China loses its allure

January 27, 2014

This week’s print edition of The Economist brings a worth reading story on China: life is getting harder for foreign companies there.

“According to the late Roberto Goizueta, a former boss of The Coca-Cola Company, April 15th 1981 was “one of the most important days…in the history of the world.” That date marked the opening of the first Coke bottling plant to be built in China since the Communist revolution.

The claim was over the top, but not absurd. Mao Zedong’s disastrous policies had left the economy in tatters. The height of popular aspiration was the “four things that go round”: bicycles, sewing machines, fans and watches. The welcome that Deng Xiaoping, China’s then leader, gave to foreign firms was part of a series of changes that turned China into one of the biggest and fastest-growing markets in the world.

For the past three decades, multinationals have poured in. After the financial crisis, many companies looked to China for salvation. Now it looks as though the gold rush may be over.”

Read full story.


Das Biblikon-Projekt – Die Entschlüsselung des Bibel-Codes

December 3, 2013

Gut ein halbes Jahrzehnt hat sich der Politikwissenschaftler und Historiker Tomas Michael Spahn neben seinen beruflichen Aufgaben als Berater für politische Kommunikation und Analytik dem Alten Testament der christlichen Bibel – dem Tanach der Juden – gewidmet.

Was als der Versuch eines kurzen Essays über die Lebenswirklichkeit des biblischen Königs Josia begann, wurde zu einer Analyse dieses Werks, die mittlerweile ziemlich genau 1.350 gedruckte Seiten umfasst und die Spahn jetzt unter dem Titel „Das Biblikon-Projekt – Die Entschlüsselung des Bibel-Codes“ veröffentlicht hat.

Die Ergebnisse dieser Analyse sind – zurückhaltend formuliert – sensationell. Denn im Grunde stellt Spahn 2.500 Jahre gelebte Menschheitsgeschichte auf den Kopf und entlarvt die Wirklichkeit der Religion als etwas, das er als “sacred fiction” – heilige Fiktion – bezeichnet.

„Schon Gandhi erkannte: Das Grundproblem bei jeglicher Betrachtung menschlicher Interaktionen und historischer Vorgänge ist die Unterscheidung zwischen Wahrheit und Wirklichkeit“, sagt der frühere Leiter der Öffentlichkeitsarbeit einer Berliner Landesbehörde und Ressortleiter einer deutschen Tageszeitung.

“Wahrheit ist das, was war oder ist – was tatsächlich war oder ist. Nicht das, was gewesen sein soll oder sein könnte oder von dem wir glauben, dass es war oder ist. Sobald wir letzteres jedoch zu unserer persönlichen Scheinwahrheit machen, wird es zur Wirklichkeit. Wirklichkeit kann also sein, ohne auf Wahrheit zu beruhen – und gleichwohl unterstellen wir, dass es so sei.“

Wer in dreißig Berufsjahren als politischer Redakteur und als Kommunikationsverantwortlicher in Unternehmen und Verwaltung tätig war, lerne den Unterschied zwischen Wahrheit und Wirklichkeit zu erkennen, meint Spahn. Als Redakteur sei es seine Aufgabe gewesen, die ihm präsentierte Wirklichkeit auf ihren Wahrheitskern zurück zu führen. Als Öffentlichkeitsarbeiter hingegen habe er das genaue Gegenteil gemacht: Aus der Sache wurde eine Wirklichkeit für die Öffentlichkeit, die mit der Wahrheit nicht immer etwas zu tun haben musste.

Damit schließt sich für den Analytiker der Kreis zur Bibel. Eines der faszinierendsten Phänomene der gelebten Wirklichkeit sei es, dass selbst in den renommiertesten, historischen Fachbüchern die im Tanach geschilderte Geschichte als historischer Tatsachenbericht eingeflossen ist.

Spahn: “Sachlich betrachtet hat die Bibel erst einmal nicht mehr historischen Wahrheitsgehalt als beispielsweise die Ilias oder das Siegfried-Lied. Kein Historiker würde auf die Idee kommen, diese literarischen Werke ungeprüft als geschichtliche Wahrheit in seine Werke zu schreiben.“

Ganz anders bei den Erzählungen zum Ursprung des Monotheismus: Jenseits jeglicher Fremdquelle, die die Geschichten belegen könnte, seien die biblischen Darstellungen als vorgebliche Wahrheit in die Geschichtsschreibung eingeflossen und fänden sich dort bis heute. Für Spahn ist dieses der trotz abendländischer Aufklärung nachwirkende Wahrheitsanspruch der Kirche, der “als Wirklichkeit derart tief in unserem kollektiven Bewusstsein verankert ist, dass sich kaum einer traut, ihn als das zu bezeichnen, was er ist: Eine Fabel, deren Wahrheitsnachweis bislang ausgeblieben ist.”

Als der Publizist und Nahostkenner begann, sich intensiv mit den Geschichten des Alten Testaments zu beschäftigen, stieß er schnell auf Ungereimtheiten, die seit geraumer Zeit die historische Wissenschaft zu Korrekturen hätten bewegen müssen. “Eine der grundsätzlichen Fragen ist es, in welcher Schrift der eine Gott seine zehn Gebote in den Fels des Berges Sinai geschrieben hat”, befindet Spahn. Laut biblischer Darstellung habe sich dieser Vorgang auf der Flucht der Hebräer, die korrekt als „Seitenwechsler“ zu übersetzen seien, aus Ägypten ereignet – und damit viele Jahrhunderte, bevor die legendären Könige David und Salomo das Großreich Israel gegründet hätten.

“Wenn es so ist, wie der Tanach es darstellt, stehen wir vor einem Problem. Die Wissenschaft weiß heute, dass die hebräischen Schriftzeichen sich keinesfalls vor der letzten vorchristlichen Jahrtausendwende entwickeln haben. In welcher Schrift also schrieb der Gott Jahuah Jahrhunderte vor dieser Zeit seine Gebote in den Sinai?” Hinzu käme, dass auch die Geschichte von der gewaltsamen Übernahme des “Landes Kanaan” – und damit der gesamte Komplex der fünf Bücher Mose sowie die Josua-Geschichte -zumindest dann nicht in Ivrit geschrieben worden sein können, wenn sie als Tatsachenberichte zum Zeitpunkt des geschilderten Geschehens verfasst wurden. Diesen Eindruck jedoch vermittelten diese Geschichten – und da nicht sein kann, was nachweislich nicht möglich ist, müsse es sich bei diesen sechs Büchern um deutlich später schriftlich verfasste Erzählungen handeln.

