sollte man genau hinhören. Am 25. Juli 2009 veröffentlichte Spaemann einen Beitrag in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ): „Schutz und Gehorsam“. Schon am nächsten Tag war er auf der Website der Deutsch-Arabischen Gesellschaft, der wichtigsten Organisation der deutschen Anti-Israel-Lobby,  nachzulesen.

apbuch

Robert Spaemann beginnt mit der Feststellung: „Dem Staat Israel ist es in dem mehr als einen halben Jahrhundert seiner Existenz nicht gelungen, als bereichernder, selbstregulierender Teil der Region anerkannt zu werden.“

Das ist zweifellos richtig, und dafür gibt es Gründe, vornehmlich die Tatsache, dass die arabischen Führer kein Interesse an der Art Modernität haben, die Israel der Region seit seiner Gründung vorlebt. Demokratie, Rechtsstaatlichkeit, individuelle Freiheit, intellektuelle Lebendigkeit. (Das Interesse des Vatikans an diesen Errungenschaften der Moderne ist übrigens auch nicht stark ausgeprägt, aber das nur nebenbei.)  Spaemann macht aber Israel dafür verantwortlich, dass die meisten arabischen Staaten bis heute sein Existenzrecht nicht anerkennen: „(Israel) ist immer als Herr aufgetreten.“

Sagen wir es so: eine solche Schuldzuweisung ist zumindest einseitig.

Spaemann geht aber weiter: Israel habe sich nur deshalb ständig als Herr aufspielen können, weil es von den USA eine Schutzgarantie besitze. Wer auch nur elementare Kenntnisse der Geschichte des Nahostkonflikts besitzt, weiß zwar, das dies bis nach dem Sechstagekrieg 1967 keineswegs der Fall war; und dass die Schutzgarantie, die etwa die Bundesrepublik dank Besatzungsstatut und Nato genoss und genießt, viel stärker ist als die völkerrechtlich und militärisch unverbindlichen Erklärungen amerikanischer Präsidenten gegenüber Israel. Aber egal.

Aus dieser angeblichen Schutzfunktion der USA lautet Spaemann eine „Gehorsamspflicht“ Israels ab. Es sei nun einmal ein „Grundgesetz des politischen Lebens“: „Wer Schutz gewährt, muss die Bedingungen diktieren können.“ Und das täten die USA nicht, so dass sich Israel beständig „wie ein Halbwüchsiger handeln“ könne, der „nie die Suppe auslöffeln“ müsse, die er sich eingebrockt hat, weil „Papa es schon richten wird.“

Unsereiner dachte naiverweise, zum „Grundgesetz“ des Westens gehöre die Souveränität der Staaten, anders als im Ostblock unseligen Angedenkens. Wir dachten, über Israels Außenpolitik hätten Israels Regierungen zu entscheiden, und über Israels Regierungen die Wähler. Wir dachten, der „Zusammenhang von Schutz und Gehorsam“ sei mit dem Mittelalter verschwunden; und wir fragen uns, ob der Vatikan wirklich jemals bereit gewesen wäre, den Schutz, den ihm Italien und die Nato – also letztlich auch die USA – während des ganzen Kalten Kriegs gewährt haben, mit irgendeiner Form des „Gehorsams“ zu beantworten. Das war zwar der beständige Vorwurf der Kommunisten, die im Papst lediglich eine Propagandapuppe des US-Imperialismus sahen, aber gegen solche Anwürfe hat unsereiner die Päpste stets in Schutz genommen.

Und es ließe sich ohne weiteres nachweisen, dass der Vatikan seine Politik nie von den Interessen Italiens, der Nato oder des Westens diktieren ließ. Aber quod licet Jovi, non licet bovi, so mag Spaemann denken: natürlich gelten „politische Grundgesetze“ nicht für den Stellvertreter Gottes auf Erden. Sondern allenfalls für jene, die durch ihre bloße Existenz jenen Anspruch des Papstes, Gottes Stellvertreter und alleinbevollmächtigter Ausleger seines Willens zu sein, in Frage stellen: sein Volk – die Juden.

