Shimon Stein, Botschafter des Staates Israel in der Bundesrepublik Deutschland, diagnostiziert deutschen Entlastungskomplex


Shimon Stein, Botschafter des Staates Israel in der Bundesrepublik Deutschland, hat sich in einem Gespräch vom 19.06.2007 mit der Tageszeitung Leipziger Volkszeitung zu Themen geäußert, die nicht nur die gegenwärtigen politischen Ereignisse im Nahen Osten, sondern auch die Zunahme von Rechtsradikalismus und Antisemitismus in Deutschland sowie das Israelbild in der deutschen Öffentlichkeit umfassen.

Was das letzte Thema anbelangt, stellte er fest:

„Das Ansehen Israels hat nicht direkt etwas mit der Shoah zu tun, trotzdem beeinflusst die Befangenheit, die aus dem zivilisatorischen Bruch entstand, die Einstellung der Deutschen, bewusst oder unbewusst, zum Staat Israel und seinem Verhalten. Wenn Deutsche über Israel sprechen, schwebt nicht nur Politisches im Raum. Es entlastet manche, wenn die Opfer von früher jetzt zu Tätern gemacht werden.“

„Mich macht die Wahrnehmung Israels in den deutschen Medien und damit die voreingenommene Vorprägung der Menschen gegenüber dem Staat traurig. Niemand sollte vergessen: Israel ist eine Demokratie. Das geht manchmal unter. Eine Demokratie, die unter unheimlich schwierigen Bedingungen seit Entstehung des Staates zu kämpfen hat. Wenn die Deutschen Kritik üben, wissen sie nicht immer zu unterscheiden zwischen Ursache und Wirkung. Israel ist nicht nur Politik und Terror, sondern eine blühende Gesellschaft, die auch sehr viel anzubieten hat.“

Vollständiges Gespräch lesen.

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