Damit jedoch müssten ihre Inhalte nicht zwingend unrichtig sein. Sie könnten immer noch auf tatsächlichem Geschehen beruhen. Wenn sie allerdings, wie der israelische Archäologe Israel Finkelstein nachgewiesen hat, eine Welt des achten oder siebten vorchristlichen Jahrhunderts beschreiben, dann haben sie in etwa den gleichen historischen Wert wie jene mittelalterlichen Kunstwerke, die die Juden zur Zeit Christi in der Garderobe der mittelalterlichen Ghettos zeigen. Von einem wäre in diesem Falle jedoch zwingend auszugehen: Eine möglicherweise wahre Geschichte hätte über die Jahrhunderte zahllose Veränderungen erfahren können, wäre erweitert und glorifiziert worden. Insofern bliebe vielleicht ein Kern an Wahrheit.

Die Frage sei dann jedoch: Welches ist dieser Kern. Denn es gibt auch andere Ungereimtheiten, die nicht passen wollen. So kauft der aus Mesopotamien zugewanderte Urvater Abraham einem Hethiter ein Grundstück ab. Das Problem: Die Hethiter waren erst deutlich später in der Region anzutreffen, als zu jenem Zeitraum, in dem die Abraham-Geschichte historisch zu verorten ist. Andererseits waren “chét”, wie die Hethiter im Original heißen, eine gängige Bezeichnung der assyrischen Herrscher in Ninive für die Bewohner der Region zwischen Jerusalem und Anatolien. Die assyrischen Konflikte mit diesen Chét wiederum fallen in die Zeit des achten und siebten vorchristlichen Jahrhunderts und stützen so die Erkenntnis Finkelsteins, dass wesentliche Teile des Tanach nicht vor dieser Zeit verfasst wurden.

Der Kommunikationsexperte Spahn wandte sich in einem weiteren Schritt konkreten Fragen der Sprache und des erzählerischen Aufbaus des Alten Testaments zu. Dabei kommt er neben zahlreichen anderen neuen Erkenntnissen zu der Feststellung, dass die Autoren der Bibel, vergleichbar den Kolportage-Autoren des 19. Jahrhunderts, über Master-Stories verfügten, die mit unterschiedlicher Besetzung zu unterschiedlichen Zeiten in das Gesamtwerk einfließen. Beispielhaft wird dieses aufgezeigt an der Erzählung von der verschacherten Ehefrau, deren Muster sich dreimal findet und die sich am Ende als Lagerfeuer-Erzählung der Nomaden erklärt, in der diese den Reiz ihrer Frauen und die Dummheit der von ihnen verachteten Städter feiern.

Werkzeuge der Statistik halfen, einzelne Erzählkomplexe bestimmten – bis heute weitgehend unbekannten – Autoren zuzuweisen.

Spahn: “Autoren sind oftmals daran zu erkennen, dass in ihren Texten spezifische Begriffe und Floskeln Verwendung finden, die bei anderen Autoren und zu anderen Zeiten nicht zum Einsatz kommen. So können wir beispielsweise davon ausgehen, dass ein deutschsprachiger Text, in dem eine Häufung des Begriffes ‘Nachhaltigkeit’ auffällt, keinesfalls vor den achtziger Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts verfasst worden sein kann. Umgekehrt finden wir beispielsweise in den Originalen der Romane der Volkschriftsteller May und Gerstäcker Begriffe, die schon einhundert Jahre später kein normal gebildeter Leser mehr kennt. Eine lebendige Sprache unterliegt einem permanenten Wandel. Begriffe, die keinen Nutzwert mehr haben, verschwinden, werden durch neue abgelöst. Andere Begriffe wandeln die mit ihnen verbundene Assoziation und können so – durch spätere Generationen gelesen – zu gänzlich falschen Interpretationen des geschriebenen Wortes führen.”

Wenn dieses heute so sei, fügt der Autor hinzu, dann sei dieses auch in der Antike nicht anders gewesen. Und so stelle sich die Frage, ob das, was wir heute in der Bibel selbst dann lesen, wenn wir auf den Aleppo-Codex des Tanach als älteste verfügbare Quelle in Ivrit zurückgreifen, tatsächlich so darin gestanden habe, wie wir es heute verstehen wollen oder sollen.

Nach diesen grundsätzlichen Fragestellungen richtete Spahn sein Augenmerk erneut auf den ursprünglichen Untersuchungsgegenstand: Dem König oder Mélék Josia, der in der hebräischen Originalschrift Jéáshéjah, der das Feuer des/von Jah ist, heißt. Die Bibel schreibt diesem einzigen Herrscher von Jahudah, dessen Erscheinen im Tanach prophezeit wird, zahlreiche Leistungen zu. Obgleich als Heidenkind – also Anhänger der assyrischen Götterwelt – aufgewachsen, bekehrt er sich zu dem einen Gott Jahuah, lässt dessen Tempel in Jerusalem renovieren und anschließend in einer großangelegten Aktion das Land von allen Stätten der Nicht-Jahuahisten “reinigen”. Bei der Renovierung des Tempels wird zufällig ein antikes Textwerk gefunden: Das Gesetzbuch des Mose. Und hier beginnen für Spahn die ebenso offensichtlichen wie bis heute verdrängten Ungereimtheiten. Denn das Buch Mose ist weder dem Herrscher noch seinen Getreuen als mosaisches Basiswerk bekannt. Theatralisch zerreißt Josia seine Kleider, klagt: „Wenn wir das gewusst hätten …!“

Wenn nun aber dem vorgeblich mosaischen Josia das Buch Mose nicht bekannt war – wäre das nicht ungefähr so, als wenn der katholische Papst ohne Evangelium oder der Ayatollah Chamenei seine klerikale Funktion ohne den Quran leben würde? Was also kann das für ein jüdischer Glaube gewesen sein, dem dieser Mélék vor dem Fund des mosaischen Gesetzes anhing?

Es ist nicht die einzige Ungereimtheit in diesem Text, die Spahn aufzeigt. Am Ende seiner Auseinandersetzung mit dieser Person und ihrem Umfeld steht für ihn fest, dass es “einen jüdischen Glauben in der Form, wie wir ihn heute kennen, vor 622 vor Christus nicht gegeben haben kann”. Seine in umfassender Analyse erarbeitete Darstellung der nahöstlichen Geschichte zwischen 630 und 580 liest sich dann auch gänzlich anders, als in allen Geschichtsbüchern und theologischen Werken beschrieben.

Spahn geht davon aus, dass es ein wirklich unabhängiges Königreich in Jahudah vor und nach Josia nicht gegeben hat. Die im Tanach beschriebenen “Könige” waren in aller Regel nichts anderes als Statthalter der jeweiligen Hegemonialmächte Ägypten, Assyrien und Babylon. Vor allem waren sie eines nicht: Genetische Nachfahren eines legendären David. Sie entstammten aus den führenden Familien Jerusalems – und “Söhne Davids” wurden sie nur deshalb, weil die Königschroniken zu jener Zeit von Indus bis Nil den jeweiligen Nachfolger im Amt als “Sohn” bezeichneten. Leibliche Söhne – so wird unter anderem anhand der Königschronik des assyrischen Herrschers Sanherib nachgewiesen – erhielten den Hinweis auf die Zeugung “aus meinen Lenden”, der sich in ähnlicher Form gelegentlich auch im Tanach findet.