Was soll also Washington als Schutzmacht von seinem Mündel Israel laut Spaemann verlangen? Nun, zuerst die übliche Litanei einseitiger Vorleistungen: Stopp des Siedlungsbaus und dann „Beseitigung“ aller bisher gebauten Siedlungen und Beendigung der „Besatzung fremden Territoriums“. Gut, über die Sinnfälligkeit und die Erfolgsaussicht solcher Maßnahmen kann man rational unter Israelfreunden diskutieren.

Aber Spaemann verlangt viel mehr, und gilt es, aufzuhorchen: „Ferner: Israel verzichtet auf die ethnische Selbstdefinition, die jeden Nichtjuden in diesem Staat zum Fremden macht.“ Anders gesagt. Der Judenstaat verschwindet. Besser könnte es die Hamas auch nicht formulieren.

Es ist schon bemerkenswert, was herauskommt, wenn „es“ aus führenden Katholiken wieder einmal spricht. Von Papst Benedikt wäre – gemäß dem „Grundgesetz von Schutz und Gehorsam“ eine klare Zurückweisung solcher Gedankenspiele zu verlangen.

Schließlich kann sich Robert Spaemann solche Kindereien in einer großen Zeitung nur leisten, weil man – zu Recht – davon ausgeht, aus seinem Munde das zu hören, was Benedikt klammheimlich denkt.

Links

Alan Poseners Filmkritik über Inglourious Basterds

Alan Poseners neues Buch: Benedikts Kreuzzug – Der Angriff des Vatikans auf die moderne Gesellschaft

Die in HIRAM7 REVIEW veröffentlichten Essays und Kommentare geben nicht grundsätzlich den Standpunkt der Redaktion wieder.


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September 2, 2009

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Schulle im Gewöhnlichen Sozialismus – Ein Episodenroman zur deutschen Zeitgeschichte

August 29, 2009
p-schulle
Von Dr. Christof Tannert

Erschienen im Forum-Verlag Leipzig, Februar 2009

Exposé

Prototypische Charaktere der DDR werden in teils fiktiven, teils erlebten Biografien geschildert. Die Personen werden miteinander sowie mit einigen exemplarischen Westdeutschen konfrontiert. Als dramaturgische Kulisse dienen Szenario und Umfeld einer psychosomatischen Gruppentherapie. Es entstehen Einblicke in den „gewöhnlichen Verbalsozialismus“: Formungen und Verformungen von Menschen durch Alltag, Kleinbürgerei, Erziehungsdiktatur und staatliche Vormundschaft. Ein langsames Romanmittelteil vermittelt zwischen Generationen und Ideologien und zwischen den beiden (relativ schnellen) Eckteilen.

Der Roman hat autobiografische Bezüge. Er wurde vor allem gegen das Vergessen und gegen das immer mehr forcierte Verdrängen geschrieben.

Prolog

nach einem Suizidversuch.

Teil I  Karrieren

Kapitel 1: Der Dissident

Stephan Schulz, genannt Schulle: Physiker, DDR-Dissident, Stasi-Knast, danach von der Stasi andauernd überwacht, aber aus sozialistischer Überzeugung dennoch im Osten geblieben. Weil er de facto mit Berufsverbot belegt ist, arbeitet er seit Anfang der 80er Jahre als Hausmeister, und dann weiter nach 89, weil ihm das eine stressfreie, komfortable Nische zu sein scheint. Er ist aber nun wirtschaftlich von Entlassung und seelisch durch den Verlust von Hoffnung bedroht.

