Gérard Philipe – Un Prince en Avignon

January 15, 2011
Gérard Philipe en compagnie d'Albert Camus
Gérard Philipe en compagnie d’Albert Camus

 

Gérard Philipe lors d'une manifestation du Parti Communiste
Gérard Philipe et son épouse Anne lors d’une manifestation du Parti communiste français
Gérard Philipe en compagnie de Jean Vilar, fondateur du Festival d'Avignon

Gérard Philipe en compagnie de Jean Vilar, fondateur du Festival d'Avignon

Il faut vieillir, ou mourir jeune. (Philibert-Joseph Roux)

Bonheur suranné à la (re)découverte de la beauté immaculée du prince du théâtre français d’après-guerre, Gérard Philipe.

Paraphrasant pour ainsi dire le destin tourmenté d’Antigone, son père était collaborateur, lui résistant, Gérard Philipe, mort en pleine gloire à 37 ans, se devait d’être inhumé drapé des oripeaux du Cid, figure éponyme qu’il restera à jamais aux yeux de ses admirateurs.

A cet égard, il va sans dire que la ballade “Il était un prince en Avignon”, interprétée par Esther Ofarim, lui est taillé sur mesure:

“Il était un prince en Avignon
Sans royaume, sans château, ni donjon
Là-bas tout au fond de la province
Il était un prince
Et l’enfant que j’étais
Cueillant pour lui bien des roses
En ce temps le bonheur était peu de chose

Il était un prince en Avignon
Sans royaume, sans château, ni donjon
Mais ses mots nous chantaient les campagnes
Des grands rois d’Espagne
Quand le soir descendait
On devenait spectateurs
Et la ville avec lui n’était plus qu’un coeur

Il nous emportait dans son empire
Nous attendrissait d’un sourire
Combien je rêvais, combien je l’aimais
Et puis vers ma ville je m’en retournais

Il était un prince en Avignon
Sans royaume, sans château, ni donjon
Là-bas tout au fond de la province
Il était un prince”

Crédits photos: avec l’aimable autorisation de la Bibliothèque nationale de France 


Voilà un homme: Napoléon und Goethe in Erfurt

September 27, 2008
Alea iacta est: Napoléon überquert die Alpen (Gemälde von J.-L. David)

Alea iacta est: Napoléon überquert die Alpen.

“Je näher die Leute bei Napoléon standen, desto mehr bewunderten sie ihn. Bei sonstigen Helden ist das Umgekehrte der Fall. Er war nicht von jenem Holz, woraus man die Könige macht – er war von jenem Marmor, woraus man Götter macht.” Heinrich Heine

“Napoléon war ein Naturereignis. Ihn einen großen Schlächter schmähen heißt nichts anderes, als ein Erdbeben groben Unfug schelten oder ein Gewitter öffentliche Ruhestörung.” Christian Morgenstern

“Goethe hatte kein größeres Erlebnis, als jenes ens realissimum (i.e. das allerwirklichste Sein), das Napoléon heißt.”Friedrich Nietzsche

In der Neuen Zürcher Zeitung  wirft der Literaturwissenschaftler Adolf Muschg einen Blick auf das historische Treffen zwischen dem Retter der Französischen Revolution, Wiederhersteller der staatlichen Ordnung und schöpferischen Genie, dem Kaiser der Franzosen Napoléon Bonaparte (geboren Napoleone Buonaparte im damaligen italienischen Korsika…musste sein Geburtsdatum um ein Jahr fälschen, um in der französischen Armee aufgenommen zu werden, weil er ein Jahr vor dem Verkauf Korsikas an Frankreich geboren wurde; von solchen unbekannten Kleinigkeiten hängt die grosse Weltgeschichte ab) und dem Dichter der Deutschen Johann Wolfgang von Goethe am Rande des Erfurter Fürstenkongresses am 2. Oktober 1808, heute vor 200 Jahren.

Eine zweite Begegnung fand vier Tage später beim Hofball in Weimar statt. Nach der Aufführung von La mort de César, einer Tragödie von Voltaire, bat er Goethe, nach Paris zu kommen und eine Cäsar-Tragödie zu schreiben. Goethe fühlte sich durch diese Audienz und das am 14. Oktober 1808 verliehene Kreuz der Ehrenlegion sehr geehrt.

“Vous êtes un homme (oder Voilà un homme): so Napoléon zu Goethe am Sonntag, dem 2. Oktober 1808, kurz nach 10 Uhr morgens bei ihrer ersten Begegnung in der Statthalterei zu Erfurt. Schlichter und grandioser kann man einen Menschen nicht begrüssen.”

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Peter Handke oder der Triumph eines Außenseiters

May 26, 2008

Ein jeder trägt eine produktive Einzigkeit in sich, als den Kern seines Wesens; und wenn er sich dieser Einzigkeit bewußt wird, erscheint um ihn ein fremdartiger Glanz, der des Ungewöhnlichen. (Friedrich Nietzsche)

Eigensinnig wie Heinrich Heine verfolgt Peter Handke in seinem Werk seinen Weg zu einer offenen Wahrheit. Den poetischen Blick auf die Welt setzt er rücksichtslos gegen die veröffentlichte Meinung und deren Rituale. (Die Jury zur Begründung ihrer Entscheidung, Peter Handke den Heinrich-Heine-Preis zu verleihen, den er auf Grund einer gegen ihn gerichtete Medienkampagne ablehnen musste.)