Als Josia – vermutlich in Folge einer priesterlichen Intrige – an die Macht kommt, hat die vom Nil bis zum Tigris ausgedehnte Macht der Assyrer ihren Zenit bereits überschritten. Im fernen Babylon erhebt sich ein ehemaliger Offizier, dessen leiblicher Sohn Nebukadnezar dereinst zum Herrscher der damals bekannten Welt aufsteigen sollte. Nachweislich ist der Babylonier mit den Medern verbündet. Spahn geht davon aus – und findet dafür eine plausible Beweiskette – dass auch der assyrische Vasallenkönig Josia zu den Verschwörern gehörte. Um 626 vc stieß er zu den Aufrührern, schloss mit ihnen einen Geheimvertrag, den der Tanach als den “Bund des Jah” in zahlreichen Details beschreibt. Dem Jahudahi wurde unter dem Dach des künftigen Herrschers in Babylon absolute Selbstverwaltung garantiert. Das Land solle ihm auf alle Ewigkeit gehören, das Volk von Jahudah – im Gegensatz zu den gewaltsam unterworfenen Stämmen – als “sein Volk” im Reich eine privilegierte Stellung unter dem allmächtigen Herrscher am Euphrat erhalten. Mehr noch: Die damals als Handelszentrum aufblühende Metropole Jerusalem solle künftig der Hauptverwaltungssitz des zu schaffenden Großreichs für den Westen des Reichs werden. Dorthin hätten die Völker zu pilgern, ihre Abgaben zu entrichten und dem fernen Herrscher der Welt zu huldigen. Der Wohlstand der Region wäre damit langfristig gesichert gewesen, die Jahudahim von ewigen Vasallen zu Mitherrschern aufgestiegen.

Da es auf dieser Welt nichts umsonst gibt, erwartete der Rebell im fernen Babylon allerdings auch eine Gegenleistung. Josia sollte die Herrschaft der Assyrer in Jahudah und in den angrenzenden Ländern Israel – das niemals zuvor Teil eines jüdischen Reiches gewesen war und das die Jahudahim als Kénéýn (Kanaan) bezeichneten – und in der Mittelmeerküstenregion – dem assyrischen Land Chét, das für die Semiten auch das Land der Féléshétjm (korrekt übersetzt als “Eindringlinge”) ist – übernehmen.

Die Verbündeten gegen Assyrien verfolgen damit ein doppeltes Ziel: Zum einen sollten die Jahudahim eine zweite Front im Südwesten eröffnen. Die alliierten Babylonier und Meder drangen im Osten gegen die langjährige Hegemonialmacht vor. Josia sollte Kräfte binden, damit die Eroberung des assyrischen Kernlandes erleichtert werden konnte. Wichtiger noch aber war es, die damals ebenfalls zu Assyrien gehörenden Ägypter daran zu hindern, die Zentralmacht mit Nachschub und militärischen Kräften zu unterstützen.

“Jahudahs Hauptgegner in diesem Konflikt sind nicht die Assyrer, denn diese sind durch ihren Abwehrkampf gegen Babylon und Medien gebunden, sondern die Ägypter”, erläutert Spahn. Tatsächlich wird Josia seinen vertraglichen Verpflichtungen gerecht. Er schaltet das ehedem assyrische Jahudah gleich, erobert weite Teile der assyrischen Provinz Samaria (Shémérunah) – dem Israel des Tanach – und stellt sich dem ägyptischen Heer entgegen, als dieses im Jahr 609 vc entlang der Küste nach Norden zieht, um die zwischenzeitlich nach Haran geflohene assyrische Regierung zu entsetzen.

Damit dann allerdings endet der jahudahische Ausflug in die Weltgeschichte keine zwanzig Jahre, nachdem er begonnen hat. Bei seinem Versuch, sich dem Pharao, der zuvor noch in Unkenntnis des Geheimabkommens eine Neutralitätserklärung für das Reich des Josia abgibt, in den Weg zu stellen, wird der Herrscher Jerusalems getötet oder zumindest tödlich verwundet – womit der Tanach Jahuah ungewollt einer Lüge überführt, denn zuvor hatte der eine Gott seinem Anhänger einen friedlichen Tod voraussagen lassen. Das ägyptische Heer zieht weiter nach Norden, unterliegt dort jedoch militärisch den babylonischen Alliierten. Auf seinem Rückzug an den Nil besetzt der Pharao dennoch das geschwächte Jerusalem und setzt dort einen Statthalter ein, den der Tanach in seiner Legendenbildung ebenfalls zu einem davidischen König macht. Im Jahr 605 vc ist Babylon stark genug, nach Süden gegen Ägypten vorzugehen. Nun sind es die Babylonier, die Jerusalem übernehmen und dort Statthalter etablieren.

“Bemerkenswert dabei ist, dass Nebukadnezar sich immer noch der Verdienste der Jahudahim im Befreiungskampf erinnert. Der von Ägypten eingesetzte Statthalter ist der Spross eines der Männer, die maßgeblich am Zustandekommen des Geheimbundes mitgewirkt haben. Als dieser sich nun dem Babylonier unterwirft und Nebukadnezar in Babylon als seinen Allmächtigen anerkennt, darf er sein Amt – nunmehr von Babylons Gnaden – weiter ausüben”, so Spahn.

Doch die Nachfolger des Josia verspielen ihre Chance. Sie konspirieren weiter mit Ägypten und provozieren damit zwei Strafexpeditionen der Babylonier. 598 vc wird das abtrünnige Jerusalem erneut besetzt. Nebukadnezar sieht abermals von einem Strafgericht ab und setzt einen anderen Spross aus der jahudahischen Elite zum Statthalter ein. Auch dieser konspiriert mit Ägypten – 586 vc wird die Metropole erneut erobert und nunmehr zerstört. Nicht allerdings ohne dass die Babylonier zuvor mehrfach den Versuch unternommen hätten, über den im Tanach als “Jahuah Zébaut” bezeichneten, babylonischen Militärbefehlshaber und Gouverneur über die babylonische Provinz Israel die belagerten Jahudahim mit zahlreichen Zusicherungen für Leib und Leben zur freiwilligen Übergabe zu bewegen. Doch der vorgeblich letzte Mélék von Jahudah, der von Nebukadnezar mit der Bezeichnung Zedekia (Zédéqéjah – der Gerechte des/von Jah) eingesetzt worden war, ist längst nicht mehr Herr des Geschehens. Der Kampf wird von einer Militärjunta geführt – Zedekia ist nur noch ein Marionettenkönig.

