Alan Poseners Kolumne: Henryk M. Broders belangloser PR-Coup


Der britisch-deutsche Journalist Alan Posener kommentiert wöchentlich das Zeitgeschehen in Politik, Gesellschaft, Wirtschaft und Kultur für HIRAM7 REVIEW.

Von Alan Posener
Die Welt / Welt am Sonntag  / HIRAM7 REVIEW

Es ist schon erstaunlich: Wenn man in Deutschland eine Stellungnahme zum Holocaust braucht, ruft man die Agentur Rent-a-Jew an und bekommt je nach politischer Präferenz einen Juden zugeteilt, obwohl der Holocaust die Juden nicht mehr angeht als die Arier; weniger sogar, denn das Klärungsbedürftige am Holocaust liegt nicht auf der Opfer-, sondern auf der Täterseite.

Wenn es aber um Henryk M. Broders Kandidatur für den Posten des Präsidenten des Zentralrats der Juden gibt, dann haben plötzlich alle Gojim selbst eine Meinung, obwohl der Zentralrat eigentlich nur die Juden etwas angeht.

Und diese Meinung lautet: Gut, dass der Kerl den Zentralrat aufmischt.
Das sollte einen stutzig machen.

Wenn der Zentralrat, wie Henryk meint, so ungefährlich und gestrig ist, warum sind alle Gojim so froh, dass Broder ihm zeigen will, wo der Hammer hängt?

Überhaupt: Warum tun alle so, als habe Henryks Kandidatur etwas zu tun mit einer Krise des Zentralrats, wo sie doch nur etwas zu tun hat mit einer Lebenskrise Henryk M. Broders?

Ich habe mit dem Zentralrat genauso wenig zu tun wie Henryk. Weniger, denn pro forma könnte er etwas damit zu tun haben, wenn er wollte, was er aber nicht will. Ich nicht.

Ich stelle nur eine Frage: Im Spiegel hat Henryk seine Selbsteinschätzung wiederholt, er sei der „Pausenclown“ der Deutschen. Das stimmt, und diese Rolle hat er sich hart erarbeitet.

Soll der Sprecher der Juden in Deutschland ein Clown sein? Wer könnte das wollen? Wem würde das nutzen? Außer Henryk, meine ich.

Die in HIRAM7 REVIEW veröffentlichten Essays und Kommentare geben nicht grundsätzlich den Standpunkt der Redaktion wieder.

3 Responses to Alan Poseners Kolumne: Henryk M. Broders belangloser PR-Coup

  1. Othmar Kaufmann says:

    Lieber Alan Posener,

    kommen Ihnen Ihre Einschätzungen zu Henryk M. Broder nicht reichlich spät? Eine kleine Genugtuung kann ich mir nicht verkneifen: Habe ich Sie nicht schon seit Jahren auf das, um das mindeste zu sagen, zweifelhafte Treiben Henryk M. Broders hingewiesen?

    Sie haben ja gewaltig die Hand für ihn ins Feuer gelegt; Sie sind gar in die Achse der Guten eingetreten; Charlotte Knobloch hat ihm jegliche Unterstützung zugesagt, was auch immer er tue. Welche Rolle hat er also für Sie gespielt?

    Mit freundlichen Grüssen

    Oscar Mercator

  2. Alan Posener says:

    Herr Kaufmann, Sie sind weder intellektuell noch moralisch satisfaktionsfähig. Sie sind negativ auf Henryk Broder aus dem gleichen Grund fixiert, aus dem Sie negativ auf Israel fixiert sind: Sie lehnen Juden ab, die nicht kuschen. Zu den vielen Unterschieden zwischen mir und Ihnen gehört: Sie freuen sich, wenn sich Henryk lächerlich macht, weil Sie sich über jeden Juden freuen, der einen Fehler macht. Mir tut es weh.

  3. Zu Othmar Kaufmann, alias Mercator (sein Pseudonym):

    In Potzdam müssen Psychiater wohl dünn gesät sein. Er ist doch Diplompsychologe. Warum sich dann nicht einem Kollegen anvertrauen, der kein Judenhasser ist?

    Gibt’s in Potsdam wohl auch nicht, schade…

    Anders kann ich mir sein Geltungsbedürfnis nicht erklären.

    Mittlerweile belästigt er einen Großteil der Blogosphäre.

    Also ehrlich: Wenn er durchdreht, ist es sein Problem, nicht das seiner Adressaten.

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