Kapitel 2: Die Anwältin

Cornelia, genannt Rote Conny: Tochter eines südwestdeutschen Schnapsfabrikanten, aktive 68erin aus der Frankfurter Sponti-Szene, Rechtsanwältin in Berlin-W, mit Schulle lange Zeit befreundet, auch sexuell liiert. Nach 89 politisch heimat- und bindungslos, Identitätskrise.

Kapitel 3: Der  Offizier

Jürgen-Dieter Henne, genannt Hühnchen, manchmal auch Hühnchen-Jüdie: Ex-Offizier der NVA („Nationale Volksarmee“ der DDR) und dort eine Art Liegenschaftsbeauftragter. Stasi-Zuträger aus Opportunismus, nach `89 mit Immobiliengeschäften in Sachsen betrauter Makler bei einer großen Firma. Später selbständig in der Branche und damit überfordert. National.

Kapitel 4: Die Pionierleiterin

Christa Krauss: ehemalige Pionierleiterin und Aushilfs-Lehrerin für Erdkunde. Ideologisch vormals übereifrig, eher zufällig von der Stasi nicht als Informelle Mitarbeiterin (IM) rekrutiert. Nach `89 virtuos gewendet („was diese Bonzen mit uns gemacht haben, wenn man das damals gewusst hätte, da  hätte man viel früher aufbegehrt“) und vom Nachfolgestaat als Lehrerin für Politische Weltkunde verbeamtet und damit überfordert. Politischer Rechtsdrall.

Kapitel 5: Der Politiker

Johannes Becker: Feingeist und Nischenmensch in der DDR, hoch gestellter Politiker nach dem 89er Umsturz. Konnte in der DDR keinen wirklichen Grund zum wirklichen Handeln erkennen.  Hat aber seinerzeit Schulle beim Stasi-Verhör aus Ängstlichkeit und aus Abneigung gegen dessen „Aktionismus“ belastet und will nun von ihm Absolution.

Kapitel 6: Die Müllwerkerin, der Müllwerker

Ilona Lehmann: der DDR-Prototyp schlechthin, d.h. um politische Unauffälligkeit bemüht, leise, akkurat, fleißig. Gastwirtstochter, Buchhändlerin. Nach dem 89er Umsturz Weiterbildung zur Betriebswirtin und nun städtische Angestellte im Personalbüro der Müllabfuhr. Muss sich dort vor allem mit Personalabbau befassen, was sie deprimiert.

„Blacky“, ehemaliger Chemielaborant, Müllfahrer, arbeitslos. Eigentlich „unpolitisch“, aber erpresst worden, für die Stasi zu spitzeln („IM“). Hat das nicht wirklich getan, wird dafür aber nun trotzdem und dauerhaft mit sozialer Deklassierung bestraft. Alkoholprobleme. In der Klinik beginnende Freundschaft mit Schulle, Ilona, Conny.

Teil II Ältere Damen in deutschen Gesprächen
Kapitel 7: Hilde und Herta

Zwei gebildete und wohlständige Damen gleichen Alters, die eine aus Ost-, die andere aus West-Deutschland, alleinstehend, unternehmungslustig, kulturvoll, streitbar.

Kapitel 8: Eisenbahngespräche

Mitte ihrer 70 lernen die beiden sich im Eisenbahnabteil auf der Fahrt von Warschau nach Berlin kennen. Sie stammen aus dem Memelgebiet, waren dort zur Besichtigung und sind sich in vielem gleich: Germanistinnen, wieder solo, ironisch. Besuch in Königsberg/ Kaliningrad, der Landschaft ihrer Kindheit und Jugend und Immanuel Kants und Hannah Ahrendts, Besuch in Warschau und dort auch am ehemaligen jüdischen Ghetto.