“Mir ist bewusst, dass diese Version der Geschichte allem widerspricht, was für die Menschheit seit Jahrtausenden als Wirklichkeit gilt”, stellt Spahn fest. “Aber”, so fügt er hinzu, “die Analyse des Quelltextes und der Abgleich mit historischen Quellen lässt nur diese eine einzige Version als plausibel erkennen.”

Wie nun aber sind in diesem Kontext all die biblischen Erzählungen einzuordnen, die von früheren, monotheistischen Herrschern in Jerusalem zu berichten wissen?

Spahn hat auch dafür nachvollziehbare Erklärungen, die er mit Texten des Tanach und Fremdquellen belegen kann: “Die Bücher Mose – vielleicht nicht alle, aber deren Kernelemente – entstanden zwischen 626 und 622 vc als Arbeit einer kleinen, im Geheimen agierenden Schriftstellergruppe unter Leitung des Josia-Getreuen Chéléqéjah, den die Griechen als Hilkia übersetzt haben. Er, der ursprünglich ein Priester der weiblichen Regionalgottheit Ýnét (Anat) war und zum ersten Hohepriester des Jah wird, ist der eigentliche Strippenzieher im Hintergrund. Er macht das Kind Josia zum Mélék, er organisiert den Geheimbund des Jah mit den Babyloniern. Er leitet die aus Spenden der polytheistischen Bevölkerung finanzierte Renovierung des großen Tempels in Jerusalem, der zu diesem Zeitpunkt wie seit eh und je ein Tempel der weiblichen Gottheit Ashera gewesen ist. Er sorgt dafür, dass sich die Assyrien-treue Priesterelite arglos im Baals-Tempels zu Jerusalem trifft, um sich dort auf die Einsegnung des frisch renovierten Tempels der Ashera vorzubereiten. Er hat das Konzept entwickelt, die Elite des assyrischen Glaubens dort durch das königstreue Militär niedermetzeln und anschließend alle Stätten der Polytheisten niederbrennen zu lassen. Die Ausführung überlässt er dem Feuer des Jah – seinem Produkt Josia. Und Hilkia ist es auch, der im Geheimen das Gesetzbuch des Mose formulieren lässt, das der Bevölkerung als Glaubenskonzept des einen Gottes, der ausschließlich für das Volk von Jahudah zuständig ist, präsentiert wird und das die Initialzündung für den Befreiungskampf gegen Assyrien und Ägypten liefert.”

Deshalb, so der Politikwissenschaftler, muss beispielsweise Abraham aus Mesopotamien kommen. Die Babylonier werden so von einem fernen Stamm zu nahen Verwandten. Deshalb führt Abrahams Weg über Haran, das zu diesem Zeitpunkt Regierungssitz der Assyrer ist.

“So schreibt der Tanach den Anspruch fest, auch gegen Haran militärisch vorgehen zu können und die Illegalität der assyrischen Regierung darzulegen”, ist sich Spahn sicher. Deshalb auch werden die Ägypter, die Palästina seit Urzeiten als ihren Vorgarten betrachten, im Tanach zum Hauptfeind erklärt. Das Volk von Jahudah soll darauf vorbereitet werden, sich im äußersten Notfall gegen die Nachbarn vom Nil zu rüsten.

Nach dem dennoch durch falsche Einschätzung der weltpolitischen Lage unvermeidbaren Untergang Jerusalems setzt der entgegen seinem Bild in der Geschichtsschreibung für seine Zeit überaus humane und bedachte Herrscher der Welt, Nebukadnezar, mit Gedelja einen weiteren Spross aus befreundetem, Jerusalemer Hause ein. Der wird von seinem Jugendfreund Ismael als Verräter ermordet – und Judäa wird abschließend zum Teil der babylonischen Provinz Israel. Die überlebende städtische Elite der Jahudahim zieht es nach Babylon, wo die Männer Karriere machen und die kurze Geschichte ihres Staates mit Billigung der babylonischen Staatsmacht in ein religiöses Manifest verwandeln. Die pro-ägyptische Militärelite zieht es – begleitet von einem langjährigen Agenten und Propagandisten Babylons, den die christliche Bibel unter dem Namen Jeremia kennt – nach Ägypten, wo sich ihre Spur verliert. Im Land selbst verbleiben die sogenannten kleinen Leute. Ihre Herkunft ist teilweise semitisch, teilweise anatolisch, teilweise griechisch, teilweise vielleicht sogar kurdisch. Ihnen gemein ist, dass sie nach wie vor an ihre polytheistische Götterwelt glauben und sich in der aramäischen Sprache der Assyrer verständigen.

“All dieses steht – wenn auch verklausuliert – im Tanach. Die Bücher Josua und Könige werden im Wesentlichen in Josias Herrschaftsjahren zwischen 622 und 609 vc verfasst worden sein. Sie schaffen mit einer großartig angelegten Gründungslegende den politischen Anspruch auf die Herrschaft über die Region zwischen Mittelmeer und hinaus über den Jordan, zwischen dem östlichen Mündungsarm des Nils und Haran. Sie greifen wie die späteren Werke des Buches Jesaja, eines Propheten, den es nie gegeben hat und der ein literarisches alter ego des Hilkia ist, und die Chronik auf zeitgenössische Königsannalen anderer Archive zurück, wenn beispielsweise der Mélék Hiskia, der als chéßéqéjah niemand anderes als ein Starker des beziehungsweise von Jah ist und sich mit Sanherib anlegte, zu einem Vorläufer des Josia verklärt wird oder dem ebenfalls dokumentierten assyrischen Vasall Jehu die tatsächliche Vorgehensweise bei der Vernichtung der polytheistischen Elite zugeschrieben wird.

Die Judäababylonier, Männer wie der Schriftgelehrte Esra und die Bruderschaft der Leviten, welche sich unmittelbar aus jener geheimen Kerngruppe um Hilkia entwickelte, sind die eigentlichen Väter der jüdischen Religion. Ohne sie wäre das aus propagandistischen Gründen klerikal verbrämte, machtpolitische Projekt des Josia nach dessen Tode im Sande verlaufen. Eigentlicher Gründervater dessen, aus dem sich das moderne Judentum entwickelte, ist ausgerechnet ein Perser. Es war ein persischer Nachfolger auf dem Thron des Nebukadnezar, der sich von den Judäababyloniern von dem Konzept einer wehrhaften, anti-ägyptischen Kommune im nach wie vor assyrisch geprägten Palästina überzeugen ließ und die Mittel bereit stellte, um seinen Siedlern, die sich zu einem Großteil aus den Nachfahren unter Sanherib verschleppter Israeli rekrutierten, mit einem zentralen Tempel in Jerusalem das Zentrum einer gemeinsamen Identität zu geben, die die jüdische mit der israelischen zusammenführt. Es war dieses der erste Tempel in der Heiligen Stadt, der zu Ehren eines Gottes Jahuah errichtet wurde. Er stand, bis die Römer ihn im Jahr 70 als Reaktion auf einen Aufstand der Juden zerstörten.“

Spahn hat all diese Überlegungen, die für ihn keine Gedankenspiele, sondern die Basis der historischen Wahrheit sind, in vier Bänden veröffentlicht. Und ihm ist bewusst, dass er damit die theologischen Fundamente dreier Weltreligionen berührt.

