30. Jahrestags des Friedensvertrags zwischen Israel und Ägypten


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Heute vor 30 Jahren, am 26. März 1979, wurde im Weißen Haus in Washington der historische Friedensvertrag zwischen Israel und Ägypten unterzeichnet. Der ägyptische Präsident Anwar el-Sadat schüttelte die Hand des israelischen Ministerpräsidenten Menachem Begin.

Damit begann mit der Unterstützung von US-Präsident Jimmy Carter eine neue Ära im Nahen Osten. Noch heute gilt der Friedensvertrag als Wendepunkt der geopolitischen Situation in der Region. Er hat das Tor zum Frieden zwischen Israel und der arabischen Welt geöffnet und eine neue Tagesordnung der diplomatischen Beziehungen in der Region eingeleitet.

Die Unterzeichnung des Friedensvertrags zwischen Israel und Ägypten war Resultat des Mutes von zwei Staatsmännern. Israels Ministerpräsident Menachem Begin streckte seine Hand zum Frieden aus, und Ägyptens Präsident Sadat ergriff sie in einer Geste, die die Jahre des Krieges hinter sich ließ. Am 19. November 1977 besuchte er Israel und sprach in der Knesset. Der Empfang mit offenen Armen und der herzliche Applaus, die ihm sowohl von der israelischen Regierung als auch von der Öffentlichkeit zuteil wurden, waren Vorboten eines Verhältnisses, das mehr Jahre des Friedens als des Konflikts erlebt hat. Beide Länder haben von ihrer Fähigkeit zur Zusammenarbeit und zum offenen Dialog profitiert.

Heute kooperieren beide Länder dank der Vision der israelischen und ägyptischen Staatschefs in einer Reihe von Angelegenheiten und halten gemeinsame Ausschüsse ab. Der gemeinsame Militärausschuss trifft sich regelmäßig, um militärisch-sicherheitspolitische Fragen zu koordinieren, wodurch die kontinuierliche Kommunikation zwischen den Armeen gewährleistet wird. Der gemeinsame Wirtschaftsausschuss tritt zusammen, um die wirtschaftliche Kooperation zwischen beiden Ländern zu fördern. Besonders produktiv ist der gemeinsame landwirtschaftliche Ausschuss, der sich zweimal im Jahr trifft. Seit Beginn seiner Tätigkeit im Jahr 1981 hat er Hunderte von landwirtschaftlichen Projekten initiiert, um das Know-how und die Kompetenzen beider Länder kontinuierlich zu verbessern. Bis dato hat diese Kooperation Dutzende von gemeinsamen Feldschulen und Ausbildungsprogrammen hervorgebracht, im Rahmen derer Tausende von ägyptischen Landwirten nach Israel gekommen sind. 2007 absolvierten etwa 200 ägyptische Bauern eine Fortbildung in Israel.

Das Qualified Industrial Zones-Abkommen (QIZ) spielt eine wichtige Rolle im bilateralen Verhältnis beider Länder. Das 2004 unterzeichnete Abkommen erlaubt ägyptischen Unternehmen, die landwirtschaftliche Erzeugnisse aus Israel verwenden, steuerfreie Exporte in die Vereinigten Staaten. Diese fortgeschrittene Form der Zusammenarbeit stellt ein erfolgreiches Beispiel zur Nachahmung im Rahmen der bilateralen Beziehungen dar. Der Handel zwischen den beiden Ländern belief sich 2008 auf 200 Millionen Euro; 2004, vor der Unterzeichnung des Abkommens, waren es lediglich 43 Millionen – ein Anstieg von mehr als 450%.

Ein anderes wichtiges und zentrales Element der bilateralen Wirtschaftsbeziehungen ist das Gasabkommen. Dieser gigantische Vertrag (geschätzt auf 1.8 Milliarden Euro über einen Zeitraum von 15 Jahren) wurde 2005 zwischen der Israel Electric Company und der ägyptischen East Mediterranean Gas Co. (EMG) unterzeichnet.

Auch in den Bereichen Tourismus, Verkehr, Kommunikations- und Gesundheitswesen herrscht eine rege bilaterale Zusammenarbeit.

Der israelisch-ägyptische Friedensvertrag hat seinen Wert auch in politischen Fragen bewiesen, sowohl auf binationaler als auch auf regionaler Ebene. Trotz einiger Schwierigkeiten hat sich der Frieden zwischen Israel und Ägypten als solide und stabil erwiesen. Er demonstriert den Vorrang der Sehnsucht nach Frieden, die in beiden Völkern existiert, und hat gleichzeitig strategischen Wert für beide Seiten. Die gegenwärtigen friedlichen Beziehungen stellen die Grundgegebenheit für alle regionalen politischen Entwicklungen dar und einen unterstützenden Faktor bei der Fortsetzung des Nahost-Friedensprozesses im Allgemeinen und mit den Palästinensern im Besonderen. Im Rahmen der bilateralen Beziehungen wird ein andauernder Dialog zwischen Ägypten und Israel über unterschiedliche Fragen geführt, auch über problematische und sensible Angelegenheiten. Die Regelmäßigkeit der Treffen zwischen Politikern beider Nationen ist groß, und die Diskussionen konzentrieren sich sowohl auf bilaterale Beziehungen und die Förderung des Nahost-Friedensprozesses.

Trotz der soliden Grundlagen der israelisch-ägyptischen Beziehungen gibt es noch viele Ziele, die noch nicht erreicht sind. Das primäre Ziel ist der Aufbau engerer Bande des gegenseitigen Verständnisses und der Toleranz zwischen den beiden Völkern, die Förderung eines tieferen kulturellen Dialogs und die Entwicklung einer Kultur des Friedens.

Israel sehnt sich danach, dass der Frieden mit Ägypten in allen Bereichen ein lebendiger und fruchtbarer Frieden werden wird. Es hofft, dass die beiden Nationen die kommenden Jahre dazu nutzen werden, um dieses Ziel zu erreichen.

Außenministerium des Staates Israel

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