Die USA, Barack Obama, der amerikanische Traum und die Suche nach dem Erlöser


1in_god_we_trustThe Battle Hymn of the Republic (dt. Die Schlachthymne der Republik)

Der Amerikanist Dr. Götz-Dietrich Opitz schildert in der Neuen Zürcher Zeitung die Rhetorik der Inaugurationsreden in den USA insbesondere im Zusammenhang mit der amerikanischen Bedeutung der alttestamentarischen Jeremiade als politischer Predigt, und nicht zuletzt Ausdruck einer zivilen bzw. bürgerlichen Religion.

Heute wird Barack Obama als 44. Präsident der USA vereidigt. Seine Inaugurationsrede wird die Aufmerksamkeit der Weltöffentlichkeit auf sich ziehen. George Washington hat bei seiner Amtseinführung 1789 diesen Brauch etabliert. Die inaugural address folgt einem eigenen Muster des rhetorischen Pathos. […]

Zusammen mit einer Vielzahl religiöser Gesten – wie zum Beispiel ein öffentliches Gebet – sind Amtsantrittsreden Ausdruck eines für die USA typischen Phänomens. Der Soziologe Robert N. Bellah hat es schon 1966 mit dem Etikett civil religion, Zivilreligion, versehen. Bellah wies darauf hin, dass Gott bisher in allen Inaugurationsreden – mit Ausnahme der zweiten von George Washington – angerufen wurde. Amerikas Zivilreligion proklamiere, dass sich die Rechte des Volkes von einer transzendenten Quelle jenseits des Staates herleiten und dass das ganze amerikanische Experiment der Demokratie unter dem Urteil eines gerechten Gottes stehe.”

Zum Artikel.

***

The Battle Hymn of The Republic / Die Schlachthymn der Republik

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Im Februar 1862 in der Zeitschrift The Atlantic Monthly abgedruckt.

Meine Augen haben die Herrlichkeit des Nahens des Herrns gesehen,

Er zerstampft die Weinlese, wo die Früchte des Zorns gelagert sind,

Er hat den verhängnisvollen Blitz seines schrecklichen, geschwinden Schwerts entfesselt: Seine Wahrheit schreitet weiter.

Refrain:

Rühmt ihn, rühmt ihn, Halleluja!
Rühmt ihn, rühmt ihn, Halleluja!
Rühmt ihn, rühmt ihn, Halleluja!
Seine Wahrheit schreitet voran.

Ich habe ihn in den Wachfeuern hunderter Feldlager gesehen,

Im Tau und Dunst des Abends errichteten sie ihm einen Altar.

Ich kann seinen gerechten Spruch im Licht der trüben und flackernden Leuchten sehen: Sein Tag schreitet fort.

Ich habe eine aufwühlende Botschaft gelesen, die in glattem Stahl eingegraben ist:

“Wie Ihr an meinen Nächsten gehandelt habt, so werde ich an Euch handeln.”

Lasst den Menschensohn die Schlange unter seiner Ferse zermalmen,

Denn Gott schreitet weiter.

Er hat in die Trompete gestoßen, die nie zum Rückzug rufen wird,

Er siebt auf seinem Richterstuhl die Herzen der Menschen aus:

Antworte ihm eifrig, meine Seele, jubiliert, meine Füße,

Unser Gott schreitet voran.

Im Glanz der Lilien wurde Christus jenseits des Ozeans geboren,

Mit einer Herrlichkeit in der Brust, die mich und dich verklärt:

Wie er starb, Menschen heilig zu machen, lasst uns sterben, Menschen zu befreien, Da Gott weiterschreitet.

Er kommt wie die Pracht des ersten Lichts in den Wellen,

Er ist Weisheit den Mächtigen und Ehre den Tapferen;

So wird die Erde sein Schemel sein und die Seelen der Ungerechten sein Diener

Unser Gott marschiert voran.

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