„Je länger ich mich mit meinen Analysen beschäftigte, desto deutlicher wurde mir, dass die Ergebnisse im Zweifel auch politisch missbraucht werden könnten. Denn sie machen beispielsweise deutlich, dass es einen Glaubensjuden namens David, auf den sich der gegenwärtige Premierminister Israels gern zur Begründung seines Handelns beruft, nie gegeben hat. Sie machen auch deutlich, dass die Urväter Abraham, Ismael und Isaak, auf die sich drei Weltreligionen berufen, nichts anderes als Sagengestalten sind, die aus politischen Gründen Einzug in das religiöse Basiswerk finden mussten. Aber rechtfertigt das, die Ergebnisse der Untersuchung der Menschheit vorzuenthalten? Die Religionen werden nicht daran zu Grunde gehen, wenn sie sich mit einer Geschichte ihres Ursprungs beschäftigen, die anders aussieht, als sie es in ihre Heiligen Bücher hineininterpretiert haben.

Vielleicht aber auch mögen die Ergebnisse meiner Untersuchung ein Anstoß dazu sein, die eigentliche Funktion von Religion in das rechte Licht zu rücken. Den Glaube ist nichts anderes als die Wahrheitsunterstellung einer nicht beweisbaren Annahme. Er bedarf weder der Historizität noch scheinhistorischer Begründungen. Glaube ruht in uns – nicht in der historischen Wahrheit. Das Konzept des Josia war ein politisch motivierter, gemeinsam mit mächtigen Verbündeten perfekt erdachter Masterplan, um sich und das eigene Volk von einer im Bewusstsein der Betroffenen schon ewig währenden Fremdherrschaft zu befreien. Es musste ein religiöses werden, weil es damit für die Zeitgenossen unangreifbar wurde.“

Schon vor dem selbstverschuldeten Untergang Jerusalems sei aus dem Bündnispartner erst eine Figur geworden, die die in der griechischen Übersetzung zu Propheten mutierenden, babylonischen Verbindungsleute wie Jeremia und Hesekiel in ihren Unterlagen mit den hebräischen Buchstaben für J-H-W-H abkürzten. Über den Weg der in babylonischen Archiven wirkenden Schriftgelehrten wurde der allmächtige Herrscher der Welt namens Nebukadnezar zu dem Gott, den Juden, Christen und Muslime bis heute als himmlisches Wesen verehren – und der als historische Person auch gerade deshalb zutiefst diffamiert wurde.

Spahn: „Der Tanach ist ein auch nach heutigen Maßstäben perfekt verfasstes Propagandastück mit dem ausschließlichen Ziel politischer Weltveränderung. Dass es dabei die lebenslustige Vielfalt des sehr menschlichen, polytheistischen Götterhimmels durch einen einzigen autoritären Allmächtigen ersetzte und die bis dahin in der Religion gleichberechtigte Frau in die gesellschaftliche Bedeutungslosigkeit schob, war durchaus gewollt. Die stammesdemokratischen Elemente, über die selbst der Tanach zu berichten weiß, gehörten abgeschafft, um einen aus der Sicht der Mächtigen effektiven Staat zu schaffen. Und die Frau? Sie fand sich bis zum Zeitpunkt des Staatsrevolution des Josia als ‚die Gebährende‘ in der Stellvertretung der Ashera in Jerusalem als höchste klerikale Instanz wieder. Mächtiger noch als der Mélék selbst. Deswegen machten die Autoren des Tanach sie einerseits zur Prophetin, andererseits erniedrigten sie die Dame hintersinnig mit nur einem Federstrich zu einem gebärfreudigen Nager. Aus der h‘lédah, der für Fruchtbarkeit stehenden Leda der Polytheisten, wurde chélédah, das gebärfreudige Nagetier. Kennern der griechischen Bibel ist sie als Hulda bekannt. Pointierter konnten die antiken Autoren vom Männerbund der Leviten ihre Verachtung für die Frau nicht dokumentieren.“

Tomas M. Spahn: Das Biblikon-Projekt – Die Entschlüsselung des Bibel-Codes

Band 1 – Von Adam zu Mose, ISBN 978-3-943726-01-5 (EP 17,80 €)

Band 2 – Das Feuer des Jah, ISBN 978-3-943726-02-2 (EP 17,80 €)

Band 3 – Der Erhabene des Jah, ISBN 978-3-943726-03-9 (EP 19,80 €)

Band 4 – Demokratie oder Gottesstaat, ISBN 978-3-943726-04-6 (EP 22,80 €)


Happy Chinese New Year!

January 23, 2012

“Forget injuries, never forget kindnesses.” Confucius


Guest Editorial: The Currency War

February 21, 2011

What’s Behind the Currency War?

By Professor Dr. Antony P. Mueller

In September 2010, a short time before the international financial summit of the Group of Twenty (G20) took place in South Korea, Brazilian finance minister Guido Mantega declared that the world is experiencing a “currency war” where “devaluing currencies artificially is a global strategy.”

Dr. Antony P. Mueller is a professor of economics at the graduate business school of the University of Caxias-do-Sul (UCS) in Brazil. He is an adjunct scholar of the Ludwig von Mises Institute and president and founder of The Continental Economics Institute.

Dr. Antony P. Mueller is a professor of economics at the graduate business school of the University of Caxias-do-Sul (UCS) in Brazil. He is an adjunct scholar of the Ludwig von Mises Institute and president and founder of The Continental Economics Institute.

By announcing the outbreak of a “currency war,” Mantega wanted to draw attention to the problems caused by the ongoing exchange-rate manipulations that governments put in place in order to gain economic advantages. In this sense, “currency war” denotes the conflict among nations that arises from the deliberate manipulation of the exchange rate in order to gain international competitiveness by way of currency devaluation.

Competitive Devaluation

Calling competitive devaluation a “war” may seem like a gross exaggeration. Yet in terms of its potential of destruction, the current global financial conflict may well rank at a level similar to that of a real war.

In a wider historical perspective, the current currency war is the latest conflict in a series of acute crises of the modern international monetary system. In a world of national monetary regimes based on fiat money without physical anchors, domestic monetary instability automatically transforms into exchange-rate instability. As before, the current crisis of the international economic order is mainly the result of monetary fragilities coming from the unsound national monetary systems and reckless domestic monetary and fiscal policies.

