Die geheime Waffe der Elite oder Über die moralische Verwahrlosung des öffentlichen Raums


In Zeiten von Handy-Klingeltöne, Käse-Quatsch-Shows  und Ratgeber-und Bevormundung-Sendungen, werden Otto-Normal-Verbraucher Gegenstand des öffentliches Diskurses, während alles was öffentlich ist, privatisiert wird. Damit wird das Politische zur Unterhaltung degradiert. Differenzierung und Komplexität sind eben nicht zur Unterhaltung tauglich.

Dies ist gewiss die sicherste Methode um jegliche Kritik an dem System ins Lächerliche zu ziehen und von den wirklich wichtigen Themen abzulenken: wenn jeder Politiker sein Privatleben erzählen darf, und jeder Hans und Franz ein Promi werden darf, ist das System doch perfekt und gerecht. Der sakrale Charakter des öffentlichen Raums verliert langsam an Bedeutung, je mehr Menschen ihn zu ihrem privaten Wohnzimmer mißbrauchen, stellt in dieser Hinsicht die kroatische Schriftstellerin und Heinrich-Mann-Preisträgerin Dubravka Ugrešić in der heutigen Ausgabe der Neuen Zürcher Zeitung fest:

“Die Grenze zwischen Privatheit und Öffentlichkeit ist unscharf geworden in einer Zeit, die ungeniert nach Selbstverwirklichung drängt. Wo dem Einzelnen unter dem Eindruck des Beobachtetwerdens einst die Kontrolle der persönlichen Gefühle auferlegt war, droht sich dies heute ins Gegenteil zu verkehren. Die Strasse gerät zur Bühne des eigenen Selbst – die Freiheit, die sich einer herausnimmt, wird zur Unfreiheit der anderen.”

Zum Artikel.

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