Spannungen (geringe) beim Kennenlernen àEisenbahngespräche über dt. Geschichte, Kant, Ethik, Totalitarismus, Alter, Zukunft, dt. Einheit

Kapitel 9: Schlössergespräche

Fortsetzung von Kapitel 7 und 8 und Verknüpfung zu Teil I und Teil III: Die Beiden gehen auf eine gemeinsame Schlösserfahrt durch Brandenburg, kommen dabei u.a. in die Psychosomatische Reha-Klinik und werden dort in einen akuten O-W-Streit einbezogen. Ausklang: Sie wollen ein brandenburgisches  „Herrenhaus“ kaufen und eine (Senioren)Kommunität begründen.

Teil III Reha-Klinik
Kapitel 10: Konzeptionen

Ein Arzt entwirft eine psychotherapeutische Gruppenkonzeption, kalkuliert mögliche Ost-West-Auseinandersetzungen ein und versucht auszutarieren, z.B. mit einer Oberstudienrätin aus Hessen (Frau Dyba).

Kapitel 11: Konstellationen

Begegnung der Hauptpersonen aus Teil I und Kapitel 10, manche kennen sich überraschenderweise von früher.

Kapitel 12: Konfrontationen

von Lebensgeschichten und gegenwärtigen „Befindlichkeiten“ im Therapiegespräch und an dessen Rand, oszillierend zwischen Opportunismus, Dissidenz, DDR-Erinnerungen, Nischen- und Beamtendasein.

Kapitel 13: Eskalationen

dramatische Fortsetzung von Kapitel 12 mit verbalen und körperlichen Schlagabtauschen

Kapitel 14: Grübeleien

einzeln und in Gruppe

Kapitel 15: Vorletzter Versuch

In dem Schloss, in dem die Reha-Klinik untergebracht ist, treffen die beiden alten Damen, der Politiker und die Therapiegruppe aufeinander à Konflikte und Diskurse.

Epilog

die Protagonisten gehen ihren Charakteren entsprechende mehr oder minder zeitgemäße Wege, Schulle ist definitiv gescheitert und hat sich bei Florenz das Leben genommen. Er hinterlässt ein Gedicht mit rätselhaftem Schluss.


Alan Poseners Kolumne: Dienstwagen und Diners

August 28, 2009

Der britisch-deutsche Journalist Alan Posener startet heute eine neue Kolumne. Er wird  wöchentlich das Zeitgeschehen in Politik, Gesellschaft, Wirtschaft und Kultur für HIRAM7 REVIEW unter die Lupe nehmen.

Von Alan Posener
Die Welt / Welt am Sonntag  / HIRAM7 REVIEW

Es ist schon komisch: Milliarden und Abermilliarden gibt die Regierung aus, um Banken zu retten, Firmen vor den Folgen unternehmerischer Fehlentscheidungen zu schützen oder dem Volk vor der Wahl zu neuen Autos zu verhelfen. Und worüber regt sich der Wähler auf?

Über die paar tausend Euro Steuergelder, die Ulla Schmidt verpulvert hat, um ihr Dienstauto und ihren Chauffeur in den Urlaub zu nehmen. Oder über Angela Merkels Geburtstagsessen für Josef Ackermann.

Eine solche Personalisierung der Politik ist Ausdruck einer Infantilisierung. Einer Kapitulation vor der Komplexität. Wer kann aus dem Kopf sagen, worin die Gesundheitsreform eigentlich besteht? Aber es sagt einem doch der gesunde Menschenverstand – also der Neid, dieser verlässlichste aller Sozialinstinkte, dass die Ministerin in Spanien keinen gepanzerten Dienstwagen mitsamt Chauffeur braucht. Unsereiner fährt doch auch Fiat Panda.

Und wer vermag schon zu beurteilen, ob die Banken, die ihrerseits gnadenlos jeden vor die Hunde gehen lassen, der seine Raten nicht zahlen kann, wirklich so systemisch relevant sind, dass sie ihrerseits nicht pleite gehen dürfen?

Aber es sagt einem doch der gesunde Bürgerneid, dass die Kanzlerin unsere Steuergelder nicht verpulvern darf, um  Herrn Ackermann ein Geburtstagsessen auszurichten. Vielleicht schweigt aber auch der Neid. Denn wir mögen die Kanzlerin.