The immediate cause of the currency war entering an acute stage is the policy of massive quantitative easing practiced by the US central bank. Whatever the original intention of this policy may have been, the consequences of the Fed’s measures include monetary expansion, low interest rates, and a weaker US dollar. With dollar interest rates approaching the “zero bound,” the United States is joining Japan in the effort to stimulate a sluggish economy with massive monetary impulses.

Until recently, the currency war was contained as a kind of financial cold war. The conflict entered its hot phase as a result of the expansive monetary policies that were put in place in the wake of the financial-market crisis that began in 2007. In defiance of the fact that the financial crisis itself was the result of the extremely expansive monetary policies in the years before, many central banks have now accelerated monetary expansion in the vain attempt to cure the disease with the same measures that had caused it in the first place.

Easy Money and International Financial Flows

What has emerged in the global financial arena over the past couple of years is the interplay among easy money, low interest rates, international trade imbalances, financial flows, and exchange-rate manipulations. The failure of attempts to cure overindebtedness with more debt, and to stimulate weak economies by giving them interest rates as low as possible, provokes a repetitive pattern of bubble and crash where each phase ends in a higher level of government debt.

A global search for higher yields has been going on not unlike what happened in the late 1960s and 1970s, when the United States inflated and the countries that had linked their exchange rates to the US dollar suffered from imported inflation. Nowadays, the formal dollar-based fixed-exchange-rate system no longer exists. It has been replaced by a system that sometimes is called “Bretton Woods II”: a series of countries, particularly in Asia this time, have pegged their exchange rates (albeit without a formal agreement) to the US dollar.

If a country wants to slow down the appreciation of its exchange rate that comes as a consequence of the financial inflows from abroad, it must intervene in the foreign-exchange markets and monetize at least a part of the foreign exchange. This way, the monetary authorities will automatically increase the domestic money stock. Additionally, under this system relatively poor countries feel forced not only to buy the debt issued by the relatively wealthy countries like the United States but also to buy these bonds at their current extremely low yields.

Under current conditions, the monetary expansion gets globalized and invades even those countries that wish to practice restrictive monetary policy. Relatively high levels of the interest rate improve the restrictive currency’s attractiveness. Thus, more and more monetary expansion happens on a global scale, which in turn provides the fuel for the next great wave of international financial flows.

The weaker countries, which compete with each other on the basis of low prices, are getting pushed to the side; it was just a matter of time until more and more governments would begin to intervene in the foreign-exchange markets by buying up foreign currencies in order to try to prevent their exchange rates from appreciating too much, too fast.

Yet using the exchange rate as a tool in order to gain economic advantage or avert damage for the domestic economy is inherently at variance with a sound global monetary order, because one country’s devaluation automatically implies the revaluation of another country’s currency and thus the advantage that one tries to obtain will be achieved by putting a burden on other countries.

Escalation

By recycling the monetary equivalent of the trade surplus into the financial markets around the globe, monetary authorities in surplus countries form a symbiosis with trade-deficit countries in fabricating a worldwide monetary expansion of extreme proportions.

The paradoxical, or rather perverse, features of the current state of affairs were highlighted a short time ago when in January 2011 the monetary authorities of Turkey decided to lower the policy interest rates so as to make the inflow of foreign funds less attractive, despite a booming Turkish economy that shows plenty characteristics of a bubble.

Exchange-rate policies produce the usual spiral of interventionism: the de facto consequences tend to diverge from the original intentions, prompting further rounds of doomed interventions. This interventionist escalation is not only limited to an incessant repetition of the same failed policies, but the errors committed in one policy area also affect other parts of the economy. Thus, it is only a matter of time until errors of monetary policy lead to fiscal fiascos, and exchange-rate interventions lead to trade conflicts.

At first sight, exchange-rate intervention may appear tolerable as the legitimate pursuit of national self-interest. But exchange-rate policies are intrinsically matters that tend to stir transnational controversies. When a country’s exchange rate policy collides with the interests of the trading partners, the tit-for-tat of mutual retaliation automatically tends to lead to an escalation of the conflict. Once the process of competitive devaluation has started, a devaluation by one country invites other countries to devaluate their exchange rates as well. As a consequence, the international monetary order will eventually disintegrate, and sooner or later the conflict will go beyond currency issues and affect a wide spectrum of economic and political relations.

Therefore, because of the unsound monetary system, a peaceful international political system also is constantly at risk. Monetary conflicts provoke political confrontations. Besides the immediate costs of exchange-rate conflicts that come from the damage to international trade and investment, and thereby to the international division of labor, harm will also be done to confidence and trust in the international political arena.

The dispute about exchange rates is the consequence of contradictory tensions that are innate to the modern monetary system. In this respect the currency war is an expression of the defects that characterize an unsound and destructive financial system. The outbreak of the currency war is a symptom of a deeply flawed international monetary order.

Brazil

When Brazil’s finance minister repeated his warnings in January 2011 and said that “the currency war is turning into a trade war,” Mantega sent a signal to the world that the escalation of the trade war had started. Because of the massive inflow of money from abroad, the Brazilian currency had sharply appreciated and the Brazilian economy was losing competitiveness.

In order to reduce the impact on is domestic economy, Brazil had been intervening in the foreign-exchange markets, diminishing the degree of currency appreciation. In doing so, the monetary authorities had to buy foreign currencies, mainly US dollars, in exchange for its domestic money.

By pursuing such a policy over the past couple of years, Brazil has increased its foreign-exchange reserves from around 50 billion to 300 billion US dollars. Yet even despite these foreign-exchange interventions, the Brazilian currency appreciated drastically against the US dollar and other currencies.

By various estimates, Brazilian foreign trade suffers from an exchange-rate overvaluation of around 40 percent. As a consequence, Brazil’s current account balance, which was still at surplus in 2007, has plunged into a deficit of 47.5 billion US dollars in 2010. At the same time when an artificial boom is taking place as the result of massive monetary expansion, the Brazilian economy suffers from creeping deindustrialization.

Part of the explosion of Brazil’s current-account deficit can be explained by weak demand from its trading partners, which have plunged into a prolonged recession. Yet beyond this circumstance, there has been another causal chain at work: the inflow of funds from abroad that boosts the exchange rate provides the grounds for an exorbitant increase of the country’s monetary base.

The combination of ample liquidity at home, weak demand from some trading partners abroad, and a strong exchange-rate appreciation provides the basis for an extreme import expansion that vastly exceeds exports. Unlike a country such as Germany, for example, whose industry is pretty resilient against currency appreciation, Brazil resembles in this respect the countries of the Southern periphery of the eurozone in its incapacity to cope effectively with an overvalued currency.

