Büchnerpreisträger Josef Winkler über Willkür und Brutalität unserer Epoche


Ein lesenswertes Gespräch führt die Neue Zürcher Zeitung mit dem österreichischen Schriftsteller und diesjährigen Büchnerpreisträger Josef Winkler, in dem der sensible Bauersohn aus dem Kärtner Dorf Kamering das Leben auf dem Land, den Tod und den Kampf gegen das Patriarchat (das angesichts der gegenwärtigen anonymen Brutalität harmlos wirkt) thematisiert:

“Vielleicht hätten viele, und vor allem österreichische Schriftsteller, nicht geschrieben, wenn es den Patriarchen nicht gegeben hätte. Aber die Patriarchen, unter denen wir aufgewachsen sind, gibt es vielleicht tatsächlich nicht mehr. Es gibt Autoritäten, die viel unfassbarer sind, die ihre Macht viel heimlicher ausüben. Wir hatten unsere Autoritäten direkt vor Augen, sie waren da. Und so konnten wir auch lernen, sie zu bekämpfen. Ich weiß nicht, ob die Autoritäten im heutigen Gefüge der Gesellschaft angenehmer sind. Sie sind anonymer und sind deshalb auch nicht zu zertrümmern. Und wir wissen nicht, mit welcher Wucht diese unsichtbaren Kräfte auf unsere Kinder dreinschlagen. Ich habe meinen Schmerz noch benennen können.”

Vollständiges Gespräch lesen.

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