Der Österreicher Peter Handke, der in Frankreich zuhause ist und dort als Dichter und Schriftsteller mit rarem Mut zum eigenen Standpunkt (sprich jenseits des bequemen und ungebildeten Mainstream-Denkens) gefeiert wird, gilt im deutschsprachigen Raum als sehr umstritten, wenn nicht verpönt (wegen seiner eigenwilligen Meinung zur Kosovo-Frage, wurde er von den deutschen Medien regelrecht ausgeschlachtet), wie einst Friedrich Nietzsche, als er gegen die geistige Plumpheit seiner Zeitgenossen schimpfte. Wie die Franzosen zu Recht sagen: “Nul n’est prophète en son pays”.

Für die 100. Sendung Gero von Boehm begegnet auf 3Sat besuchte der in Paris und Heidelberg lebende Journalist Gero von Boehm den österreichischen Steppenwolf Peter Handke in seiner französischen Zuflucht bei Paris.

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Der schwedische Chinese

May 24, 2008

Der schwedische Theaterregisseur und Schriftsteller Henning Mankell, dessen umstrittenen politischen Roman Der Chinese demnächst erscheint, nimmt im Gespräch mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung kein Blatt vor den Mund.

“Es stimmt, dass die chinesische Regierung sich einen Dreck darum kümmert, was in Darfur oder Zimbabwe passiert. Manchmal sind sie gezwungen, Stellung zu beziehen, aber im Grunde kümmert es sie genauso wenig, wie sie wollen, dass der Westen sich um die Menschenrechte in China kümmert. Das ist natürlich nicht gut. Andererseits spüre ich auch viel Heuchelei. Wer würde denn auf die Idee kommen, Olympische Spiele in den Vereinigten Staaten zu boykottieren, weil die sich so wenig für Menschenrechte einsetzen? Wenn es einen terroristischen Staat auf der Welt gibt, ist das Amerika. Außerdem glaube ich, dass der Westen neidisch auf den Erfolg der Chinesen in Afrika ist. Also kritisieren wir die Chinesen hintenherum. Was für eine Heuchelei. Um mit der Bibel zu sprechen: Wir sollten uns erst um den Balken im eigenen Auge kümmern.”

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Drei Wagners sind eine zu viel

April 14, 2008

In einem Brief an den Bayreuther Stiftungsrat verspricht Wolfgang Wagner, abzudanken, falls seine Töchter Eva und Katharina die Thronfolge gemeinsam übernehmen würden. Die sind bereit, und die Urenkelin Richard Wagners und Ur-Urenkelin von Franz Liszt, Nike, ist aus dem Feld geschlagen.

In der Tageszeitung Die Welt kommentiert Manuel Brug den Putsch des Halbschwestern-Duos Katharina Wagner und Eva Wagner-Pasquier:

“Man kann sich wunderbar ausmalen, wie seifenopernähnlich es jetzt hinter den Wahnfried-Kulissen zugehen wird. Denn der bis auf das schwarze Schaf Gottfried plötzlich wiedervereinte Wolfgang-Stamm triumphiert wohlmöglich nun doch über die Linie Wielands in Gestalt von dessen zu spitzzüngiger Tochter Nike.” Zum Artikel.

Im Gespräch mit dem Hamburger Abendblatt kontert Nike Wagner:

“Um in der Führungskrise in Bayreuth weiterzukommen, sucht der Stiftungsrat nach einer Lösung des politischen ‘Durchwinkens’. Man beugt sich dabei weiterhin den Forderungen des greisen Wolfgang Wagner. Ohne Rücksicht auf künstlerische Erwägungen.”

Vollständiges Gespräch lesen.


Frankreich entdeckt(e) Kleist

March 15, 2008

Theater-Legende Gérard Philipe in Der Prinz von Homburg

Theater-Legende Gérard Philipe in Der Prinz von Homburg

Ein Kommentar von David Berger

Die Tageszeitung Die Welt bespricht Pariser Inszenierungen von Heinrich von Kleists Penthesilea und Das Käthchen von Heilbronn oder die Feuerprobe, vergisst aber dabei zu erwähnen, dass die Franzosen den deutschen Dramatiker schon lange kennen.

Bertolt Brecht über Kleists Stück “Der Prinz von Homburg”:

Oh Garten, künstlich in dem märkischen Sand!
Oh Geistersehn in preußisch blauer Nacht!
Oh Held, von Todesfurcht ins Knien gebracht!
Ausbund von Kriegerstolz und Knechtsverstand!

Rückgrat, zerbrochen mit dem Lorbeerstock!
Du hast gesiegt, doch wars dir nicht befohlen.
Ach, da umhalst nicht Nike dich! Dich holen
Des Fürsten Büttel feixend in den Block.

So sehen wir ihn denn, der da gemeutert,
Mit Todesfurcht gereinigt und geläutert,
Mit Todesschweiß kalt unterm Siegeslaub.