When, in January 2011, a new government took power in Brazil, the newly-elected president, Dilma Rousseff, declared in her inauguration speech that she will protect Brazil “from unfair competition and from the indiscriminate flow of speculative capital.” Guido Mantega, the former and new Brazilian finance minister, did not hesitate to join in when he asserted that the government has an “infinite” number of interventionist tools at its disposal with which to protect national interests. Mantega said that the government is ready to use taxation and trade measures in order to stop the deterioration of Brazil’s trade balance.

China

The countries that form the favored group that gets targeted by international financial flows in search of higher yields compete among themselves in order to prevent their currencies from appreciating too much, and as a group these countries compete against China in their efforts to maintain a competitive exchange rate.

China’s position forms part of a long causal chain, which includes low interest rates and monetary expansion in the United States, that fuels higher import demand. Given that China drastically devalued its exchange rate as early as in the 1980s, this country was at the forefront of gaining advantage of America’s import surge; China grabbed the golden opportunity to turn itself into the major exporter to the United States.

In order to maintain its currency at its undervalued level, the Chinese monetary authorities must buy up the excess of foreign exchange that accumulates from its trade surplus, preferably by buying US treasury notes and bonds. In this way, China became America’s main creditor. Over the past decade, China increased its foreign exchange position from a meager $165 billion in 2000 to an amount that was approaching $3 trillion at the end of 2010.

From the 1980s up to the early 1990s, China devalued its currency from less than 2 Yuan to the US dollar to an exchange rate of 9 Yuan against the US dollar. And despite its huge trade surpluses, China has only slightly revalued the Yuan ever since, establishing the current exchange rate at 6.56 Yuan per US dollar.

Over the past decade, China has become the major financier of the US budget deficit. Together with other monies flowing in from abroad, the US government was relieved from the need to cut spending. The inflow of foreign capital also allowed the US government to pay lower interest rates for its debt than it would have if only domestic supply of savings were available. Foreign imports put pressure on the price level, and the US central bank could continue monetary expansion without an immediate effect on the price-inflation rate.

If China wants to hold its competitive position through an undervalued currency, the Chinese monetary authorities must continue their policy of intervention in the foreign-exchange markets. As a consequence of buying dollars from its exporters, the domestic money supply in China continues to rise, throwing additional fuel on a domestic boom that is already in full swing.

Even more so than their Brazilian counterparts, China’s political-decision makers have failed to exert moderation or restraint when it comes to interventionist measures. As long as China’s leadership presumes that it gains from exchange-rate manipulation, its currency interventions will go on.

Global Financial Fragilities

Since the abandonment of the gold standard, the global financial system has been in disarray. All the international monetary arrangements that have been established since then have ended in crisis and finally collapsed. For almost a hundred years now, one interventionist scheme has been established and then soon fallen to pieces.

When the monetary and fiscal decision makers in the United States and Europe discarded all restraints against intervention in the wake of the financial market crisis, socialist and interventionist governments around the globe felt vindicated. They had long been convinced that only through state control could financial stability be obtained. Due to the policies adopted by Western countries in their futile attempt to overcome the financial-market crisis, the leaders of the so-called emerging economies have become even more unscrupulous interventionists.

Political leaders around the globe have shed the little that was left of support for free markets and set the controls for a way back on the road to serfdom. It is mainly due to ignorance that the modern monetary system gets labelled as a laissez-faire or free market system. In fact not only the basic “commodity” of this scheme, i.e., fiat money, but also its price and quantity are largely determined by political institutions such as central banks.

It is more than absurd when, in the face of crises and conflicts, more government intervention gets called upon: it was state intervention in the first place that laid the groundwork for the trouble to appear.

So-called “speculative” international capital flows already happened decades ago. What has changed since then is the amount of hot money and the speed with which it floats around the world. It would be wrong to describe these financial movements as an expression of free markets. The fact, for instance, that in 2010 daily transactions on the international currency market have reached a volume of four trillion US dollars is the result of unhampered fiat-money expansion and massive state intervention in the foreign-exchange markets.

The increase in the global money supply that has been going on for many years finds its complement in a global asset boom. The inflation of money drives up the price of precious metals, natural resources, and food. Once more, the world experiences a period of fake prosperity not much different from the real-estate bubble, and many other episodes, that led to previous financial crises.

Conclusion

The political endeavours to gain competitive advantages through exchange-rate devaluation sows mistrust among nations; and the ensuing regime uncertainties frustrate the business community. Over time the conflict over exchange rates tends to destroy the global division of labor.

Once again, the international monetary system is on the brink of a breakdown. As in the past, the main reason behind the current conflict is extreme monetary expansion. Unsound monetary systems produce turmoil not just at home but also in the international arena. Excessive monetary expansion, which is the cause of domestic malinvestment, is also the root of economic distortions at a global level.

Without a fundamental change of the monetary system itself, without a return to sound money, the international monetary system will remain in a state of permanent fragility — ever oscillating between the abyss of deflationary depression and the fake escape of hyperinflation. This is the fate of the world when nations implement fiat monetary systems and put them under political authority.

© 2011, Dr. Antony P. Mueller.


In Memoriam: Richard Holbrooke (1941-2010)

December 15, 2010

“The controlled chaos is one way to get creativity. The intensity of it, the physical rush, the intimacy created the kind of dialogue that leads to synergy.” Richard Holbrooke

Richard Charles Albert Holbrooke (April 24, 1941 – December 13, 2010)

Richard Holbrooke (April 24, 1941 – December 13, 2010)

Richard Holbrooke was the most ubiquitous and brilliant diplomat of his generation, distinguished for his legendary toughness as a negotiator in Asia, Europe, and beyond. As a diplomat, writer, and investment banker, he has stood near the pinnacle of power, renewing the credibility of U.S. diplomacy.

To commemorate the passing of the former U.S. Ambassador to the United Nations, chief architect of the 1995 Dayton peace agreement, and Special Envoy for Afghanistan and Pakistan, we reproduce some articles and stories related to this giant of U.S. foreign policy.

United States presidential election, 2008: The Next President

Former U.S. ambassador Richard Holbrooke discusses Russia, Georgia and Kosovo

Bosnian Crisis

U.S. President Obama appoints envoys to Middle East and South Asia

Afpak: Richard Holbrooke’ U.S. Strategy for South Asia


China-Bashing contaminates 2010 United States midterm elections

October 8, 2010

China is emerging as a common adversary in midterm U.S. election campaigns, as candidates from both parties seize on anxieties about China’s growing economic power to attack each other on trade policies, outsourcing, and the deficit.