Die Gesundheitsministerin hingegen können wir nicht leiden. Neulich mussten wir für die Zahnfüllung zuzahlen, und der Zahnarzt sagte, das sei wegen der Gesundheitsreform. Und dann fährt sie auch noch mit dem Dienstauto in den Urlaub!

Zwei Drittel aller neu zugelassenen Autos in Deutschland sind Dienstwagen. Man darf annehmen, dass damit auch privat gefahren wird, und dass nicht jede private Fahrt abgerechnet wird. Und wer private Essen als Geschäftsessen abrechnen kann, tut es. Wir haben die Politiker, die wir verdienen. Und gerade das nervt uns.

Natürlich nervt auch die Patzigkeit, mit der die ehemalige Genossin des Kommunistischen Bundes Westdeutschland und heutige Sozialdemokratin Ulla Schmidt ihr Recht auf einen Dienstwagen verteidigt. Ein bisschen Zerknirschtheit wäre angebracht. Deutsche Politiker sollten wenigstens so tun, als gehörten sie zu uns.

Was man Ulla Schmidt vorwerfen kann, ja muss, ist dies: sie hat dieses Grundgesetz der deutschen Politik vergessen. Das ist eher ein intellektuelles als ein moralisches Versagen. Umso schlimmer übrigens. Wie konnte sie glauben, das käme nicht raus? Oder dass sie damit durchkäme? Es kommt immer raus.

Und man kommt damit nicht durch. Es sei denn, man ist französischer Präsident. Aber das ist eine andere Geschichte. 

Die in HIRAM7 REVIEW veröffentlichten Essays und Kommentare geben nicht grundsätzlich den Standpunkt der Redaktion wieder.


17. Filmfest Hamburg mit 142 Filmen aus 42 Ländern

August 26, 2009

Pressemitteilung

Hamburg, den 26. August 2009 – Vom 24. September bis zum 3. Oktober 2009 werden in Hamburg wieder außergewöhnliche Filme aus aller Welt als Deutschland-, Europa- oder Weltpremieren gezeigt.

Nach Bekanntgabe der Filmauswahl von Neuseeland Deluxe, dem jungen Kino aus der Türkei und dem Fokus “Pulsierende Metropolen” veröffentlicht das 17. Filmfest Hamburg weitere Programmhighlights. Bislang sind 142 Filme aus 42 Ländern bestätigt. Bekannte Namen, aber auch ungewöhnliche Entdeckungen präsentieren sich auf dem internationalen Filmfest Hamburg, das sich durch sein breites Spektrum zwischen anspruchsvollem Film und internationalem Glamour auszeichnet. Darunter finden sich Namen wie die US-amerikanische Regie-Ikone Woody Allen und die chinesische Locarno-Gewinnerin Xiaolu Guo.

Filmfest-Leiter Albert Wiederspiel freut sich, “in diesem Jahr so viele Vorstellungen wie nie zuvor zeigen zu können. Dadurch bieten wir unserem Publikum die Gelegenheit, noch mehr Filme zu sehen.” Neben der starken Präsenz weiblicher Regisseure ist auch eine inhaltliche Tendenz zu beobachten: “Auffällig viele Geschichten erzählen sehr persönliche, individuelle Schicksale aus verschiedensten Mikrokosmen. Dabei sind die Filme ganz nahe an ihren Figuren und zeichnen sich durch eine hohe Intimität aus”, so Programmchefin Kathrin Kohlstedde.