Sein Degen ist noch neben ihm: in Stücken.
Tot ist er nicht, doch liegt er auf dem Rücken
Mit allen Feinden Brandenburgs in Staub.

Paris, 15. Juni 1939

Bereits 1966 wurde Das Käthchen von Heilbronn oder die Feuerprobe im Pariser Théâtre Montparnasse aufgeführt (nach einer Inszenierung des Avantgarde-Klassikers Jean Anouilh, u.a. Autor einer herausragenden Fassung des Theaterstücks Antigone, das eine bedeutende Rolle für die französische Widerstandsbewegung im Zweiten Weltkrieg spielte). Datum der ersten Aufführung war der 30. September 1966, Todestag von André Breton, der ein großer Bewunderer des Stücks war: “Das Wunderbare, der mittelalterliche Mythos der wahnsinnigen Leidenschaft, das verfluchte Schicksal Kleists, gibt es etwas Surrealistischeres?” schwärmte er.

Ferner hatte Jean Vilar 1951 den Prinz von Homburg oder die Schlacht bei Fehrbellin mit dem Wunderkind des französischen Theaters Gérard Philipe (ironischerweise oder tragischerweise war sein Vater Kollaborateur des antisemitischen Vichy-Regime im besetzten Frankreich, und er überzeugter Widerständler) in der Hauptrolle auf dem Festival von Avignon inszeniert.

Daher kann von Entdeckung keine Rede sein, allerhöchstens eine Wiederentdeckung Kleists. Der Artikel ist trotzdem lesenswert.

“Frankreich und die Romantik, das passte eigentlich nie zusammen. Hier glaubt das Theater nicht an Mythen und Mysterien, sondern an Denksysteme, an den Körper, an das Liebesleben im Hier und Jetzt. Eine Dramatik wie die Heinrich von Kleists hat sich in Frankreich nicht heraus bilden können. Schon vor der Revolution war hier das Theater laizistisch. Das Verhalten der Theaterfiguren erklärt sich rational.

Heute indes ist man fasziniert von der Romantik, traut ihr aber nicht über den Weg. Zwar schlägt Gérard de Nerval eine Brücke zu Hölderlin, zwar wird ein revolutionärer Geist wie Büchner für seinen Woyzeck geliebt, aber weder Goethe noch Lessing oder Kleist und Schiller sind Stammgäste auf Frankreichs Bühnen.”

Zum Artikel.


Tod eines Handlungsreisenden

December 21, 2007

Schauspiel von Arthur Miller (1915-2005)

Bereits 1947 geschrieben, wurde das Stück 1949 in New York am Morosco Theater von Elia Kazan uraufgeführt und 1984 von Volker Schlöndorff mit Dustin Hoffman verfilmt. 1992 inszenierte Arthur Miller selbst noch einmal eine Aufführung seines Dramas in Stockholm.

Der Handlungsreisende Willy Loman, ein Selfmademan, glaubt, dass er es bis nach ganz oben schaffen kann, wenn er nur tüchtig genug ist. Und wenn nicht, dann seine beiden Söhne, in die er alle seine Hoffnungen und Wünsche legt. Ein Leben lang hat Loman für die Familie gearbeitet, damit sie es einmal besser hat als er. Doch der Traum von der Familienidylle in einer heilen Welt zerplatzt. Denn Lomans Söhne sind nicht so erfolgreich, wie der Vater sie immer sieht. Im Gegenteil, sie verweigern sich dem Erfolgsdruck und den Lebenslügen des Vaters: Biff ist auf die schiefe Bahn geraten, und Happy läuft nur noch den Frauen nach.

Als Loman auch noch seinen Job verliert, bricht für ihn die Welt zusammen. Er fühlt sich beruflich und privat als Versager und sieht nur noch im Selbstmord einen Ausweg. Sein letztes Geschäft macht Loman mit dem eigenen Tod.

Arthur Millers 60 Jahre altes Stück hat nichts von seiner Aktualität verloren. Die Phänomene sind sich gleich geblieben: Die Schwierigkeiten, sich in einem zunehmend als inhuman empfundenen Wirtschaftssystem, in dem es nur noch Gewinner oder Verlierer gibt, zu behaupten, den damit verbundenen Druck auf die Familie – all das sind längst keine Einzelphänomene mehr.

Arthur Miller wurde 1915 als Sohn jüdischer Einwanderer in New York geboren. Die Weltwirtschaftskrise 1929 hat ihn entscheidend geprägt, und so ist der Verlust aller wirtschaftlichen und sozialen Sicherheiten, das Ausgeliefertsein des Einzelnen in der Gesellschaft, zentrales Thema seiner Stücke. Der Tod eines Handlungsreisenden wurde mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnet und brachte ihm Weltruhm.

Termine:
Theater Magdeburg: 29.12.2007, 13.01.2008 und 07.02.2008, jeweils um 19 Uhr 30

Kontakt:
Theater Magdeburg / Kathrin Singer, Pressestelle
Universitätsplatz 9
39104 Magdeburg
www.theater-magdeburg.de
Telefon: (0391) 540 64 05