Patriotisches Entertainment: Über einige Tendenzen im deutschen Journalismus


Journalismus als ein Mittel zum höheren Zweck, nämlich die Wirklichkeit darzustellen, ist in Deutschland nie angekommen, klagt der Medienwissenschaftler Lutz Hachmeister in einem Essay erschienen in der Neuen Zürcher Zeitung (NZZ).

Er erwähnt Friedrich Sieburg als den Urvater schlechthin der deutschen Journalismusverweigerung und kommt auf einen neobourgeoisen “Neo-Journalismus” um Protagonisten wie Frank Schirrmacher (FAZ) zu sprechen:

“Die wesentliche Formel dieses Neo-Journalismus ist jener Wahlspruch, den Marschall Pétain für das kollaborierende Frankreich der 1940er Jahre gefunden hatte: travail, famille, patrie – Arbeit, Familie, Vaterland, angereichert heute noch um Gottesfürchtigkeit und Papstbegeisterung. Diese Entwicklung hat mit dem Abgang einer ganzen Generation von prägenden Nachkriegspublizisten und Herausgebern zu tun, mit Posen der Abgrenzung jüngerer Wortführer von allem, was sich politisch und pädagogisch mit 1968 verbinden lässt, mit dem Gefühl von latent bedrohtem deutschem Wohlstand in der Globalisierung, vor allem mit einem politischen Vakuum – es fehlt ein modernes linksliberales Projekt in der handelnden Politik, das auch für den Journalismus sinnstiftend sein könnte.”

Essay lesen.

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