Ein Ausblick auf das diesjährige Filmfest-Programm:

Agenda 09
Die diesjährige Locarno-Gewinnerin Xiaolu Guo ist mit gleich zwei ihrer Filme vertreten. Die Doku “Once Upon a Time Proletarian – 12 Tales of a Country” (China) ist eine in zwölf Kapiteln erzählte, subjektive Analyse des heutigen Chinas. Mit dunkler Poesie zeigt der Film scheinbar triviale Begebenheiten, verzweifelte Seelen, einsame Jugendliche und wirft einen ungeschönten, kritischen Blick auf ein Land im Umbruch und eine junge Generation mit ungewisser Zukunft. Guos zweiter Film, der in der Sektion Nordlichter läuft, ist die mit dem Goldenen Leoparden ausgezeichnete Hamburger Koproduktion “She, a Chinese” (Deutschland, Großbritannien, Frankreich).

Gabriele Salvatores, Regisseur des hochgelobten “Ich habe keine Angst” (I’m Not Scared) ist mit seinem neuen Spielfilm “As God Commands” (Italien) vertreten. Der Film erzählt nach dem Roman Niccoló Ammanitis vom Teenager Cristiano, der seinen Vater, einen brutalen Nazi, verehrt. Als ihr gemeinsamer Freund, der leicht behinderte Quattro, Cristianos Freundin mit seiner Traumfrau verwechselt, kommt es zu einem furchtbaren Mord. Eine in ihrer Direktheit fast roh inszenierte Vater-Sohn-Geschichte, die den Zuschauer mit einer visuellen Sprache der Gewalt konfrontiert, die im modernen europäischen Kino ihresgleichen sucht.
 
Woody Allen geht mit seinem neuen Film “Whatever Works” (USA) “back to the roots”, d. h. zurück in seine Heimatstadt New York. Hier spielt die warmherzige Komödie über den exzentrischen Quantenphysiker Yellnikof, der sich nach seiner Nobelpreis-Niederlage und dem Scheitern seiner Ehe als Schachlehrer durchschlägt. Als sich die junge Ausreißerin Melody bei ihm einnistet, steht seine Welt völlig Kopf. Ein Amerika-kritischer Film mit dem klassischen Allen-Touch, der immer wieder die Gelegenheit zu fulminanten Rundumschlägen nutzt.

Mittelpunkt des Schauspieler-Films “Applause” (Dänemark) ist Thea, eine von Sehnsüchten und Begabungen getriebene Theaterdarstellerin, die nicht nur jeden Abend auf der Bühne mit ihrer Figur in “Wer hat Angst vor Virginia Woolfe” ringt, sondern auch gegen die Alkoholsucht und um das Sorgerecht für ihre Söhne kämpft. Zur Premiere von Martin Pieter Zandvliets Spielfilm wird die Hauptdarstellerin Paprika Steen (u.a. “Das Fest”, “Mifune”, “Fear Me Not”) in Hamburg zu Gast sein.

Alex van Warmerdam entfaltet in “The Last Days of Emma Blank” (Belgien, Niederlande) erneut ein absurdes Spiel um Wirklichkeit und Phantasie: In der bizarren Komödie treibt eine pflegebedürftige, diktatorische alte Lady die Angestellten auf ihrem Landsitz mit sonderbaren Anweisungen in den Wahnsinn – bis diese erkennen, dass sie niemals etwas von deren Reichtum erben werden. Ein herrlich überdrehter Film, in dem nichts das ist, was es zu sein scheint.

Mit “The White Meadow” (Iran) stellt Mohammad Rasoulof, der 2005 bei Filmfest Hamburg für “Iron Island” den Preis der Hamburger Filmkritik gewann, ein bildgewaltiges Märchen vor: Die Geschichte über einen alten Tränensammler und seinen blinden Passagier, einen Jungen auf der Suche nach seinem Vater, ist eine schnörkellos erzählte, metaphorische Kino-Reise durch weiße Salzwelten und menschliche Schicksale.

In dem Doku-Thriller “Die Bucht” (USA) von Louie Psihoyos kämpft Ex-TV-”Flipper”-Trainer Richard aka Ric O’Barry gegen den brutalen Missbrauch von Delfinen durch die internationale Unterhaltungsindustrie. Der “Sundance”-Gewinner hat eine Menge Potential, sich zum breiten Publikumsliebling zu entwickeln.