 

French political cartoon from the late 1890s. A pie represents "Chine" (French for China) and is being divided between caricatures of Queen Victoria of the United Kingdom, William II of Germany (who is squabbling with Queen Victoria over a borderland piece, whilst thrusting a knife into the pie to signify aggressive German intentions), Nicholas II of Russia, who is eyeing a particular piece, the French Marianne (who is diplomatically shown as not participating in the carving, and is depicted as close to Nicholas II, as a reminder of the Franco-Russian Alliance), and the Meiji Emperor of Japan, carefully contemplating which pieces to take. A stereotypical Qing official throws up his hands to try and stop them, but is powerless. It is meant to be a figurative representation of the Imperialist tendencies of these nations towards China during the decade.

French political cartoon from the late 1890s. A pie represents "Chine" (French for China) and is being divided between caricatures of Queen Victoria of the United Kingdom, William II of Germany (who is squabbling with Queen Victoria over a borderland piece, whilst thrusting a knife into the pie to signify aggressive German intentions), Nicholas II of Russia, who is eyeing a particular piece, the French Marianne (who is diplomatically shown as not participating in the carving, and is depicted as close to Nicholas II, as a reminder of the Franco-Russian Alliance), and the Meiji Emperor of Japan, carefully contemplating which pieces to take. A stereotypical Qing official throws up his hands to try and stop them, but is powerless. It is meant to be a figurative representation of the Imperialist tendencies of these nations towards China during the decade.

 

With U.S. economic revival still slow, trade policy looms as a an issue in midterm races, The Wall Street Journal reports.

***

China-Bashing Gains Bipartisan Support

By Naftali Bendavid, The Wall Street Journal, October 8, 2010

China is emerging as a bogeyman this campaign season, with candidates across the American political spectrum seizing on anxieties about the country’s growing economic might to pummel each other on trade, outsourcing and the deficit.

In television ads, China is framed as an ominous foreign influence in a time of economic anxiety, often accompanied by red flags and communist-style stars and sometimes by Asian-sounding music. Democrats say Republicans support tax breaks that reward companies for moving jobs to China; Republicans blame Democrats for a federal budget deficit they say forces the U.S. to borrow money from China.

“Candidates are looking to speak in a visceral way to the fears and concerns of voters about jobs,” said Lawrence Jacobs, a political scientist at the University of Minnesota. “Bashing China is safe.”

The heated rhetoric puts the White House in a bind. Administration officials often don’t mind Congress putting pressure on China, and Treasury Secretary Timothy Geithner himself in a speech Wednesday offered a blunt critique of Beijing’s currency policy. But officials also worry that a confrontational approach could backfire.

Both nations may feel compelled by public opinion to engage in “an escalation of rhetoric that is going to be difficult to manage” after the election, said Charles Freeman, chairman of China studies at the Center for Strategic and International Studies in Washington.

Wang Baodong, a spokesman for Beijing’s embassy in Washington, criticized candidates’ use of his country in campaign messages. “China is committed to promoting strong bilateral trade and economic cooperation, which brings about enormous benefit to the welfare of our two peoples,” Mr. Wang said. “So making China an issue in the elections or in any other forms is irrelevant and wrong-targeted.”

Mark Schauer, a Michigan Democrat facing a tough re-election fight, has aired an ad against his Republican rival saying, “Tim Walberg made it way too easy for companies to outsource our jobs to China.” Mr. Walberg said the ad was misleading and that he considered American products superior to Chinese ones.

In Ohio, Democratic Senate candidate Lee Fisher has focused on GOP opponent Rob Portman’s stint as a House member and as U.S. trade representative under President George W. Bush. “Congressman Rob Portman knows how to grow the economy—in China,” said a recent Fisher ad.

The Portman campaign rejected these assertions, saying Mr. Portman fought to increase exports and was the first U.S. trade representative to take China to court and win.

Republicans, for their part, cited China in their recently released “Pledge to America.” “We now borrow 41 cents of every dollar we spend, much of it from foreign countries, including China, and leave the bill to our kids and grandkids,” it said, as it attacked Democrats for “unparalleled recklessness with taxpayer dollars.”

Warnings of foreign influence have often been a feature of U.S. elections, especially in times of economic insecurity. And there is little reason to believe the latest ads will have a long-term effect on U.S.-China relations. or on the fate of anti-China legislation, which has struggled in Congress.But with China on the rise, warnings about it seem to have a special resonance this campaign season. The House, with GOP support, passed a bill in September to penalize Beijing’s foreign-exchange practices. A few days earlier, Democrats unsuccessfully pushed a measure to end corporate tax deductions for expenses related to shifting jobs overseas.

Meanwhile, in West Virginia, an ad by Republican Spike Maynard against Rep. Nick Rahall featured Asian music and Chinese flags. It cited a Texas wind farm that reportedly planned to apply for federal stimulus funds while obtaining its windmills from China. “It’s on our jeans, even our children’s toys: ‘Made in China,’ ” the narrator said.

Democrats said the windmill project would have materials manufactured in the U.S. and that the operator hadn’t applied for stimulus funds.

A similar back-and-forth is unfolding in Virginia, where an ad by Republican State Sen. Robert Hurt accuses Rep. Tom Perriello (D., Va.) of voting to give tax breaks to foreign companies “creating jobs in China.”

That’s a reference to a portion of the stimulus package that gives tax breaks for green jobs. The Perriello campaign said Mr. Hurt’s pledge not to raise taxes means he’d oppose closing tax loopholes for companies that move jobs overseas.

About the author: Naftali Bendavid covers Congress and politics for The Wall Street Journal. Before coming to the Journal, he covered the White House and the Justice Department for the Chicago Tribune. Bendavid also spent five years as deputy Washington bureau chief for the Tribune, overseeing its coverage of government and politics. Bendavid has covered such stories as the impeachment of Bill Clinton, the Al Gore presidential campaign, the September 11, 2001 terrorist attacks and the Supreme Court confirmation of Sonia Sotomayor.

Reprinted with kindly permission of The Wall Street Journal.


Pentagon Officials Renew Military Relations With China

October 6, 2010

The Pentagon, signaling a softening in its relationship with the Chinese military, announced that U.S. Defense Secretary Robert M. Gates will meet with a Chinese counterpart next week in Vietnam and will likely visit Beijing early next year.

Secretary of Defense Robert M. Gates escorts Chinese army Gen. Xu Caihou, vice chairman of the Central Military Commission of the Chinese People's Liberation Army, Oct. 27, 2009, to a conference room at the Pentagon in Arlington, Va., where they will hold discussions on a broad range of security topics.  (DoD photo by R. D. Ward/Released)

Secretary of Defense Robert M. Gates escorts Chinese army Gen. Xu Caihou, vice chairman of the Central Military Commission of the Chinese People's Liberation Army, Oct. 27, 2009, to a conference room at the Pentagon in Arlington, Va., where they will hold discussions on a broad range of security topics. (DoD photo by R. D. Ward/Released)

Ties between the two militaries were suspended in January 2010, when China protested a $6.4 billion U.S.-Taiwan arms deal.

Read full story.


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