Die Dokumentationen “All Tomorrow’s Parties” (Großbritannien) von Jonathan Caouette und “Burning Down the House: The Story of CBGB” (USA) von Mandy Stein machen Musikgeschichte hautnah erlebbar: Caouette, preisgekrönt für seine erste Doku “Tarnation”, erzählt anhand von Camcorder-Mitschnitten und Handyaufnahmen die Erfolgsgeschichte des einzigartigen All Tomorrow’s Parties-Festivals, dessen Line-Up stets von einem Musiker zusammengestellt wird. Stein spürt mit Archivmaterial, Fotos und alten wie neuen Interviews dem legendären New Yorker Punk-Club CBGB nach, in dem Musikphänomene wie Punk und New Wave quasi geboren wurden.

eurovisuell
Der Zweite-Weltkrieg-Action-Film “Max Manus” (Norwegen/Dänemark/Deutschland) von Joachim Rønning und Espen Sandberg folgt dem titelgebenden norwegischen Widerstandskämpfer vom Ausbruch des zweiten Weltkriegs bis zum Sommer 1945. Der zweite Spielfilm der als “Roenberg” bekannten erfolgreichen Werbefilmer ist nicht nur die teuerste norwegische Filmproduktion aller Zeiten, sondern auch die erfolgreichste: über eine Million Zuschauer sahen den Film innerhalb von sechs Wochen.

Voilà!
In “Coco Chanel & Igor Stravinsky” (Frankreich/Japan) entführt Jan Kounen auf der Basis von Chris Greenhalghs Buch “Coco & Igor” in das Paris der 10er und 20er Jahre. Mit aufwändiger Ausstattung und einem grandiosen Soundtrack erzählt er von der leidenschaftlichen Affäre zweier kreativer Giganten, der Modeschöpferin Coco Chanel und dem verheirateten russischen Komponisten Igor Strawinsky.

Vitrina
Eine kaputte Beziehung, ein abgehalftertes Pop-Idol, ein skandinavischer Tourist und eine ganze Sammlung von Insekten sind die Ingredienzien von “Tourists” (Chile), der bereits auf den Festivals von Los Angeles und Rotterdam mit großem Erfolg lief. Alicia Schersons zweiter Spielfilm erzählt leichthändig und dennoch tiefgründig von emotionalen Desastern und davon, dass wir im Leben letzten Endes vor allem eines sind: Touristen.

Nordlichter
Neben Fatih Akins “Soul Kitchen”, Xiaolu Guos “She, a Chinese”, indem der lange Weg einer lebensgierigen, jungen Frau aus einem chinesischen Dorf in den Westen nachgezeichnet wird, ist auch “Eyes Wide Open” (Israel/Deutschland/Frankreich) von Haim Tabakman in der Sektion für Filme aus Hamburg und Schleswig Holstein zu sehen. Das zurückhaltende, intensive Drama nähert sich einem absoluten Tabuthema, der homosexuellen Liebe in der orthodoxen Glaubensgemeinschaft Jerusalems: Als der tief religiöse Metzger Aaron, Familienvater und angesehenes Mitglied der Gemeinde, sich in einen Mann verliebt, gerät er unter ungeheuren gesellschaftlichen Druck und muss sich zwischen seiner Liebe und seinem Glauben entscheiden.

Weitere Informationen:
Silke Cecilia Schultz
Presse und Kommunikation
Telefon: 040 – 399 19 00-29 oder -17
presse@filmfesthamburg.de / www.filmfesthamburg.de

Das 17. Filmfest Hamburg findet vom 24. September – 3. Oktober 2009 im Abaton Kino, Cinemaxx Dammtor, Metropolis Kino, 3001 Kino und in den Zeise Kinos statt.